Lohn-Plus und Coro­na-Prä­mie für Bau­ar­bei­ter im Kreis Kulmbach

Klare Perspektive: Baubeschäftigte bekommen in den kommenden Monaten mehr Geld.
Klare Perspektive: Baubeschäftigte bekommen in den kommenden Monaten mehr Geld.

Ergeb­nis nach Schlich­tung im Tarif­kon­flikt – 1.140 Beschäf­tig­te im Landkreis

Mehr Geld am Bau: Im Kreis Kulm­bach stei­gen die Löh­ne für Bau­ar­bei­ter um ins­ge­samt 2,6 Pro­zent. Das teilt die Indu­strie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Dar­über hin­aus gibt es mit der Novem­ber-Abrech­nung eine steu­er­freie „Coro­na-Prä­mie“ von 500 Euro. Azu­bis erhal­ten 250 Euro. In einer ersten Stu­fe waren die Löh­ne bereits im Okto­ber um 0,5 Pro­zent gestie­gen. Zum Jah­res­wech­sel folgt ein Plus von 2,1 Prozent.

Nach Anga­ben der Arbeits­agen­tur beschäf­tigt das Bau­haupt­ge­wer­be im Land­kreis Kulm­bach aktu­ell 1.140 Menschen.

IG BAU-Bezirks­vor­sit­zen­der Gerald Nick­las spricht von einem „Tarif­ab­schluss, der Per­spek­ti­ve bringt“. „In der Tarif­run­de hat­ten die Arbeit­ge­ber über Mona­te eine Blocka­de­hal­tung an den Tag gelegt, die am Ende durch­bro­chen wer­den konn­te“, so Nick­las. Der Prä­si­dent des Bun­des­so­zi­al­ge­richts hat­te in dem Kon­flikt als Schlich­ter vermittelt.

Die IG BAU Ober­fran­ken appel­liert nun an die Beschäf­tig­ten in der Regi­on, einen Lohn- Check zu machen. Neben der „Coro­na-Prä­mie“ im Novem­ber sei das Plus von 0,5 Pro­zent bereits mit der Okto­ber-Abrech­nung fäl­lig. Anspruch auf die tarif­li­che Bezah­lung haben Gewerk­schafts­mit­glie­der, deren Betrieb Mit­glied im Arbeit­ge­ber­ver­band ist. Bei Pro­ble­men oder Fra­gen kön­nen sich Beschäf­tig­te an die IG BAU vor Ort wen­den. Auch Aus­zu­bil­den­de sol­len ihre Lohn-Abrech­nung prü­fen, rät die Gewerk­schaft. Ihre Ver­gü­tun­gen stei­gen um 40 Euro im ersten, 30 Euro im zwei­ten und 20 Euro im drit­ten Jahr.

Car­sten Burck­hardt, Ver­hand­lungs­füh­rer auf Gewerk­schafts­sei­te, ver­weist zudem auf die geplan­te Ent­schä­di­gung der soge­nann­ten Wege­zei­ten: „Die lan­ge, meist unbe­zahl­te Fah­re­rei zur Bau­stel­le wird bis zum Juni durch die Tarif­part­ner unter Betei­li­gung des Schlich­ters wei­ter ver­han­delt. Dabei sol­len Vor­schlä­ge für eine Ent­schä­di­gung ent­ste­hen, die sich nach kon­kre­ten Strecken und ech­ten Fahr­zei­ten bemisst.“

Eine Umfra­ge im Auf­trag der Gewerk­schaft hat­te erge­ben, dass Bau­be­schäf­tig­te für die ein­fa­che Fahrt zu ihrem Ein­satz­ort durch­schnitt­lich 64 Kilo­me­ter zurück­le­gen. Zum Ver­gleich: In der gesam­ten Wirt­schaft sind ledig­lich fünf Pro­zent aller Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer mehr als 50 Kilo­me­ter täg­lich für den Weg zur Arbeit unterwegs.