Bro­se Bam­berg ist in Crails­heim gefordert

symbolbild basketball

Bro­se Bam­berg reist am 3. Spiel­tag der easy­Credit Bas­ket­ball Bun­des­li­ga zu den HAKRO Mer­lins Crails­heim. Spiel­be­ginn in der Are­na Hohen­lo­he ist am Sonn­tag um 20.30 Uhr. Magen­t­aS­port über­trägt die Par­tie live und exklu­siv auf allen Kanä­len. Kom­men­ta­tor ist Seba­sti­an Ulrich.

Vier Pflicht­spie­le haben die Crails­hei­mer in die­ser Sai­son bereits auf dem Kon­to. Die bei­den ersten im Magen­t­aS­port BBL Pokal haben sie ver­lo­ren, die letz­ten bei­de – ein­mal im Pokal, ein­mal in der Liga – gewon­nen. Dabei haben die Zau­be­rer gezeigt, dass sie aus Nie­der­la­gen ler­nen und die rich­ti­gen Schlüs­se zie­hen kön­nen. Die erste Par­tie näm­lich hat­ten die Man­nen von Coach Iisa­lo gegen den SYN­TAI­NICS MBC noch mit 94:99 ver­lo­ren. Letz­tes Wochen­en­de zum BBL-Auf­takt gab es dann einen deut­li­chen und nie gefähr­de­ten 84:66-Erfolg. Und die­ser war dem kom­plet­ten Team zuzu­schrei­ben. Vier Spie­ler punk­te­ten zwei­stel­lig, dazu hol­ten die Crails­hei­mer 46 Rebounds und ver­teil­ten 17 Assists. Bester Wer­fer war Neu­zu­gang Trae Bell-Hay­nes mit 23 Punk­ten, dicht gefolgt vom erst weni­ge Tage zuvor ver­pflich­te­ten Bog­dan Rado­savlje­vic mit 16 Zäh­lern. Bell-Hay­nes war es auch, der deut­lich mach­te, wes­halb die Mer­lins ihn als neu­en Kopf und Anfüh­rer geholt haben. Neben sei­nen 23 Punk­ten griff sich der Kana­di­er sechs Rebound und ver­gab neun Assists. Vor allem defen­siv haben sich die Crails­hei­mer von Spiel zu Spiel gestei­gert. Zuletzt gestat­te­ten sie dem MBC gera­de ein­mal sechs Assists, zwan­gen die Wei­ßen­fel­ser zudem zu 14 Ball­ver­lu­sten. Neben Bell-Hay­nes und Rado­savlje­vic kön­nen auch die wei­te­ren Neu­zu­gän­ge alle­samt scoren. Eli­as Lasi­si, der zuletzt kurz­zei­tig bei Bro­se Bam­berg als Trai­nings- und Spiel­gast zuge­gen war, kann das. Aber auch der aus der G‑League von den Dela­ware Blue Coats nach Crails­heim gewech­sel­te Hay­wood Highs­mith und der aus Gil­boa gekom­me­ne Tim Cole­man kön­nen hoch­pro­zen­tig tref­fen. Letz­te­rer hat sich zudem als Ball­dieb einen Ruf erar­bei­tet, kam bei sei­nem vor­he­ri­gen Arbeit­ge­ber auf knapp zwei Ste­als pro Spiel. Neben den Neu­zu­gän­gen ste­hen drei eta­blier­te BBL-Pro­fis wei­ter­hin im Crails­hei­mer Kader. Der Ex-Bam­ber­ger Mau­rice Stuckey, Fabi­an Bleck und Dejan Kova­ce­vic brin­gen ins­ge­samt die Erfah­rung von 573 BBL-Spie­len aufs Par­kett der Are­na Hohen­lo­he. Die ist beim ersten Heim­spiel der Crails­hei­mer seit März – wie alle ande­ren Hal­len aktu­ell auch – ver­waist, da nach wie vor coro­nabe­dingt kei­ne Fans zuge­las­sen sind.

Für das Team von Bro­se Bam­berg gilt es schnell zu rege­ne­rie­ren und das Spiel gegen Chem­nitz vom Don­ners­tag­abend aus den Kno­chen zu bekom­men. Und even­tu­ell auch aus dem Kopf, denn was die Man­nen von Johan Roi­jak­kers über wei­te Strecken gezeigt haben, war nicht die beste Lei­stung. Oder, wie es der Chef­trai­ner nach dem Spiel for­mu­lier­te: „Es war nicht die Lei­stung, die ich mir am Mor­gen nach dem Auf­wa­chen vor­ge­stellt habe.“ Zu weich gin­gen sei­ne Spie­ler gegen einen star­ken Auf­stei­ger oft­mals zu Wer­ke. Und zu über­ha­stet. So ver­spiel­ten die Bam­ber­ger einen Neun­punk­te­vor­sprung inner­halb von 20 Sekun­den durch ein­fa­che Ball­ver­lu­ste in der Vor­wärts­be­we­gung. Vor allem mit sei­nen Auf­bau­spie­lern war Roi­jak­kers nicht zufrie­den. Bei­de gemein­sam tra­fen nur einen Wurf bei elf Ver­su­chen und waren für acht Tur­no­ver zustän­dig. Und den­noch: was zählt ist der erste Sai­son­sieg, den es jetzt in Crails­heim zu bestä­ti­gen gilt. Viel Zeit, um sich auf den Geg­ner ein­zu­stel­len, bleibt nicht. Am Frei­tag­mit­tag gab es eine Rege­ne­ra­ti­ons­ein­heit, am Sams­tag steht dann das Abschluss­trai­ning auf dem Pro­gramm, ehe es am Sonn­tag nach Baden-Würt­tem­berg geht. Posi­tiv mit­neh­men kön­nen die Bam­ber­ger aber den­noch das Eine oder Ande­re aus dem Chem­nitz­spiel. Das Rebound­ver­hält­nis – in den letz­ten Wochen eine Schwach­stel­le im Bam­ber­ger Spiel – wur­de mit 40:25 gewon­nen. Bro­se ver­teil­te star­ke 25 Assists und hat­te in David Kra­vish einen Spie­ler, der nicht nur 13 sei­ner 16 Wür­fe traf, son­dern zudem auch noch zehn Rebounds ein­sam­mel­te und damit sein erstes Dou­ble-Dou­ble in der BBL erziel­te. Neben Kra­vish über­zeug­te auch erneut Bro­ses letz­ter Neu­zu­gang. Devon Hall zeig­te mit 14 Punk­ten, acht Rebounds und drei ver­teil­ten Assists wie­der eine star­ke Lei­stung – und über­nahm in wich­ti­gen Pha­sen Verantwortung.

Devon Hall: „Wir wis­sen, dass es gegen Chem­nitz kein wirk­lich gutes Spiel von uns war. In Crails­heim müs­sen wir anders auf­tre­ten, müs­sen eine Reak­ti­on zei­gen. Vor allem defen­siv müs­sen wir eine Schip­pe drauf packen. Im Ver­gleich zum Ham­burg­spiel haben wir gegen Chem­nitz bereits bes­ser gere­boun­det. Dar­an müs­sen wir anknüp­fen. Wich­tig ist, dass wir den Geg­ner nicht auf die leich­te Schul­ter neh­men. In der BBL gibt es kei­ne ein­fa­chen Spie­le. Das habe ich in mei­nen ersten Tagen hier schnell gelernt.“

Nach der Par­tie in Crails­heim steht das zehn­tä­gi­ge Natio­nal­mann­schafts­fen­ster an. Chri­sti­an Seng­fel­der, Ben­net Hundt, Domi­nic Lock­hart, Ken­neth Ogbe und Miche­le Vita­li rei­sen daher direkt im Anschluss wei­ter zu ihren jewei­li­gen Landesteams.