Vie­le Aktio­nen in Coburg zum „Inter­na­tio­na­ler Tag gegen Gewalt an Frauen“

Foto der Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten der Stadt Coburg, Susan­ne Mül­ler, sowie OB Sauer­teig zu der Akti­on. / Foto: Stadt Coburg

Am 25. Novem­ber 2020 erin­nert der welt­wei­te Akti­ons­tag an das hohe Aus­maß von Gewalt gegen Frau­en und macht auf die­ses Tabu­the­ma auf­merk­sam. Jede drit­te Frau ist betrof­fen. Vie­le Frau­en schwei­gen aus Angst und Scham, aber auch das Umfeld schaut weg. Welt­weit gibt es an dem Tag Gedenk­ver­an­stal­tun­gen und Aktio­nen zur Bekämp­fung von Dis­kri­mi­nie­rung und Gewalt jeder Form gegen­über Frau­en und Mädchen.

Inter­na­tio­nal orga­ni­sie­ren Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen wie „Terre des Femmes“ Ver­an­stal­tun­gen, bei denen es um die Ein­hal­tung von Men­schen­rech­ten gegen­über Frau­en und Mäd­chen geht. Sie haben die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te zum Ziel und wen­den sich gegen Zwangs­pro­sti­tu­ti­on, Zwangs­hei­rat, sexu­el­len Miss­brauch, Ver­ge­wal­ti­gung und häus­li­che Gewalt. Auch die Stadt Coburg zeigt Flag­ge gegen Gewalt gegen Frau­en mit viel­fäl­ti­gen Bera­tungs­an­ge­bo­ten und Aktio­nen. „Eigent­lich ist es schlimm, dass wir uns über so ein The­ma über­haupt Gedan­ken machen müs­sen: Gewalt gegen Frau­en ist abso­lut inak­zep­ta­bel und soll­te grund­sätz­lich nicht exi­stie­ren“, sagt Coburgs Ober­bür­ger­mei­ster Domi­nik Sauer­teig. „Lei­der gibt es sie doch. Also müs­sen wir gemein­sam aktiv dage­gen vor­ge­hen. Weg­se­hen oder untä­tig blei­ben ist kei­ne Opti­on, son­dern unter­stützt die Täter. Des­halb unter­stüt­ze ich die Aktio­nen und freue mich über jedes Hilfsangebot.“

Bun­des­weit fin­den Frau­en über das Hil­fe­te­le­fon „Gewalt gegen Frau­en“, das rund um die Uhr und an 365 Tagen unter der Ruf­num­mer 08000 116016 erreich­bar ist, Hil­fe. Auch über die Online-Bera­tung unter www​.hil​fe​te​le​fon​.de kön­nen sich Betrof­fe­ne und auch Men­schen aus dem sozia­len Umfeld der Betrof­fe­nen anonym, kosten­los, bar­rie­re­frei und in 17 Fremd­spra­chen bera­ten las­sen. Dort wird auch auf die ört­li­chen Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten verwiesen.

Um auf die Hil­fe­mög­lich­kei­ten, aber auch um auf das The­ma mit Zah­len, Daten und Fak­ten auf­merk­sam zu machen, wird es in der Woche um den 25.11.2020 eine Ban­ner­ak­ti­on in Cobur­ger Geschäf­ten, Apo­the­ken und Kin­der­ta­ges­stät­ten geben. Der Arbeits­kreis hofft dabei auf eine brei­te Unter­stüt­zung. Auch in den Cobur­ger Bus­sen wird auf das The­ma auf­merk­sam gemacht werden.

In Coburg enga­gie­ren sich neben der Not­ruf­stel­le und dem Frau­en­haus auch der Arbeits­kreis „Kei­ne sexu­el­le Gewalt“ seit über 25 Jah­ren für das The­ma in unter­schied­lich­sten Arbeits­grup­pen und dem­entspre­chend ver­schie­de­nen Themenbereichen.

„Wir sind stolz, dass wir seit mehr als 18 Jah­ren das Prä­ven­ti­ons­thea­ter­stück „Kat­zen und Mrs. Murr“ jähr­lich an inter­es­sier­te Schu­len brin­gen“, so Mari­an­ne Mor­chel, eine der Mit­be­grün­de­rin­nen des Arbeits­krei­ses und immer noch in der Lei­tung des Arbeits­krei­ses enga­giert. Das selbst geschrie­be­ne und insze­nier­te Thea­ter­stück und die betreu­te Nach­be­rei­tung lei­sten einen wert­vol­len Bei­trag zum Kin­der- und Jugend­schutz und set­zen bereits in der Grund­schu­le prä­ven­tiv an. Lei­der wird für 2021 eine Auf­füh­rung des Thea­ter­stückes coro­na bedingt nicht mög­lich sein.

Dar­über hin­aus gibt es aber noch wei­te­re Bau­stei­ne, wie ein Run­der Tisch gegen häus­li­che Gewalt, der immer wie­der span­nen­de The­men auf­greift und der von inter­es­sier­ten Fach­leu­ten aus unter­schied­lich­sten Ein­rich­tun­gen und Insti­tu­tio­nen immer mit Inter­es­se besucht wird. Der näch­ste Run­de Tisch wird sich dem The­ma gewalt­freie Spra­che wid­men. Auch ent­steht neu eine Bro­schü­re „NEIN heißt NEIN“, die im Früh­jahr öffent­lich­keits­wirk­sam vor­ge­stellt wird.

Aus den Ver­an­stal­tun­gen des Run­den Tisches wur­den inzwi­schen vie­le Aktio­nen aus der Tau­fe geho­ben. So ent­stan­den Not­fall­kärt­chen mit Tele­fon­num­mern, gab es eine Bäcker­tü­ten­ak­ti­on mit dem Mot­to „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“, eine Kit­tel­ta­schen­kar­ten­ak­ti­on an Ärz­te gerich­tet, Info­stän­de in der Fuß­gän­ger­zo­ne und es ent­stand der Arbeits­kreis „Gewalt im Alter“. Mit der Infor­ma­ti­ons­schrift „Gewalt kommt uns nicht ins Haus“ und der bun­des­weit ein­ma­li­gen Cobur­ger Pfle­ge­char­ta ver­pflich­te­ten sich fast alle sta­tio­nä­ren und ambu­lan­ten Pfle­ge­ein­rich­tun­gen in Coburg Stadt und Land zu einer wert­schät­zen­den und gewalt­frei­en Pflege.

Ein Exper­ten­team aus Ver­tre­te­rin­nen des Arbeits­krei­ses steht bereit für Bera­tun­gen und unter­stützt bei Fra­gen und Pro­ble­men zur Betreu­ung in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen oder auch durch ambu­lan­te Pfle­ge­dien­ste. Ziel ist es, den Pfle­gen­den wie auch den Gepfleg­ten, einen Leit­fa­den an die Hand zu geben, der im Fal­le einer Eska­la­ti­on Hil­fe­stel­lun­gen für bei­de Sei­ten anbie­tet. Es sind dort direk­te Ansprechpartner/​innen genannt, die in den Fäl­len kon­kret wei­ter­hel­fen können.

Infor­ma­tio­nen über den Arbeits­kreis sind auf der Inter­net­sei­te www​.kei​ne​-sexu​el​le​-gewalt​.de zu finden.