Haus­halts­re­de 2021 der Ecken­ta­ler Bür­ger­mei­ste­rin Ilse Dölle

Aus der Markt­ge­mein­de­rats­sit­zung vom 15.12.2020

Wie hält man eine Haus­halts­re­de in einer Zeit wie dieser?

Wie blickt man auf das kom­men­de Jahr, wenn man gar nicht weiß, wie das gesell­schaft­li­che Leben in den näch­sten Mona­ten weitergeht?

Die Auf­stel­lung des Haus­halts­pla­nes und vor allem die Ein­brin­gung ins Gre­mi­um mit der dazu­ge­hö­ri­gen Rede hat nicht nur Tra­di­ti­on, son­dern ist natür­lich für mich auch die Mög­lich­keit, einen Rück­blick und vor allem einen Aus­blick auf lau­fen­de und kom­men­de Pro­jek­te zu geben. Seit 2014 bin ich nun Bür­ger­mei­ste­rin mei­ner Hei­mat­ge­mein­de Ecken­tal. Bis­her war es für mich immer ein beson­de­rer Ter­min im poli­ti­schen Jahreskalender.

Doch die­ses Jahr ist nun ein­mal alles anders! Es war das Jahr, in wel­chem die Mensch­heit vom COVID-19-Virus heim­ge­sucht wurde.

Die Gemein­de hat die Kri­se ange­nom­men und damit gezeigt, dass wir auch in schwie­ri­gen Zei­ten hand­lungs­fä­hig sind. Die anfäng­lich wöchent­li­chen Ver­ord­nun­gen wur­den rasch und ent­schlos­sen umge­setzt und krea­ti­ve Lösun­gen erar­bei­tet. Hat unser Kri­sen­stab am Anfang noch fast täg­lich getagt, haben wir nun auf einen wöchent­li­chen Rhyth­mus bzw. nach Bedarf umgestellt.

Trotz allem haben wir seit Mai in 36 Sit­zun­gen mit ent­spre­chen­dem Hygie­nekon­zept getagt und damit auch signa­li­siert, dass unse­re Demo­kra­tie auf allen Ebe­nen – auch in Kri­sen­zei­ten – funk­ti­ons­tüch­tig und hand­lungs­fä­hig bleibt.

Der Markt Ecken­tal „lebt“, danach haben wir täg­lich gehan­delt und ver­sucht, die Dienst­lei­stun­gen auf­recht zu hal­ten. Dabei waren wirk­lich alle Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter gefor­dert und das nicht nur zu den sonst übli­chen Arbeitszeiten.

In die­sem Zusam­men­hang möch­te ich mich auch bei Ihnen, den Markt­ge­mein­de­rä­ten herz­lich für die ver­trau­ens­vol­le und kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit in der Kri­se bedan­ken. Nicht nur die dring­li­chen Anord­nun­gen, son­dern auch die Erläs­se, Stun­dun­gen und Abset­zun­gen um unse­ren Betrie­ben unter die Arme zu grei­fen, wur­den gemein­sam vor­ge­nom­men, vie­le wei­te­re Ent­schei­dun­gen wur­den zusam­men auf den Weg gebracht.

Dies zeigt, dass wir uns in der Sache durch­aus kon­trär aus­ein­an­der­set­zen kön­nen, aber in der Kri­se kon­struk­tiv, sach­lich und vor allem gemein­schaft­lich zum Woh­le der Gemein­de Ecken­tal handeln.

Auch wenn das dörf­li­che Leben nahe­zu zum Erlie­gen gekom­men ist, war doch immer eine gro­ße Soli­da­ri­tät und Hilfs­be­reit­schaft in unse­ren Orten zu ver­spü­ren. Und so habe ich das auch bei allen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern erlebt. Nur durch eine gemein­sa­me Kraft­an­stren­gung in allen Berei­chen, war es mög­lich bis­lang durch die­se Pan­de­mie­zeit zu kom­men. Des­halb mei­ne ich und ich bin mir sicher auch Ihren Dank und Aner­ken­nung an das Per­so­nal aus­spre­chen zu dür­fen. Das alles ist eine groß­ar­ti­ge Teamleistung.

Gewäh­ren Sie mir nun aber einen kur­zen Blick zurück, bevor wir mit einem Aus­blick in 2021 beginnen:

Heu­te vor einem Jahr waren wir alle noch sehr zuver­sicht­lich was die finan­zi­el­le Lage und die damit ein­her­ge­hen­de Ent­wick­lung in Ecken­tal angeht, einen Rekord­haus­halt haben wir ver­ab­schie­det. Auch glaub­ten wir an ein wirk­lich span­nen­des Jahr mit Neu­wah­len für den Markt­ge­mein­de- und Kreis­rat und das Bür­ger­mei­ster- und Land­rat­amt. Und tat­säch­lich kamen durch die Neu­wah­len in Ecken­tal vie­le neue Mit­glie­der dazu, die sich sicher­lich ihre ehren­amt­li­che Auf­ga­be erst ein­mal anders vor­ge­stellt haben. Ger­ne hät­te ich mehr Aktio­nen für die­se neu­en MGRs ver­wirk­licht, hät­te Sie alle ger­ne zu unse­ren Ecken­ta­ler Ver­an­stal­tun­gen ein­ge­la­den und z.B. mit Ihnen

  • beim Bier­an­stich auf den tra­di­tio­nel­len Kirch­wei­hen angestoßen,
  • zur 30 Jahr­fei­er nach Högyesz gefahren,
  • auf der 100 Jahr­fei­er des MGV Eschen­au gesungen,
  • auf unse­rem Som­mer­fe­sti­val bis in die Nacht gefeiert
  • auf unse­rem FFW Ehren­abend die Fried­ba­cher Blas­ka­pel­le begrüßt oder
  • mit Ihnen auf unse­rem Weih­nachts­markt einen Glüh­wein getrunken

Doch schon einen Tag nach der Wahl am 15. März traf uns der erste Lock­down und ich behaup­te, wir wuss­ten alle nicht was wirk­lich auf uns zukom­men wird.

Kein ein­fa­ches Jahr. Nicht nur, dass in die­sem Jahr, wie bereits erwähnt, vie­le Ver­an­stal­tun­gen zum ersten Mal seit vie­len Jah­ren aus­fal­len muss­ten, nein, wir muss­ten auch mit einem star­ken Ein­schnitt in unse­rem täg­li­chen Leben, der Ein­schrän­kung von sozia­len Kon­tak­ten und erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen leben und umge­hen lernen.

Und so wird das Jahr 2020 uns wohl für immer in Erin­ne­rung blei­ben und welt­weit sei­nen Platz in den Geschichts­bü­chern einnehmen.

Und was uns der­zeit alle beschäf­tigt ist die Fra­ge, wie lan­ge uns die­ses Virus mit all sei­nen Begleit­erschei­nun­gen noch beglei­ten wird.

Mor­gen steht uns nun der zwei­te Lock­down bevor und kei­ner kennt wirk­lich das Ende. Hoff­nung zu ver­brei­ten ist schwer, aber lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen nicht unmög­lich. Und so sehe ich auch die­sen Haus­halt für das Jahr 2021 als ein Zei­chen der Hoff­nung und der Zuversicht.

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten war es für uns alle sehr span­nend einen Haus­halts­plan für ein Jahr auf­zu­stel­len, in wel­chem der für uns unsicht­ba­re Virus und ein ent­wickel­ter Impf­stoff unse­re Wirt­schaft, unse­re sozia­len Kon­tak­te und unse­re Finan­zen bestim­men wird.

Die vie­len Gesprä­che und Dis­kus­sio­nen in der Coro­na-Zeit mit den Fach­be­hör­den über Kom­mu­nal­fi­nan­zen und die dar­aus erge­hen­den Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, zei­gen wie schwie­rig die Ein­schät­zung der Ein­nah­me­si­tua­ti­on für das kom­men­de Jahr ist.

Wie die ver­gan­ge­nen Haus­hal­te auch, war für das Jahr 2021 ein aus­ge­gli­che­ner Haus­halt geplant. Mei­ne Damen und Her­ren, dies ist in die­sen Zei­ten nicht zu halten.

Uns bleibt der­zeit nur die eine Sicher­heit, dass die Aus­ga­ben blei­ben wer­den und jeder bemüht sein muss, dass die­se auch in dem vor­ge­se­he­nen Rah­men bleiben.

Wir haben Sie in den Sit­zun­gen der Gre­mi­en in den letz­ten Mona­ten immer über die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie unter­rich­tet und mit Ihnen gemein­sam den Haus­halt aus­führ­lich beraten.

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Anmer­kung der Redak­ti­on: Wegen des Umfangs der Rede und den zahl­rei­chen Gra­fi­ken bie­ten wir den Rest der Haus­halts­re­de als PDF zum Down­load (200KB) an.