Nach­ruf auf den frü­he­ren Bam­ber­ger SPD-Stadt­rat Ewald Mehringer

„Der schnell­ste Post­bo­te Bayerns“

Ewald Mehrin­ger saß für die Bam­ber­ger SPD von 1972 bis 2008 im Bam­ber­ger Stadt­rat. Er war Trä­ger meh­re­rer Ver­dienst­me­dail­len. Haupt­be­ruf­lich war er Post­bo­te und in sei­ner Frei­zeit enga­gier­te er sich ehren­amt­lich sehr für den Sport. Er starb im Alter von 86 Jahren.

Gan­ze 36 Jah­re wur­de Ewald Mehrin­ger unun­ter­bro­chen in den Bam­ber­ger Stadt­rat gewählt. Dort war er unter ande­rem jahr­zehn­te­lang SPD-Frak­ti­ons­spre­cher im Senat für Bil­dung, Kul­tur und Sport. Außer­dem saß er im Senat für Bau­we­sen und Stadt­ent­wick­lung, im Werk­se­nat des Ent­sor­gungs- und Bau­be­triebs, im Umle­gungs­aus­schuss und im Auf­sichts­rat der Stadt­bau GmbH. Bei sei­nem Aus­schei­den war er einer der dienst­äl­te­sten und pro­fi­lier­te­sten Stadträte.

Anläss­lich sei­nes 80. Geburts­tag im Jahr 2014 hat­te Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke ihn gewür­digt und betont, dass die Sport­stadt Bam­berg enorm von Mehrin­gers Enga­ge­ment um die Sport­ver­ei­ne pro­fi­tiert habe. „Er galt zudem als der schnell­ste Post­bo­te Bay­erns und ist somit der Ein­zi­ge, der das Tem­po der Bun­des­post zu stei­gern wuss­te“, so Star­ke damals.

Ewald Mehrin­ger war in jun­gen Jah­ren Baye­ri­scher Mei­ster über 200 Meter und hielt mit 10,6 Sekun­den lan­ge Jah­re den ober­frän­ki­schen Rekord über 100 Meter. Er war, zusam­men mit Paul Röh­ner, Grün­dungs­va­ter der LG Bam­berg im Jahr 1972. Zudem war er Orga­ni­sa­tor von Frei­zeit­läu­fen wie dem Oster­lauf, er war Grün­der des För­der­ver­eins Bam­ber­ger Leicht­ath­le­ten und des Lauf-Treffs des Post SV Bam­berg sowie des­sen Ehrungs­wart. Ewald Mehrin­ger enga­gier­te sich als lang­jäh­ri­ger Kampf­rich­te­r­ob­mann und Schieds­wart des Ober­frän­ki­schen Leicht­ath­le­tik­ver­ban­des und nahm als Kampf­rich­ter an den Olym­pi­schen Spie­len 1972 in Mün­chen teil.

Ewald Mehrin­ger erhielt 2002 die Ver­dienst­me­dail­le in Bron­ze des Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­ums des Innern für beson­de­re Ver­dien­ste um die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung. Er wur­de 2006 mit der Ver­dienst­me­dail­le der Stadt Bam­berg aus­ge­zeich­net. 2008 wur­de ihm die Medail­le in Sil­ber des Baye­ri­schen Staats­mi­ni­sters des Innern für beson­de­re Ver­dien­ste um die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung verliehen.