GEW Bay­ern zu Mas­ken für Lehrkräfte

Symbolbild Corona Mundschutz

Das Weih­nachts­ge­schenk des Kul­tus­mi­ni­ste­ri­ums – Zwei KN95-Mas­ken pro Lehrkraft

Die GEW Bay­ern zeigt sich ver­är­gert über die Tat­sa­che, dass den Lehr­kräf­ten laut aktu­el­lem Schrei­ben des Kul­tus­mi­ni­ste­ri­ums ein­ma­lig zwei bis drei KN95-Mas­ken zur Ver­fü­gung gestellt wer­den sol­len, die aus­drück­lich nicht dem „indi­vi­du­el­len Arbeits­schutz des Per­so­nals“ die­nen, son­dern an den Schu­len für „beson­de­re Situa­tio­nen“ vor­ge­hal­ten wer­den sollen.

Als klei­ner Erfolg des letz­ten Schul­gip­fels galt das Ver­spre­chen, die Lehr­kräf­te nun end­lich mit FFP2-Mas­ken aus­zu­stat­ten. Wie dies genau aus­se­hen soll, konn­te man am Frei­tag einem Schrei­ben des Kul­tus­mi­ni­ste­ri­ums ent­neh­men. Für die rund 120.000 Lehr­kräf­te in Bay­ern wer­den ein­ma­lig etwa 300.000 Mas­ken zur Ver­fü­gung gestellt. Dies sind rech­ne­risch ca. 2,5 pro Lehrkraft.

Anders als ursprüng­lich ver­kün­det, han­delt es sich nicht um FFP2, son­dern um KN95-Mas­ken. Zur Sicher­heit die­ser Mas­ken gab es in der Fach­pres­se wie­der­holt Beden­ken. So weist z.B. die Phar­ma­zeu­ti­sche Zei­tung in ihrem Online-Arti­kel vom 20.11.2020 dar­auf hin, dass KN95-Mas­ken seit dem 1. Okto­ber in Deutsch­land nicht mehr auf dem Markt gebracht wer­den dür­fen. Vor die­sem Zeit­punkt war das per Schnell­test bei einem Prüf­in­sti­tut mög­lich, aber auch die­sen haben wohl nur die Mas­ken der wenig­sten Händ­ler durch­lau­fen. Laut dem o.g. Arti­kel soll auch die Bun­des­re­gie­rung in der Anfangs­zeit der Pan­de­mie Mas­ken beschafft haben, die sich bei Prü­fung im Labor zu 40 Pro­zent als nicht taug­lich erwie­sen. Ob die Mas­ken des Kul­tus­mi­ni­ste­ri­ums gete­stet wur­den ent­zieht sich unse­rer Kenntnis.

Mar­ti­na Bor­genda­le, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der GEW Bay­ern, sieht das so: „Wäh­rend Lehr­kräf­te, aus Angst vor dem Virus bei stark stei­gen­den Fall­zah­len an den Schu­len, zu Exper­ten in Sachen Iden­ti­fi­zie­rung einer FFP2-Mas­ke mit CE-Kenn­zeich­nung und Prüf­stel­len­num­mer wer­den, ver­teilt der Arbeit­ge­ber poten­ti­ell unsi­che­re Masken.“

Im ent­spre­chen­den Schrei­ben des Kul­tus­mi­ni­ste­ri­ums wird zudem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Mas­ken nur einen Tag lang getra­gen und dann ent­sorgt wer­den müs­sen. Zwei Mas­ken pro Lehr­kraft sind da nicht mal ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein. Außer­dem sind sie laut dem Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um nur für „beson­de­re Situa­tio­nen“ gedacht, nicht für den Unterricht.

Flo­ri­an Kohl, aktiv in der GEW Lan­des­fach­grup­pe Son­der­päd­ago­gi­sche Beru­fe und selbst Per­so­nal­rat, wun­dert sich: „Es stellt sich die Fra­ge, was eine beson­de­re Situa­ti­on ist, wenn das täg­li­che Zusam­men­kom­men von bis zu 33 Per­so­nen in beeng­ten Räum­lich­kei­ten wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie schein­bar kei­ne ist.“

War­um sich der Arbeit­ge­ber wei­gert sei­ner gesetz­li­chen Pflicht nach­zu­kom­men, die Mit­tel des Arbeits­schut­zes zur Ver­fü­gung zu stel­len (§3 Arb­SchG), bleibt unver­ständ­lich. Nicht zuletzt hät­te es auch für ihn Vor­tei­le, wenn mög­lichst vie­le Lehr­kräf­te frei­wil­lig FFP2-Mas­ken tra­gen wür­den: Weni­ger erkrank­te und mög­li­cher­wei­se lang­fri­stig dienst­un­fä­hi­ge Lehr­kräf­te und weni­ger Prä­senz-Unter­richts­aus­fall wegen gerin­ge­rer Anzahl an Lehr­kräf­ten in Qua­ran­tä­ne und somit auch weni­ger Kosten für Vertretungsstunden.

Johan­nes Schil­ler, Mit­glied im Haupt­per­so­nal­rat, dazu: „Es müs­sen zer­ti­fi­zier­te Mas­ken zur Ver­fü­gung ste­hen – jeden Tag und für jede Lehr­kraft, die Tag für Tag gezwun­gen ist, an der ‚Groß­ver­an­stal­tung Schu­le‘ teil­zu­neh­men. Das legt der SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­stan­dard des Bun­des als Pflicht des Arbeit­ge­bers ein­deu­tig fest!“