Bay­reuth Tigers: Ein hal­bes Dut­zend Pfo­sten- und Lat­ten­tref­fer – nichts zu holen in Dresden

Symbolbild Eishockey

Neben dem lang­zeit­ver­letz­ten Hei­der und Gustav Vei­sert, der bis­her in die­ser Sai­son noch nichts ins Gesche­hen ein­grei­fen konn­te, fehl­ten am Abend beim Spiel in Dres­den zusätz­lich die ange­schla­ge­nen Stamm­kräf­te Gron, Kunz und Wölfl. Timo Walt­her und Maxi­mi­li­an Kis­lin­ger wur­den als Unter­stüt­zung vom Koope­ra­ti­ons­part­ner aus Nürn­berg für das Match nach Bay­reuth geschickt.

Ein erster Spiel­ab­schnitt, der für bei­de Teams lan­ge wenig Ertrag brach­te – so kre­ierten die Eis­lö­wen, die wäh­rend der letz­ten Tage noch mehr­fach auf dem Trans­fer­markt zuschlu­gen und unter ande­rem mit Roope Ran­ta einen der Tops­corer der letz­ten Jah­re ver­pflich­ten konn­ten, ihre Chan­cen meist durch Weit­schüs­se, die Her­den parie­ren konn­te. Auf Sei­ten der Tigers dau­er­te es eben­falls, bis man ein­mal gefähr­lich vors Tor kam, zunächst durch Man­nes, der die Schei­be, die noch am Geg­ner abprall­te hoch auf Hele­ni­us brach­te. Kurz dar­auf dann die beste Gele­gen­heit, als Jär­veläi­nen Raja­la schön ein­setz­te und die­ser aus kür­ze­ster Distanz, und noch gestört, nicht ver­wer­ten konn­te. Unschö­ne Sze­ne dann als Knack­stedt den angrei­fen­den Bin­dels per Ellen­bo­gen zu Boden check­te, der den Bay­reu­ther Stür­mer zunächst auf die Bank und in der Drit­tel­pau­se dann ins Kran­ken­haus brach­te. Dass die Akti­on ohne Stra­fe gegen Knack­stedt blieb, war ob der hoch­ge­zo­ge­nen Ellen­bo­gen durch­aus frag­wür­dig. Eben­so unschön aus Bay­reu­ther Sicht dann die Füh­rung für die Dresd­ner, die gut 40 Sekun­den vor der Pau­sen­si­re­ne fiel und eben durch Knack­stedt, der von Knob­loch bedient wur­de, erzielt wer­den konn­te aber zu die­sem Zeit­punkt nicht unver­dient erschien, da die Gast­ge­ber sich ins­ge­samt ein Über­ge­wicht spie­len konnten.

Der zwei­te Abschnitt gehör­te den Tigers, die mehr und mehr das Spiel an sich ris­sen, doch meh­re­re hoch­ka­rä­ti­ge Chan­cen nicht im Tor unter­brin­gen konn­ten. Weder Wal­ter zu Beginn des Spiel­ab­schnitts, noch Davi­dek, der in der 33. Spiel­mi­nu­te völ­lig allei­ne und frei­ste­hen­de auf Hele­ni­us zufah­ren konn­te, brach­ten die Schei­be unter. Zudem ret­te­te mehr­fach das Metall­ge­stän­ge für die Eis­lö­wen. Nach­dem Kiss auf der Straf­bank Platz genom­men hat­te, zog Jär­veläi­nen ab – den Nach­schuss setz­te Raja­la an die Lat­te, von der die Schei­be noch ein­mal den Pfo­sten tou­chier­te. Nach der ein­zig rich­tig guten Mög­lich­keit für Dres­den, die Her­den groß­ar­tig gegen Swin­nen ver­ei­tel­te, visier­te Wal­ter noch­mals Metall an und bei einer Mög­lich­keit durch Davi­dek reagier­te Hele­ni­us, indem er das Spiel­ge­rät mit dem Helm raus köpfte.

Auch im Schluss­drit­tel zeig­ten die Tigers Angriffs­be­mü­hun­gen und wur­den erneut vom Metall gebremst. So setz­te Jär­veläi­nen nach 43 Minu­ten einen Schuss an die Lat­te. Die alte Weis­heit, dass man vor­ne nicht trifft und dann hin­ten einen rein bekommt bewahr­hei­te­te sich weni­ge Minu­ten spä­ter als Huard „aus dem Nichts“ in den Win­kel traf und auf 2:0 stell­te. Die­ser „wake up call“ beflü­gel­te die Gast­ge­ber und brach­te sie zurück ins Spiel. Hanusch setz­te in die­ser Pha­se noch einen drauf und konn­te, nach­dem er von Huard schön frei­ge­spielt wur­de, einen wei­te­ren Tref­fer hin­zu­fü­gen und mit dem 3:0 gleich­zei­tig den End­stand auf die Anzei­gen­ta­fel schreiben.

Dass Walt­her („hoher Stock“) und im Anschluss Kolozva­ry („über­trie­be­ne Här­te und unsport­li­ches Ver­hal­ten“) in der letz­ten Spiel­mi­nu­te jeweils 2 + 2 Minu­ten auf die Straf­bank muss­ten, unter­strich die frag­wür­di­ge Lei­stung der Unpar­tei­ischen, die sicher nicht ent­schei­dend war für den Spiel­ver­lauf aber die im ersten Abschnitt einen Ellen­bo­gen­check von Knack­stedt über­se­hen hat­ten, der Bin­dels ins Kran­ken­haus beför­der­te. Ins­ge­samt ein bit­te­rer Abend für die Tigers.

„Lat­ten- und Pfo­sten­tref­fer zäh­len eben nicht“, woll­te Coach Petri Kuja­la das Pech in die­sem Spiel nicht als Argu­ment zäh­len las­sen. Und wei­ter: „Wir haben eini­ge gute Chan­cen kre­iert aber sind eben manch­mal auch etwas ein­ge­schla­fen in der Defensive“.

Alex­an­der Vögel

Dresd­ner Eis­lö­wen – Bay­reuth Tigers 3:0 (1:0, 0:0. 2:0)

  • Dres­den: Hele­ni­us, Vier­eg­ge – Hanusch, Supis, Riedl, Laval­lée, Heiß, Dersch, Kra­mer – Knack­stedt (2), Kiss (2), Neu­ert, Trupp, Mra­zek, Huard (2), Filin, Knob­loch, Ran­ta (2), Swin­nen, Trattner
  • Bay­reuth: Her­den, Zim­mer­mann Nico – Kar­rer, Poko­vic, Zim­mer­mann Tim, Davis (2), Karls­son, Man­nes – Raja­la (2), Davi­dek, Kolozva­ry (4), Jär­veläi­nen, Mei­sin­ger, Lil­lich, Bin­dels, Kis­lin­ger, Walt­her (4)
  • Zuschau­er: Kei­ne Zuschau­er zugelassen
  • Schieds­rich­ter: Fal­ten, Stein­ecke – Sauer­zap­fe, Hänsel
  • Stra­fen: Dres­den: 8 Bay­reuth: 14 Power­play: Dres­den 0/5 Bay­reuth: 0/4
  • Tor­fol­ge: 1:0 (20.) Knack­stedt (Knob­loch, Hanusch), 2:0 (46.) Huard (Hanusch, Knob­loch), 3:0 (52.) Hanusch