Stadt­wer­ke Bay­reuth: Gero Hof­mann ist auch an Hei­lig­abend im Einsatz

Gero Hofmann überwacht auch an Weihnachten die Energie- und Wasserversorgung der Stadtwerke Bayreuth
Gero Hofmann überwacht auch an Weihnachten die Energie- und Wasserversorgung der Stadtwerke Bayreuth

Wäh­rend die mei­sten an Hei­lig­abend gegen 22 Uhr im eng­sten Kreis der Fami­lie fei­ern dürf­ten, beginnt für Gero Hof­mann sei­ne Weih­nachts­schicht. Er arbei­tet in der Netz­leit­stel­le der Stadt­wer­ke Bay­reuth und hat genau im Blick, ob mit der Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung in Bay­reuth alles in Ord­nung ist. Er hofft auf eine ruhi­ge Nacht – auch wenn er nicht „der besinn­li­che Typ“ sei.

An Bild­schir­men man­gelt es Gero Hof­manns Arbeits­platz nicht. Gut zehn Stück flan­kie­ren den gro­ßen Schreib­tisch des 51-Jäh­ri­gen in der Netz­leit­stel­le der Stadt­wer­ke Bay­reuth. Dar­auf zu sehen: Dia­gram­me und blin­ken­de Schalt­bil­der. „Gemein­sam mit mei­nen Kol­le­gen über­wa­che ich hier rund um die Uhr die Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung Bay­reuths“, erklärt Hof­mann. Neben dem Strom‑, Gas- und Fern­wär­me- und Was­ser- und Glas­fa­ser­netz der Stadt­wer­ke Bay­reuth haben die Mit­ar­bei­ter der Netz­leit­stel­le auch die Stra­ßen­be­leuch­tung Bay­reuths im Blick. Außer­dem küm­mern sich die Stadt­wer­ke Bay­reuth um die Über­wa­chung der Was­ser­ver­sor­gung von Bad Berneck und über­neh­men die tele­fo­ni­sche Erreich­bar­keit für die Stadt­wer­ke Kulm­bach außer­halb von deren Öffnungszeiten.

Kurz-Inter­view mit Gero Hofmann:

Gibt es irgend­wo ein Pro­blem, erfah­ren es die Mit­ar­bei­ter der Bay­reu­ther Netz­leit­stel­le als erste. „Ent­we­der, weil unser Leit­sy­stem den Feh­ler auto­ma­tisch mel­det, oder weil ein Kun­de uns direkt anruft.“ Jeden Tag lan­den zahl­rei­che Anru­fe in der Netz­leit­stel­le der Stadt­wer­ke. In der Früh­schicht klin­gelt das Tele­fon gut und ger­ne hun­dert­mal – die Anru­fe von Kol­le­gen, mit denen sich die Netz­leit­stel­len-Mit­ar­bei­ter aus­tau­schen, nicht mit­ge­zählt. „Das heißt aber längst nicht, dass es immer ein Pro­blem in unse­ren Net­zen gibt“, sagt Gero Hof­mann. Häu­fig lie­ge der Feh­ler in der Haus­in­stal­la­ti­on der Kun­den. „Wir fra­gen dann bei­spiels­wei­se nach, ob die gan­ze Stra­ße, oder nur die eige­ne Woh­nung kei­nen Strom hat. In vie­len Fäl­len stellt sich dann her­aus, dass nur der Schutz­schal­ter in der Woh­nung raus­ge­sprun­gen ist.“ Auch kurio­se Fäl­le lan­den bei Hof­mann und sei­nen Kol­le­gen: Er erin­nert sich noch gut an einen Anru­fer aus Nord­rhein-West­fa­len, der einen Strom­aus­fall mel­den woll­te. „Der Herr mein­te, er habe unse­re Num­mer aus dem Inter­net. Ich muss­te ihm dann erst ein­mal erklä­ren, dass wir da lei­der nicht hel­fen kön­nen, weil wir nur für Bay­reuth zustän­dig sind“, erzählt Hof­mann schmunzelnd.

Gibt es aber tat­säch­lich ein Pro­blem in den Net­zen der Stadt­wer­ke Bay­reuth, muss Hof­mann schnell sein. „Dann rufe ich sofort eine Kol­le­gin oder einen Kol­le­gen aus der Ruf­be­reit­schaft dazu, der sich vor Ort küm­mern kann. Anschlie­ßend geht es vor allem dar­um, wei­te­re Anru­fer zu infor­mie­ren, dass wir von dem Pro­blem wis­sen und uns schon dar­um küm­mern.“ Gibt es einen Strom­aus­fall kön­nen die Mit­ar­bei­ter der Netz­leit­stel­le gemein­sam mit den ver­ant­wort­li­chen Mei­stern die Schal­ter im Strom­netz schnell umle­gen, sodass die mei­sten Betrof­fe­nen zügig wie­der ver­sorgt sind.
Ist die Lage ruhig, arbei­ten die Mit­ar­bei­ter der Netz­leit­stel­le bei­spiels­wei­se Schalt­pro­to­kol­le ab: „Die brau­chen wir, wenn wir in unse­ren Anla­gen arbei­ten wol­len, um sie zum Bei­spiel sau­ber­zu­ma­chen. Dann schau­en wir uns an, wel­che Schal­ter wir umle­gen müs­sen, damit die Bay­reu­ther von unse­rer Arbeit nichts mer­ken. Wenn wir mit so einem Schalt­pro­to­koll fer­tig sind, wird es von einem ver­ant­wort­li­chen Mei­ster über­prüft und digi­tal in unse­rem Leit­sy­stem hin­ter­legt. So kön­nen wir bei den Stadt­wer­ken Bay­reuth von vorn­her­ein Feh­ler aus­schlie­ßen“, betont Gero Hofmann.

Um all die­se The­men küm­mert sich Gero Hof­mann auch an Weih­nach­ten. An Hei­lig­abend beginnt um 22 Uhr sei­ne Nacht­schicht. „Es stört mich eigent­lich nicht groß­ar­tig, dass ich an Weih­nach­ten arbei­ten muss“, sagt er. Ohne­hin sei er nicht der „besinn­li­che Typ“. Er hof­fe ledig­lich auf eine ruhi­ge Schicht und weiß schon heu­te, dass er um etwas Besinn­lich­keit nicht drum­her­um kom­men wird. „Wir haben hier Radio und Fern­se­hen. Ich gehe mal davon aus, dass mir Weih­nach­ten da ziem­lich sicher begeg­nen wird“, sagt Gero Hof­mann und lacht.