Bay­reuth: In „Frie­dens­zei­ten“ vor Aus­bruch der Afri­ka­ni­schen Schwei­ne­pest vor­be­rei­tet– Kon­fis­kat Küh­ler ausgeliefert

Land­rats­amt Bay­reuth inve­stiert Gerät­schaf­ten– Jäger­schaft betreibt Sam­mel­stel­len ehrenamtlich

Auf Betrei­ben der Bereichs­lei­te­rin für Vete­ri­när­we­sen am Land­rats­amt Bay­reuth, Frau Dr. Iris Fuchs, wur­den 4 Kon­fis­kat­küh­ler (gekühl­te Klein­con­tai­ner für die Auf­nah­me von zwei 120 Ltr.-Tonnen für Schlacht­ab­fäl­le) für den gesam­ten Land­kreis beschafft. Im Ein­zugs­be­reich der Jäger­ver­ei­ni­gung Peg­nitz e.V., die den süd­li­chen Lkr. Bay­reuth abdeckt, stan­den zwei Gerä­te zur Disposition.

ASP kommt immer näher

Grund für das Invest ist die, für den Men­schen unge­fähr­li­che, Afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest beim Wild­schwein, die sich seit gerau­mer Zeit immer wei­ter aus­brei­tet und die deutsch-pol­ni­sche Gren­ze in Bran­den­burg über­schrit­ten hat und Stand Mit­te Nov. 2020 auch in Sach­sen nach­ge­wie­sen wur­de. Die­se ist hoch infek­ti­ös und bedroht unse­re Haus­schwein­be­stän­de extrem.

Win-Win-Situa­ti­on

Bei einem Aus­bruch der Seu­che bei uns sind dann eine Viel­zahl von Regeln und Hygie­ne­vor­schrif­ten zu beach­ten. In „Frie­dens­zei­ten“ = vor Aus­bruch der ASP, kön­nen die Peg­nit­zer Jäge­rIn­nen in Kür­ze die bei­den Anlauf­stel­len in Lan­gen­reuth bei Peg­nitz (Fami­lie Grü­ner) als auch im Bet­zen­stei­ner Orts­teil Wei­den­sees bei Tho­mas Kürz­dor­fer für Wild­schwein­auf­brü­che und Schlacht­ab­fäl­le nutzen.

Der Betrieb läuft ehren­amt­lich unter der Regie der Jäger­ver­ei­ni­gung Peg­nitz e.V. .Fami­lie Grü­ner als auch Tho­mas Kürz­dör­fer haben sich bereit­erklärt kosten­los Raum und Grund zur Ver­fü­gung zu stel­len. Neben einem trocke­nen Stand­ort mit Strom und Was­ser ist auch ein ent­spre­chen­der Zugang/​eine Zufahrt not­wen­dig. Die regel­mä­ßi­ge Abho­lung der Ton­nen ist eben­so zu orga­ni­sie­ren sowie die Sau­ber­keit durch die Jäger­schaft zu gewährleisten.

Die lau­fen­den Kosten wie Ener­gie und die Abhol­ge­büh­ren der Tier­kör­per­be­sei­ti­gung trägt der Land­kreis Bay­reuth. Eine Inbe­trieb­nah­me wird vor­aus­sicht­lich noch im Dezem­ber 2020 erfol­gen kön­nen. Die Jäger­schaft wird dann über die Hege­ge­mein­schafts­lei­ter direkt informiert.

Foto: Land­rats­amt Bay­reuth
Bild­mit­te: Land­rat Wie­de­mann, rechts Dr. Iris Fuchs im LRA Bay­reuth kurz vor der Aus­lie­fe­rung der Behäl­ter-Stand­or­te in Lan­gen­reuth und Weidensees

Anfang der letz­ten Woche wur­den die am Land­rats­amt bereit gestell­ten Behäl­ter unter Bei­sein von Frau Dr. Fuchs und Land­rat Wie­de­mann ver­la­den und aus­ge­lie­fert. In Wei­den­sees erfolgt am Frei­tag am 19.11.2020 die Über­ga­be an die Jäger­ver­ei­ni­gung Peg­nitz e.V. die vom ersten Vor­sit­zen­den Karl-Heinz Inzelsber­ger ver­tre­ten wur­de und Tho­mas Kürz­dör­fer der das Pro­jekt in sei­nem Anwe­sen betreibt.

Jetzt Struk­tu­ren schaffen

Dr. Iris Fuchs beton­te die gute Zusam­men­ar­beit mit der Jäger­ver­ei­ni­gung Peg­nitz e.V. und die Not­wen­dig­keit, die beim loka­len Aus­bruch der ASP anste­hen­den Abläu­fe im Bereich der Bio­hy­gie­ne jetzt schon zu eta­blie­ren und Struk­tu­ren zu schaf­fen. Vie­le wei­te­re und weit­rei­chen­de Vor­be­rei­tun­gen bezüg­lich der ASP wur­den schon ange­sto­ßen. So ste­hen den Hege­ge­mein­schaf­ten Sets mit Hilfs­mit­teln, Absperr­ma­te­ri­al sowie Des­in­fek­ti­ons­mit­tel zur Ver­fü­gung. An ver­schie­de­nen Bau­hö­fen wur­de bereits Brand­kalk für eine groß­flä­chi­ge Des­in­fek­tio­n­an Fund­or­ten infi­zier­ter Wild­schwei­ne im Wald gebun­kert. Auch orts­kun­di­ge Such­trupps für die Kada­ver­su­che aus der Jäger­schaft sind bereits qua­li­fi­ziert und benannt.

Foto: Jäger­ver­ei­ni­gung Peg­nitz e.V. Von links nach rechts: Karl-Heinz Inzelsber­ger, Dr. Iris Fuchs und Tho­mas Kürz­dör­fer­bei der Über­ga­be . Im Hin­ter­grund eine von wei­te­ren 4 „ASP-Not­fall­ki­sten“ für die Jäger­schaft des LRA Bay-reuth,dieschon als Vor­bild für ande­re Land­krei­se gedient hat.

Die Infor­ma­ti­ons-und Mel­de­we­ge sowie die Erreich­bar­keit beim Land­rats­amt sind 365/24 sicher­ge­stellt. Inzelsber­ger bedank­te sich noch ein­mal für das Ver­trau­en in die Jäger­schaft, gab aber erneut zu beden­ken, dass im Seu­chen­fall der Betrieb einer Sam­mel­stel­le für gefun­de­ne Wild­schwein­ka­da­ver bzw. infizierte/​kran­ke erleg­te Stücke nicht mehr „pri­vat“ abge­wickelt wer­den kann. Hier sei nach wie vor ein behörd­li­cher Stand­ort­wie Bau­hof o.ä. die rich­ti­ge Wahl.