Fal­sche Micro­soft-Mit­ar­bei­ter ver­ur­sa­chen Scha­den im sechs­stel­li­gen Bereich

Symbolbild Polizei

Mit­tel­fran­ken (ots) – Fal­sche Micro­soft-Mit­ar­bei­ter brach­ten einen 65-jäh­ri­gen Mann durch betrü­ge­ri­sche Anru­fe um sein Ver­mö­gen. Die Kri­mi­nal­po­li­zei warnt ein­dring­lich davor, frem­den Per­so­nen am Tele­fon Zugang zum eige­nen Com­pu­ter zu gewähren.

Über einen Zeit­raum von etwa 4 Wochen über­wies der Geschä­dig­te immer wie­der gro­ße Geld­be­trä­ge an fal­sche Micro­soft Mit­ar­bei­ter. Die per­fi­de Betrugs­ma­sche lässt sich fol­gen­der­ma­ßen beschreiben:

Der Geschä­dig­te wur­de Ende Okto­ber 2020 unver­mit­telt von einem angeb­li­chen Mit­ar­bei­ter der Fa. Micro­soft ange­ru­fen. Ihm wur­de erklärt, sein PC wür­de einen Feh­ler im System ver­ur­sa­chen. Er wur­de auf­ge­for­dert, sich ein Soft­ware­pa­ket zu kau­fen, um dies behe­ben zu kön­nen. Hier­zu wäre auch ein Zugriff auf sei­nen Com­pu­ter erforderlich.

Der 65-Jäh­ri­ge gewähr­te die­sen Fern­zu­griff und wur­de in der Fol­ge unter ande­rem gebe­ten, sich in sein Online-Ban­king ein­zu­log­gen. Die Ermitt­ler der Kri­mi­nal­po­li­zei gehen davon aus, dass sich die Betrü­ger hier einen Über­blick über die finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se des Geschä­dig­ten ver­schafft haben.

In den kom­men­den Wochen wur­de der Geschä­dig­te mehr­fach auf­ge­for­dert, grö­ße­re Geld­be­trä­ge an ver­schie­de­ne Kon­ten zu trans­fe­rie­ren. Begrün­det wur­de dies damit, dass Micro­soft auf die­sem Weg Hacker zur Strecke brin­gen wol­le. Das über­wie­se­ne Geld bekä­me der Geschä­dig­te wie­der zurück überwiesen.

Gut­gläu­big über­wies der 65-Jäh­ri­ge in meh­re­ren Teil­be­trä­gen ins­ge­samt rund 280.000 Euro an Kon­ten in Bang­kok und Hong­kong. Da eine Über­wei­sung durch die Bank gestoppt wur­de – ein online Betrugs­fil­ter schlug Alarm – nahm der Geschä­dig­te vom Online-Ban­king Abstand und ver­wen­de­te folg­lich aus­schließ­lich manu­el­le Überweisungsvordrucke.

Da er durch die Betrü­ger auf­ge­for­dert wur­de, sei­nen Online-Ban­king-Zugang nur noch auf Anwei­sung zu nut­zen, da sonst der Sicher­heits­pro­zess unter­bro­chen wer­den wür­de – hat­te der Geschä­dig­te kei­ner­lei Über­sicht mehr über sei­ne Kon­to­be­we­gun­gen und erkann­te den Betrug erst nach eini­gen Wochen.

Das Fach­kom­mis­sa­ri­at für Cybercrime der Nürn­ber­ger Kri­mi­nal­po­li­zei hat in die­sem Fall die Ermitt­lun­gen auf­ge­nom­men und warnt die Bevöl­ke­rung aus­drück­lich vor die­ser Betrugsmasche:

  • Die Fir­ma Micro­soft hat mit der oben beschrie­be­nen Betrugs­ma­sche nichts zu tun
  • Gestat­ten Sie nie­mals einem Frem­den den Fern­zu­griff auf Ihren Computer
  • Ech­te Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Micro­soft wer­den nie­mals ohne Auf­trag bei Ihnen anru­fen und Zah­lungs­da­ten abfra­gen oder Soft­ware per Fern­zu­griff aufspielen
  • Bei jeg­li­chem Zwei­fel scheu­en Sie sich nicht, umge­hend die Poli­zei zu verständigen.