Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz ist deutsch­land­weit eines von 93 Schilddrüsenzentren

Ober­arzt Die­ter Reg­net / Foto: Kli­ni­kum Forchheim

Forch­heim, 4.12.2020 – Die Abtei­lung für All­ge­mein­chir­ur­gie des Kli­ni­kums Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz bean­trag­te erfolg­reich die Auf­nah­me in das Deut­sche Schild­drü­sen­zen­trum, einer Infor­ma­ti­ons­platt­form rund um die Schild­drü­se und deren Behand­lungs­mög­lich­kei­ten, die Ärz­te und Kli­ni­ken mit über­durch­schnitt­li­cher Exper­ti­se auf die­sem Gebiet ver­eint. Jetzt ist das Kli­ni­kum eines von 93 geprüf­ten Schild­drü­sen­zen­tren in Deutsch­land.

Die Anfor­de­run­gen an die Schild­drü­sen­chir­ur­gie für eine Mit­glied­schaft sind unter ande­rem ein intra­ope­ra­ti­ves Neu­ro­mo­ni­to­ring bei allen Schild­drü­sen­ope­ra­tio­nen und die Mög­lich­keit zum patho­lo­gi­schen Schnell­schnitt. Vor und nach der Ope­ra­ti­on muss eine laryn­go­sko­pi­sche Kon­trol­le der Stimm­band­funk­ti­on gewähr­lei­stet sein. Die Behand­lungs­er­geb­nis­se des Kli­ni­kums wer­den in einem Regi­ster erfasst, sind dadurch ver­gleich­bar mit den Behand­lungs­er­geb­nis­sen ande­rer spe­zia­li­sier­ter Kli­ni­ken und garan­tie­ren lau­fend eine hohe Behandlungsqualität.

Ver­grö­ßer­te Schild­drü­se – Ursa­che und Behandlung 

Ein Kropf bezeich­net eine ver­grö­ßer­te Schild­drü­se. Mas­si­ve Ver­grö­ße­run­gen, wie man sie von frü­her kennt, sind heu­te nur noch sel­ten anzu­tref­fen, denn die mei­sten Kno­ten, die die Schwel­lung ver­ur­sa­chen, wer­den bei gesund­heit­li­chen Check­ups des Haus­arz­tes, der die Schild­drü­se mit Ultra­schall unter­sucht, bemerkt. Das Organ im vor­de­ren Hals­be­reich erfüllt zahl­rei­che Auf­ga­ben im Kör­per. Schild­drü­sen­hor­mo­ne beein­flus­sen u.a. Stoff­wech­sel, Kreis­lauf, Wachs­tum und Psy­che. Die schmet­ter­lings­för­mi­ge Drü­se unter­halb des Kehl­kop­fes benö­tigt Jod für die Pro­duk­ti­on die­ser Hor­mo­ne. Ein Man­gel des Spu­ren­ele­ments kann zur Ent­ste­hung von Kno­ten in der Schild­drü­se füh­ren, bei Frau­en häu­fi­ger als bei Män­nern. Die Erkran­kun­gen sind häu­fig, weil wei­te Tei­le Deutsch­lands zu Jod­man­gel­ge­bie­ten zäh­len, auch der Land­kreis Forch­heim gehört dazu.

Ober­arzt Die­ter Reg­net – ein neu­er Schilddrüsenchirurg

Seit dem 1. Sep­tem­ber 2020 behan­delt Ober­arzt Die­ter Reg­net in Ergän­zung des eta­blier­ten Teams der Kli­nik für All­ge­mein­chir­ur­gie Schild­drü­sen­er­kran­kun­gen am Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz. Er kommt aus dem The­re­si­en-Kran­ken­haus Nürn­berg. Dort wer­den 150 bis 200 Schild­drü­sen­ope­ra­tio­nen pro Jahr durchgeführt.

Die­ter Reg­net erläu­tert: „Schild­drü­sen­kno­ten neh­men mit zuneh­men­dem Alter zu. Fast jeder zwei­te Mensch ab 60 Jah­ren ist davon betrof­fen. Die mei­sten die­ser Kno­ten muss man nicht ope­rie­ren, aber im Ver­lauf kontrollieren.”

Ope­ra­ti­on oder kon­ser­va­ti­ve Behandlung?

Ope­riert wer­den muss bei Tumor­ver­dacht, bei mecha­ni­scher Behin­de­rung beim Schlucken, Atmen, Spre­chen oder einem ggf. durch mecha­ni­schen Druck ver­ur­sach­ten Räus­per­zwang, bei bestimm­ten Ent­zün­dun­gen, wie der Auto­im­mun­ent­zün­dung Mor­bus Base­dow – wenn die­se nicht aus­rei­chend medi­ka­men­tös behan­delt wer­den kön­nen – und wenn eine Schild­drü­sen­über­funk­ti­on kon­ser­va­tiv nicht sinn­voll behan­delt wer­den kann.

Der Schild­drü­sen­chir­urg beschreibt das Vor­ge­hen bei einer geplan­ten Operation:

Wenn die Kno­ten in der Schild­drü­se, je nach Grö­ße und Beschaf­fen­heit, wei­ter abklä­rungs­be­dürf­tig sind, über­weist der Haus­arzt die Pati­en­ten zum Nukle­ar­me­di­zi­ner und die­ser stellt eine dif­fe­ren­zier­te Dia­gno­se mit­tels einer Szin­ti­gra­phie, das ist ein bild­ge­ben­des Ver­fah­ren der nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Funk­ti­ons- und Loka­li­sa­ti­ons­dia­gno­stik, einer Blut­wert­un­ter­su­chung und ggf. einer Fein­na­del­punk­ti­on. Je nach Ergeb­nis wird ent­schie­den, ob eine Ope­ra­ti­on not­wen­dig ist.

Wenn eine Ope­ra­ti­on emp­foh­len wur­de, stellt sich der Pati­ent im Kli­ni­kum in Forch­heim in der chir­ur­gi­schen Sprech­stun­de vor zur Beur­tei­lung der Befun­de und der Bespre­chung der Ope­ra­ti­ons­not­wen­dig­keit. Der Pati­ent erhält in der Regel inner­halb von vier Wochen einen OP-Termin.

Vor dem Ein­griff muss vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt noch sicher­ge­stellt wer­den, dass die bei­den Stimm­band­ner­ven intakt sind.

Zwei Tage vor der Ope­ra­ti­on stellt sich der Pati­ent in der Kli­nik vor zur Ope­ra­ti­ons- und Nar­ko­se­auf­klä­rung. Am Ope­ra­ti­ons­tag kommt der Pati­ent mor­gens nüch­tern zum geplan­ten Ein­griff. Die­ter Reg­net und die Kol­le­gen des Chir­ur­gen­teams ent­fer­nen die betrof­fe­nen Gewebs­an­tei­le – wenn mög­lich auch nur einen Kno­ten oder even­tu­ell nur einen der bei­den Schild­drü­sen­lap­pen. „Gege­be­nen­falls wird noch wäh­rend der Ope­ra­ti­on eine fein­ge­web­li­che Schnell­un­ter­su­chung vom Patho­lo­gen durch­ge­führt, um bei ent­spre­chen­dem Ergeb­nis das Ope­ra­ti­ons­aus­maß anpas­sen zu kön­nen”, erklärt er. Wäh­rend des Ein­griffs wird der nahe an der Schild­drü­se gele­ge­ne Stimm­band­nerv durch eine elek­tro­ni­sche Neu­ro­mo­ni­to­ring­son­de über­prüft, um best­mög­lich geschont wer­den zu können.

Am Fol­ge­tag wer­den die Blut­wer­te kon­trol­liert und eine evtl. ein­ge­leg­te Wund­drai­na­ge entfernt.

Am zwei­ten oder am drit­ten Tag – je nach Befin­den – nach der Ope­ra­ti­on kann der Pati­ent wie­der nach Hause.

Die­ter Reg­net beru­higt: „Eine feh­len­de Schild­drü­se kann man erfreu­li­cher­wei­se unpro­ble­ma­tisch erset­zen mit einer täg­lich ein­zu­neh­men­den Schild­drü­sen­hor­mon­ta­blet­te. Wenn der Hor­mon­wert vom Haus­arzt ein­mal rich­tig ein­ge­stellt ist, rei­chen in der Regel halb­jähr­li­che bis jähr­li­che Kontrollen.”

Lebens­lauf Die­ter Regnet 

Die­ter Reg­net stammt aus der Hers­brucker Schweiz. Er lei­ste­te 1983 im Kreis­kran­ken­haus von Hers­bruck sei­nen Zivil­dienst. Anschlie­ßend absol­vier­te er 1984 eine Aus­bil­dung zum Kran­ken­pfle­ger am Schwa­bin­ger Kran­ken­haus in Mün­chen. Mit Abitur auf dem zwei­ten Bil­dungs­weg stu­dier­te er ab 1992 Human­me­di­zin an der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen. Im Nürn­ber­ger The­re­si­en­kran­ken­haus mach­te er die Prü­fung zum Fach­arzt für Chir­ur­gie. Es folg­te 2008 eine Sta­ti­on als Funk­ti­ons­ober­arzt in Ans­bach. Als Ober­arzt kehr­te er 2009 zum The­re­si­en­kran­ken­haus zurück, wo er einer der Haupt­ope­ra­teu­re bei Schild­drü­sen­ein­grif­fen war. Er ist ver­hei­ra­tet, hat einen Sohn im Teen­ager­al­ter, wohnt in Herolds­berg. In sei­ner Frei­zeit fährt er sehr ger­ne Fahr­rad – Renn­rad, Moun­tain­bike – und unter­nimmt seit vie­len Jah­ren lei­den­schaft­lich Fahrradreisen.