Frei­staat berei­tet Coro­na-Imp­fun­gen vor: Auf­bau von Impf­zen­tren in ganz Bay­ern bis Mit­te Dezember

Stra­te­gi­scher Grund­stock an Schutz­klei­dung und Beatmungs­ge­rä­ten aufgebaut

Die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung berei­tet sich inten­siv auf den Zeit­punkt vor, ab dem Schutz­imp­fun­gen gegen das Coro­na-Virus mög­lich sein wer­den. Zusam­men mit den zustän­di­gen Kreis­ver­wal­tungs­be­hör­den sol­len bis Mit­te Dezem­ber in den baye­ri­schen Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten flä­chen­deckend Impf­zen­tren ein­ge­rich­tet wer­den. Ergänzt wer­den soll dies durch mobi­le Impf­teams. Der Auf­wuchs der Impf­zen­tren kommt gut vor­an. Größ­ten­teils ste­hen Impf­stand­or­te schon fest oder ist das Ver­ga­be­ver­fah­ren weit fortgeschritten.

In der Anfangs­pha­se wird ein Coro­na-Impf­stoff nicht flä­chen­deckend für die gesam­te Bevöl­ke­rung zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on (STI­KO) hat des­halb gemein­sam mit der Leo­pol­di­na – Natio­na­len Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten – und dem Deut­schen Ethik­rat erste Vor­schlä­ge für eine Prio­ri­sie­rung gemacht. Sobald wei­te­re Daten zu ein­zel­nen Impf­stof­fen vor­lie­gen, wird die STI­KO eine kon­kre­te Impf­emp­feh­lung abgeben.

Das Baye­ri­sche Impf­kon­zept baut auf den bis­he­ri­gen Vor­schlä­gen der STI­KO auf. Vor­ge­se­hen ist auf frei­wil­li­ger Basis zunächst eine Imp­fung für beson­ders vul­nerable Grup­pen wie Men­schen hohen Alters und Men­schen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen. Wei­te­re Bei­spie­le sind Bewoh­ner von Alten- und Pfle­ge­hei­men sowie Betreu­te und Bewoh­ner in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen für Men­schen mit Behin­de­rung. Zu den Grup­pen, die mit Prio­ri­tät geimpft wer­den sol­len, zäh­len zudem Men­schen mit einem erhöh­ten Infek­ti­ons­ri­si­ko etwa auf­grund ihres Berufs (ins­be­son­de­re medi­zi­ni­sches und pfle­ge­ri­sches Per­so­nal) sowie Berufs­grup­pen aus sen­si­blen Berei­chen der kri­ti­schen Infra­struk­tur wie Poli­zei, Feu­er­wehr und Gesundheitswesen.

Das für die Coro­na-Imp­fun­gen erfor­der­li­che medi­zi­ni­sche Per­so­nal soll gemein­sam mit der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung Bay­erns (KVB) und dem Baye­ri­schen Haus­ärz­te­ver­band (BHÄV) gewon­nen wer­den. Bis­her haben sich bereits über 2.500 Ver­trags­ärz­tin­nen und ‑ärz­te bereit erklärt, in Impf­zen­tren oder mobi­len Impf­teams Imp­fun­gen durch­zu­füh­ren. Die KVB ist bereit, die Ein­tei­lung der Ärz­tin­nen und Ärz­te zu übernehmen.

Um für eine zwei­te Wel­le gut gerü­stet zu sein, hat­te das Kabi­nett im Juli die­ses Jah­res den Auf­bau eines stra­te­gi­schen Grund­stocks und eines Baye­ri­schen Pan­de­mie­zen­tral­la­gers beschlos­sen. Damit ste­hen dem Frei­staat jetzt wich­ti­ge Mate­ri­al­re­ser­ven zur Ver­fü­gung, um auf einen mög­li­chen erhöh­ten Bedarf schnell reagie­ren zu kön­nen. So befin­den sich im Baye­ri­schen Pan­de­mie­zen­tral­la­ger meh­re­re Mil­lio­nen Ein­hei­ten an Per­sön­li­cher Schutz­aus­rü­stung, ins­be­son­de­re FFP2-Mas­ken, FFP3-Mas­ken und OP-Mas­ken sowie Schutz­an­zü­ge und Schutzbrillen.

Teil des stra­te­gi­schen Grund­stocks sind auch Beatmungs- und Moni­tor­ge­rä­te, die teil­wei­se dezen­tral bei den Kran­ken­häu­sern vor­ge­hal­ten wer­den sol­len. Im Zen­tral­la­ger befin­den sich der­zeit 486 ein­satz­fä­hi­ge Beatmungs­ge­rä­te. Hin­zu kom­men 495 Beatmungs­ge­rä­te, die zwar zer­legt, aber kurz­fri­stig auf­bau­bar sind, und 130 ein­satz­fä­hi­ge Moni­tor­ge­rä­te. Die im Zen­tral­la­ger befind­li­chen Beatmungs- und Moni­tor­ge­rä­te sol­len als Reser­ve für beson­de­re Aus­bruch­s­er­eig­nis­se zur Ver­fü­gung stehen.

Durch ein kürz­lich abge­schlos­se­nes Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren wird der Bestand an Moni­tor­ge­rä­ten im Zen­tral­la­ger um wei­te­re Moni­tor­ge­rä­te erhöht wer­den. Dane­ben hat das Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Gesund­heit die Lie­fe­rung von Beatmungs­ge­rä­ten und Moni­tor­ge­rä­ten ange­kün­digt. Die ersten die­ser Moni­tor­ge­rä­te wur­den bereits ange­lie­fert, wei­te­re sol­len in den näch­sten Mona­ten fol­gen. Die­se Gerä­te sol­len bedarfs­ge­recht an die baye­ri­schen Kran­ken­häu­ser aus­ge­lie­fert wer­den. Außer­dem wur­de der Bestand an dezen­tra­len Beatmungs­ge­rä­ten in den baye­ri­schen Kran­ken­häu­sern durch Direkt­lie­fe­run­gen mas­siv erhöht.