Bay­reu­ther Schü­ler nun auf der Über­hol­spur auf der Daten­au­to­bahn unterwegs

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v.l.: Chri­sti­an Kra­mer (Schul­lei­ter GMG), Jür­gen Bay­er (Geschäfts­füh­rer Stadt­wer­ke Bay­reuth), Sven Scho­rer (Pro­ku­rist und Teil der Geschäfts­füh­rung von TMT), Ober­bür­ger­mei­ster Tho­mas Ebers­ber­ger, Peter Mais­el (Geschäfts­füh­rer TMT)

Viel wird über die digi­ta­le Aus­stat­tung unse­rer Schu­len dis­ku­tiert. Grund­la­ge für eine erfolg­rei­che Digi­ta­li­sie­rung ist ein schnel­ler Inter­net­an­schluss der Schu­len, wel­cher jedoch oft­mals in der Dis­kus­si­on nicht berück­sich­tigt wird. Die Stadt Bay­reuth sorgt dafür, dass die­ses Pro­blem bald der Ver­gan­gen­heit ange­hört. Die Stadt­wer­ke Bay­reuth wur­den zusam­men mit der TMT GmbH & Co. KG damit beauf­tragt, alle 23 städ­ti­schen Schu­len ans Bay­reu­ther Glas­fa­ser­netz anzuschließen. 

Die gute alte Schul­ta­fel ist seit lan­gem nicht mehr das ein­zi­ge Medi­um in baye­ri­schen Klas­sen­zim­mern. Längst gehö­ren vie­ler­orts Lap­tops, Tablets und Bea­mer eben­so zur Aus­stat­tung. Damit die Arbeit mit den digi­ta­len Hel­fern rei­bungs­los klappt, braucht es eine schnel­le Inter­net­ver­bin­dung. Die­se ist aber immer noch Man­gel­wa­re an vie­len Schu­len. An den städ­ti­schen Schu­len in Bay­reuth gehört die­ses Pro­blem bald der Ver­gan­gen­heit an: „Alle 23 Schu­len, deren Trä­ger die Stadt Bay­reuth ist, bekom­men einen Glas­fa­ser­an­schluss”, betont Ober­bür­ger­mei­ster Tho­mas Ebers­ber­ger. „Das ist wich­tig, weil die Digi­ta­li­sie­rung auch im Unter­richt eine ent­schei­den­de Rol­le spielt. Ohne schnel­les Inter­net geht da nichts. Das kostet uns rund eine Mil­li­on Euro – gut inve­stier­tes Geld in die Bil­dung unse­rer Kinder.”

Den Zuschlag für den Auf­trag haben die Stadt­wer­ke Bay­reuth und das Unter­neh­men TMT erhal­ten: Die Stadt­wer­ke sor­gen für die Glas­fa­ser­in­fra­struk­tur, die TMT sorgt für den schnel­len Inter­net­zu­gang. Bereits seit 1997 bie­ten die bei­den Part­ner in enger Zusam­men­ar­beit Glas­fa­ser­an­schlüs­se und damit schnel­les Inter­net in allen Gewer­be­ge­bie­ten und auch im rest­li­chen Stadt­ge­biet nahe­zu flä­chen­deckend an. Meh­re­re hun­dert Kilo­me­ter lang ist das Netz aus Glas­fa­ser­ka­beln, das TMT zusam­men mit den Stadt­wer­ken Bay­reuth betreibt. „Die Digi­ta­li­sie­rung, gera­de im Bereich der Bil­dung, liegt uns per­sön­lich sehr am Her­zen”, sagt Sven Scho­rer, Pro­ku­rist und Teil der Geschäfts­füh­rung von TMT. „Nach­dem wir seit Jah­ren bereits vie­le Behör­den bzw. Bil­dungs­ein­rich­tun­gen mit schnel­lem Inter­net ver­sor­gen, haben wir uns sehr gefreut, die zeit­ge­mä­ße Moder­ni­sie­rung der Inter­net­an­schlüs­se unse­rer Bay­reu­ther Schu­len über­neh­men zu dürfen.”

„Wir kom­men bis­lang trotz der Coro­na-Pan­de­mie und der hohen Aus­la­stung in der Bau­bran­che gut vor­an und haben rund die Hälf­te aller Schu­len an unser Glas­fa­ser­netz ange­schlos­sen”, erklärt Jür­gen Bay­er, Geschäfts­füh­rer der Stadt­wer­ke Bay­reuth. „Damit schaf­fen wir den Grund­stein für das digi­ta­le Ler­nen. Fer­tig sein wer­den wir vor­aus­sicht­lich im Som­mer des kom­men­den Jah­res.” Grund­la­ge für das Pro­jekt sei das bestehen­de Glas­fa­ser­netz der Stadt­wer­ke Bay­reuth sowie die lang­jäh­ri­ge Part­ner­schaft mit TMT. „Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Städ­ten ist Bay­reuth fast über­all mit Glas­fa­ser erschlos­sen. Wir haben schon vor gut 20 Jah­ren mit dem Aus­bau begon­nen, als die Modems noch lusti­ge Geräu­sche von sich gaben und das Sur­fen im Netz noch sehr medi­ta­tiv war.” Ledig­lich für die letz­ten Meter bis zum Haus müss­ten noch­mals Bag­ger anrol­len. „Dadurch kön­nen wir fast über­all in Bay­reuth einen Glas­fa­ser­an­schluss anbie­ten – für Indu­strie­be­trie­be genau­so wie für Gewer­be­trei­ben­de”, sagt Bay­er. „Wir wer­den den Aus­bau unse­res Net­zes in den kom­men­den Jah­ren wei­ter vor­an­trei­ben. Wir sind zwar schon gut auf­ge­stellt, wol­len unser Ange­bot aber ausweiten.”

Seit Mai ist das Graf-Mün­ster-Gym­na­si­um an das Bay­reu­ther Glas­fa­ser­netz ange­schlos­sen. Für Schul­lei­ter Chri­sti­an Kra­mer ein wich­ti­ger Schritt: „Wir hat­ten vor­her eine ganz nor­ma­le Kup­fer­an­bin­dung und die war ein­fach zu lang­sam. Fil­me zu strea­men war nicht mög­lich. Selbst das Auf­ru­fen auf­wen­di­ge­rer Web­sei­ten hat ewig gedau­ert – all das hat unse­re Lehr­kräf­te in eine schwie­ri­ge Situa­ti­on gebracht.” Aktu­ell wer­de dar­an gear­bei­tet, dass das schnel­le Inter­net im gesam­ten Schul­ge­bäu­de in glei­cher Wei­se ver­füg­bar ist. „Par­al­lel haben wir alle Klas­sen­zim­mer mit Lap­tops, Bea­mern und Doku­men­ten­ka­me­ras aus­ge­stat­tet und wir haben Micro­soft Teams ein­ge­führt.” Die Kom­bi­na­ti­on aus Hard­ware, Soft­ware und Glas­fa­ser­an­schluss tra­ge dazu bei, vie­le Pro­ble­me in der aktu­ell schwie­ri­gen Situa­ti­on zu lösen. „Wenn eine Klas­se in Qua­ran­tä­ne ist, kann die Leh­re­rin oder der Leh­rer ein­fach in das lee­re Klas­sen­zim­mer gehen und sich mit den Schü­lern ver­bin­den”, sagt Kra­mer. Er sei davon über­zeugt, dass das schnel­le Inter­net auch über Coro­na hin­aus ein ent­schei­den­der Schritt für die Zukunft des Unter­richts am GMG sein werde.

Mit der Fer­tig­stel­lung des Anschlus­ses der Alex­an­der-von-Hum­boldt-Real­schu­le in die­ser Woche konn­ten die Stadt­wer­ke Bay­reuth und TMT bereits die Hälf­te aller Bay­reu­ther Schu­len im Jahr 2020 mit schnel­lem Glas­fa­ser­netz versorgen.

Wie schnell ist eigent­lich eine Glasfaserverbindung? 

Im Jahr 2000 war glück­lich, wer ISDN sein Eigen nen­nen konn­te. Ein Musik­stück, in digi­ta­ler Form etwa fünf Mega­byte groß, ließ gut zehn Minu­ten auf sich war­ten bis der Down­load abge­schlos­sen war. War­ten war fester Bestand­teil der Online-Kul­tur. Mit einem Inter­net-Glas­fa­ser­an­schluss von TMT sind in Bay­reuth Geschwin­dig­kei­ten von bis zu 10.000 Mega­bit pro Sekun­de (10 Giga­bit) mög­lich – der Song-Down­load dau­ert in die­sem Fall 0,004 Sekun­den – ca. 40 Mal schnel­ler als ein Wim­pern­schlag. Ein 90-minü­ti­ger Film in HD-Qua­li­tät ist mit die­ser Geschwin­dig­keit in etwas mehr als vier Sekun­den heruntergeladen.