VCD-Kreis­ver­band Bam­berg: “Die Lan­ge Stra­ße braucht ein bes­se­res Klima!”

Pres­se­mit­tei­lung des Ver­kehrs­club Deutsch­land, Kreis­ver­band Bamberg:

Der Kom­pro­miss­vor­schlag der Ver­wal­tung zur Sit­zung des Mobi­li­täts­se­nats am 24.11.2020 bleibt weit hin­ter den Erwar­tun­gen zurück, die Bam­berg an die Gestal­tung die­ses zen­tra­len öffent­li­chen Bereichs hat. Ins­be­son­de­re die Chan­ce auf eine höhe­re Auf­ent­halts­qua­li­tät und ver­bes­ser­te Ver­kehrs­si­cher­heit wird ver­ge­ben, da sich wei­ter­hin Fuß- und Rad­ver­kehr Rich­tung Schön­leins­platz einen zu engen Platz tei­len müssen.

Im Antrag von Grü­nes Bamberg/​ÖDP/​SPD/​VOLT zur Neu­ge­stal­tung der Lan­gen Stra­ße sah der VCD Bam­berg wesent­li­che Ver­bes­se­run­gen für die Ver­kehrs­si­tua­ti­on und die Auf­ent­halts­qua­li­tät, sie­he unse­re Pres­se­mit­tei­lung vom 10. Sep­tem­ber 2020. Die Ver­wal­tungs­vor­la­ge für den Mobi­li­täts­se­nat am 24. Novem­ber 2020 macht aus Sicht des VCD Bam­berg nun fast alle geplan­ten Ver­bes­se­run­gen zunichte:

  • Weder Fuß­ver­kehr noch flie­ßen­der Rad­ver­kehr bekom­men mehr Raum, also kein Fort­schritt zu höhe­rer Ver­kehrs­si­cher­heit der Ver­kehrs­mit­tel, deren Nut­zung in Coro­na­zei­ten als beson­ders emp­feh­lens­wert gilt.
  • Kon­se­quen­ter­wei­se kei­ne zusätz­li­chen Mög­lich­kei­ten für Gewer­be­trei­ben­de, auf zusätz­li­chen Außen­flä­chen gera­de in Coro­na­zei­ten mehr Kun­den bedie­nen zu können.
  • Ins­be­son­de­re für die Gastro­no­mie als wich­ti­ger Fak­tor für die Attrak­ti­vi­tät einer inner­städ­ti­schen Lage bedeu­tet dies, dass kei­ne zusätz­li­che Flä­che für Außen­be­wir­tung genutzt wer­den kann, die bestehen­de Flä­che ist durch zu dich­ten Fuß- und Rad­ver­kehr wenig ein­la­dend und wird des­halb von vie­len Bam­ber­gern gemieden.

Dies ist umso unver­ständ­li­cher als gleich­zei­tig an ande­rer Stel­le Zie­le for­mu­liert wer­den und wur­den, denen die nun vor­ge­leg­ten Pla­nun­gen deut­lich wider­spre­chen. Der Stadt­rat hat 2017 ein­stim­mig als Ziel beschlos­sen, den Anteil des Umwelt­ver­bunds zu erhö­hen und den­je­ni­gen des KFZ-Ver­kehrs zu redu­zie­ren. Gera­de wur­de das mit gro­ßem Auf­wand Kli­ma­an­pas­sungs­kon­zept für Stadt und Land­kreis Bam­berg vor­ge­stellt. Unter den drin­gend­sten und wich­tig­sten Zie­len ist dabei die Umver­tei­lung der Flä­chen zugun­sten des Umwelt­ver­bunds sowie die schritt­wei­se Ein­rich­tung eines auto­frei­en Welt­erbes. Wie kann dies eini­ge Tage spä­ter schon wie­der ver­ges­sen sein?

Nicht erst seit 2008 (!), als mit gro­ßem Auf­wand sei­tens der Stadt­ver­wal­tung und mit Hil­fe einer breit ange­leg­ten Bür­ger­be­tei­li­gung Emp­feh­lun­gen zur „Zukunft Innen­stadt Bam­berg“ erar­bei­tet wur­de, wächst die Zahl der städ­ti­schen Stu­di­en und Betei­li­gungs­ver­fah­ren, die eine Ver­kehrs­be­ru­hi­gung (ins­be­son­de­re der Lan­gen Stra­ße bzw. des Welt­erbes), eine Umver­tei­lung der Ver­kehrs­flä­chen, also eine Ver­kehrs­wen­de hin zum Umwelt­ver­bund for­dern. Es wächst auch die Zahl der posi­ti­ven Erfah­rungs­be­rich­te ande­rer Kom­mu­nen mit auto­frei­en oder auto­ar­men Innen­städ­ten, ins­be­son­de­re auch aus Sicht des dor­ti­gen Han­dels. Erst kürz­lich konn­te der VCD Bam­berg dies bei einer öffent­li­chen Infor­ma­ti­ons­fahrt nach Regens­burg von dor­ti­gen Fach­leu­ten erfahren.

Wir wün­schen Bam­berg, dass auch die Ein­sicht der Ent­schei­dungs­trä­ger schnell rei­fen möge, dass end­lich mehr pas­sie­ren muss. Die­se posi­ti­ven Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten, die mitt­ler­wei­le vie­le ande­re Städ­te umset­zen, dür­fen den Men­schen und Gewer­be­trei­ben­den unse­rer Stadt nicht län­ger vor­ent­hal­ten wer­den. Als Ver­tre­ter einer öko­lo­gi­schen und sozi­al­ver­träg­li­chen Mobi­li­tät for­dert der VCD Bam­berg den Mobi­li­täts­se­nat auf, am Diens­tag im Vor­griff auf den kom­men­den Ver­kehrs­ent­wick­lungs­plan durch sei­ne Ent­schei­dun­gen ein Zei­chen für mehr Auf­ent­halts­qua­li­tät für Fuß­gän­ger, für die Ver­kehrs­wen­de und damit für eine enkel­taug­li­che Stadt zu setzen.