Weih­nachts­ge­dan­ken

Die Hir­ten sind noch unter­wegs und ohne Dach,
wenn ande­re längst in festen Häu­sern schlafen.
Doch wachen sie nicht mehr wie einst bei Schafen
und den­ken über Schuld, und Gott und Elend nach.
Als Taxi­fah­rer hal­ten sie sich müh­sam wach,
sie zit­tern im Gefäng­nis vor den Strafen,
sind aus­ge­sto­ßen von den ewig braven,
und unter Schmer­zen lie­gen sie, ver­stört und wach.
Doch sie­he, Got­tes Engel tritt heran
zu allen, die er wachend findet,
weil Pflicht, weil Schick­sal sie jetzt bindet,
sagt ihnen, wo sie sind, die Freu­de an:
Das Heil wohnt unter uns im engen Stall,
und Bet­le­hem ist heu­te überall.

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Die­ses viel­leicht recht kri­tisch klin­gen­de Gedicht von Diet­mar Schrö­der deu­tet uns doch die fro­he Weih­nachts­bot­schaft: Wir nei­gen ja manch­mal dazu, die Weih­nachts­ge­schich­te zu roman­ti­sie­ren, wozu auch die über­quel­len­de Rekla­me bei­trägt. Aber Gott such­te sich eben gera­de die unter­sten sozia­len Schich­ten aus, um unter ihnen Mensch zu wer­den, damit sie einen Trost haben. Maria und Joseph gal­ten wohl bei den „anstän­di­gen“ Bür­gern Bet­le­hems als Vaga­bun­den, den halb­kri­mi­nel­len Hir­ten gleich, die ja bis ins 20. Jahr­hun­dert im Armen­haus leben mussten.

Wer sich heu­te für das Evan­ge­li­um öff­net, wer begreift, dass nichts uns von Got­tes Lie­be tren­nen kann, der erlebt Weih­nach­ten auch im hei­ßen Som­mer, im reg­ne­ri­schen Novem­ber. Wenn wir den ein­sa­men, kran­ken Nach­barn besu­chen, die Allein­er­zie­hen­de von neben­an unter­stüt­zen, wenn wir Vor­ur­tei­le gegen Aus­län­der oder Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger bekämp­fen, dann bau­en wir per­sön­lich mit an Got­tes Weihnachtswelt.

Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chri­sti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Vesten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind