Aus der Pox­dor­fer Leser­post: Poli­zei ver­bie­tet Behin­der­ten die Teil­nah­me an der Demo

In Coro­na-Zei­ten dür­fen nur noch gesun­de Men­schen für ihre Mei­nungs­frei­heit demon­strie­ren, die in der Lage sind eine Mas­ke zu tra­gen. Am Sams­tag­vor­mit­tag wur­de die 133. Mahn­wa­che der Frei­heits­be­we­gung Forch­heim von der Poli­zei ver­ei­telt, da sie eides­statt­li­che Ver­si­che­run­gen anstel­le ärzt­li­cher Atte­ste nicht akzeptierte.

Inzwi­schen ist es in Forch­heim ein gewohn­tes Bild. Sams­tag und Sonn­tag demon­strie­ren Men­schen auf dem Para­de­platz für Frie­den und Frei­heit mit Herz und Ver­stand. Die­sen Sams­tag wäre es seit dem 09.Mai 2020 die 133. Mahn­wa­che gewe­sen. Drei bis vier Bus­se Poli­zei­auf­ge­bot beob­ach­te­ten Rei­ner Pracht und Caro­la Pracht-Schä­fer als sie began­nen die Demo-Gegen­stän­de auf dem Para­de­platz auf­zu­bau­en. Mit­ten in den Vor­be­rei­tun­gen wur­den sie von zwei Poli­zi­sten und dem Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­am­tes unter­bro­chen, denn die Ver­samm­lung war vom Ord­nungs­amt nur unter Auf­la­gen ent­spre­chend der Zehn­ten Baye­ri­schen Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung (10. BayIfSMV) geneh­migt wor­den. Die zen­tra­le Auf­la­ge war das Tra­gen von All­tags­mas­ken, die nicht aus Kunst­stoff sein durf­ten. Aus­drück­lich unter­sagt wur­de die Ver­wen­dung von ärzt­li­chen Atte­sten, die ohne „die fach­lich-medi­zi­ni­sche Beur­tei­lung des Krank­heits­bil­des (Dia­gno­se), den latei­ni­schen Namen oder die Klas­si­fi­zie­rung der Erkran­kung nach ICD 10“ aus­ge­stellt wurden.

Caro­la Pracht-Schä­fer ist selbst hart von den Coro­na-Maß­nah­men betrof­fen. Sie hat ihr Unter­neh­men ver­lo­ren und fin­det kei­ne Anstel­lung mehr, denn sie kann kei­ne Mund-Nasen-Bedeckung tra­gen. Einen Arzt, der ihr nach der neue­sten BayIfSMV ein Attest aus­stell­te, fand sie inner­halb von vier Tagen nicht. Denn Ärz­te wer­den hef­tig unter Druck gesetzt und fürch­ten um ihre Zulas­sung (sie­he unten ver­link­te Arti­kel). Statt­des­sen hat­te sie eine eides­statt­li­che Ver­si­che­rung dabei, die in ande­ren Städ­ten bereits von der Poli­zei akzep­tiert wur­de. Dem Lei­ter der Poli­zei Forch­heim genüg­te das nicht. Er argu­men­tier­te, dass er die­se Ver­si­che­rung erst am Mon­tag vom Gericht prü­fen las­sen kön­ne. Somit kön­ne er die Teil­nah­me an der Ver­samm­lung vor­ab nicht erlau­ben. Für Frau Pracht-Schä­fer war damit die Mahn­wa­che noch vor ihrem Beginn beendet.

Rei­ner Pracht führ­te eine inten­si­ve Dis­kus­si­on mit Poli­zei und Ord­nungs­amt, denn er betrach­te­te die Akti­on als Dis­kri­mi­nie­rung von Men­schen, die kei­ne Mas­ke tra­gen kön­nen. Schließ­lich wur­de unter­stellt, dass es sich um Mas­ken­ver­wei­ge­rer han­deln müs­se. Den zwi­schen­zeit­lich erschie­ne­nen Demo-Teil­neh­mern erläu­ter­te Rei­ner Pracht, dass er unter die­sen Bedin­gun­gen kei­ne Mahn­wa­che durch­füh­ren wer­de. Statt die Ver­samm­lung zu eröff­nen, schick­te er sie zum Spa­zie­ren gehen in die Stadt.

Damit ging ein trau­ri­ger Tag in Forch­heims Geschich­te ein: für ihre Mei­nungs­frei­heit demon­strie­ren dür­fen nur noch gesun­de Men­schen, die in der Lage sind eine Mas­ke zu tragen! 

Pox­dorf, 12.12.2020, Caro­la Pracht-Schä­fer, www​.frei​heits​be​we​gung​-forch​heim​.de

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