Stadt­wer­ke Bay­reuth infor­mie­ren: “Bei Anruf Ärger” – Uner­laub­te Telefonwerbung

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Uner­laub­te Tele­fon­wer­bung kann mehr als nur ärger­lich sein. Wer bei so man­chem unse­riö­sen Ener­gie­an­bie­ter am Tele­fon nicht vor­sich­tig ist, hat schnell den Strom- oder Gas­an­bie­ter gewech­selt – häu­fig ohne es zu wol­len. Wie das funk­tio­niert und wie sich Ver­brau­cher davor schüt­zen kön­nen, erklärt Stadt­wer­ke-Mit­ar­bei­ter Tho­mas Klein.

Bay­reuth – Beson­ders gegen Jah­res­en­de meh­ren sich Beschwer­den über die schwar­zen Scha­fe des Ener­gie­mark­tes: Unter­neh­men, die unge­be­ten anru­fen und dafür sor­gen, dass die Ange­ru­fe­nen – oft­mals unge­wollt – den Strom- oder Gas­an­bie­ter wech­seln. Wie das geht? „Ein­fa­cher als vie­le den­ken“, erklärt Tho­mas Klein, der schon dut­zen­de die­ser Fäl­le beglei­tet hat. Für die Stadt­wer­ke Bay­reuth küm­mert er sich unter ande­rem um jene Kun­den, die bei der­ar­ti­gen Anru­fen miss­trau­isch wur­den. „Die­se unse­riö­sen Anbie­ter gehen meist ähn­lich vor: Sie ver­spre­chen, dass man viel Geld spa­ren wer­de und behaup­ten oft­mals sogar, sie sei­en Stadt­wer­ke-Mit­ar­bei­ter oder sie wür­den mit uns zusam­men­ar­bei­ten. Das stimmt mit Sicher­heit nicht, weil die Stadt­wer­ke Bay­reuth kei­ne Tele­fon­wer­bung betrei­ben. In jedem Fall ver­su­chen die­se Fir­men, an die Zäh­ler­num­mer der Ange­ru­fe­nen zu kom­men.“ Denn damit kann das unse­riö­se Unter­neh­men einen Anbie­ter­wech­sel ansto­ßen. Kur­ze Zeit spä­ter ist der neue Ener­gie­lie­fer­ver­trag im Brief­ka­sten. Wider­spricht der Ver­brau­cher nicht bin­nen von 14 Tagen, wird der Ver­trag wirk­sam. „Die­se Ver­triebs­fir­men nut­zen den an sich sehr ver­brau­cher­freund­li­chen Pro­zess beim Anbie­ter­wech­sel, ohne mit der Wim­per zu zucken, aus und miss­brau­chen das Ver­trau­en der arg­lo­sen Kun­den“, pran­gert Klein an.

Die gute Nach­richt: Es gibt Wege, sich zu schüt­zen. „Zuerst soll­ten Sie skep­tisch sein, wenn Ihnen am Tele­fon ein neu­er Strom- oder Gas­lie­fer­ver­trag ange­bo­ten wird. Denn es ist klipp und klar ver­bo­ten, Sie ohne Ihr vor­he­ri­ges Ein­ver­ständ­nis tele­fo­nisch zu kon­tak­tie­ren“, erklärt Tho­mas Klein. Gleich­lau­tend mit der Ver­brau­cher­zen­tra­le rät er den Betrof­fe­nen, uner­laub­te Anru­fe der Bun­des­netz­agen­tur zu mel­den. „Nur ärgern und dann auf­le­gen, bringt nichts. Am besten Sie notie­ren sich Datum, Uhr­zeit und den vol­len Namen des Anru­fers sowie den Namen der Fir­ma, in deren Auf­trag er anruft. Zudem kann es hel­fen, wenn Sie sich die Tele­fon­num­mer auf­schrei­ben. Die­se Daten kön­nen Sie an die Bun­des­netz­agen­tur wei­ter­ge­ben, die hohe Stra­fen aus­spre­chen kann“, sagt Klein. „Es ist noch kei­ne drei Jah­re her, da hat die Bun­des­netz­agen­tur ein Buß­geld in Höhe von 300.000 Euro für der­ar­ti­ge Prak­ti­ken gegen einen Ener­gie­an­bie­ter ver­hängt.“ Auf kei­nen Fall soll­te man am Tele­fon sei­ne Zäh­ler­num­mer oder ande­re Infor­ma­tio­nen aus der Strom- oder Gas­rech­nung preis­ge­ben. Gera­de die Zäh­ler­num­mer sei wich­tig, um einen Ver­sor­ger­wech­sel durch­zu­füh­ren. „Dar­auf haben es sol­che Unter­neh­men abge­se­hen“, betont Klein.

Wer aber in der Hoff­nung auf ein gün­sti­ges Ange­bot sei­ne Zäh­ler­num­mer genannt hat, kann sich gegen den Anbie­ter­wech­sel weh­ren. Immer­hin haben Ver­brau­cher bei Abschluss eines Ver­tra­ges mit einem neu­en Ver­sor­ger per Gesetz ein Wider­rufs­recht mit einer Wider­rufs­frist von 14 Tagen. Die­se Frist beginnt nicht bereits am Tag des münd­li­chen Ver­trags­ab­schlus­ses am Tele­fon, son­dern erst dann, wenn der Ver­brau­cher vom neu­en Ver­sor­ger eine ord­nungs­ge­mä­ße Wider­rufs­be­leh­rung erhal­ten hat. In der Regel also erst mit dem Erhalt der Ver­trags­un­ter­la­gen per Post. „Selbst­ver­ständ­lich kön­nen sich Stadt­wer­ke-Kun­den auch direkt bei mir unter der Num­mer 0921 600–549 mel­den“, sagt Tho­mas Klein. „Ich unter­stüt­ze in die­sen Fäl­len und wenn wir beson­ders vie­le Infor­ma­tio­nen über das unse­riö­se Unter­neh­men bekom­men, zie­hen wir mit anwalt­li­cher Unter­stüt­zung vor Gericht. Das haben wir bereits mehr­fach erfolg­reich getan.“ Das Wich­tig­ste blei­be aber: „Vor­sicht ist bes­ser als Nach­sicht. Geben Sie bei der­ar­ti­gen Anru­fen nie­mals Daten her­aus – so sind Sie auf der siche­ren Seite.“

Tipps der Stadt­wer­ke Bayreuth

  • Wei­sen Sie den Anru­fer dar­auf hin, dass Sie nicht ange­ru­fen wer­den dür­fen, ohne dass Sie sich vor­her dazu bereit­erklärt haben (Kalt­ak­qui­se).
  • Geben Sie auf kei­nen Fall Ihre Kun­den­da­ten her­aus und been­den Sie das Gespräch.
  • Notie­ren Sie sich den Namen des Anru­fers, des­sen Tele­fon­num­mer und den Firmennamen.
  • Kon­tak­tie­ren Sie die Stadt­wer­ke Bay­reuth, denn Ihre Hin­wei­se sind sehr wert­voll. Im Ide­al­fall hel­fen Sie den Stadt­wer­ken Bay­reuth, gegen die unse­riö­sen Unter­neh­men vor Gericht zie­hen zu können.
  • Für den Fall, dass Sie bereits eine Auf­trags­be­stä­ti­gung erhal­ten haben: Jetzt müs­sen Sie schnell sein, denn Sie haben nur eine zwei­wö­chi­ge Wider­rufs­frist. Wider­spre­chen Sie dem Ver­trag umge­hend in schrift­li­cher Form und schicken Sie Ihren Wider­spruch per Ein­schrei­ben und Rück­schein an das Unternehmen.
  • Mel­den Sie uner­laub­te Tele­fon­wer­bung der Bun­des­netz­agen­tur, denn die tele­fo­ni­sche Kalt­ak­qui­se ist verboten.

Über die Stadt­wer­ke Bayreuth

Die Stadt­wer­ke Bay­reuth lie­fern 100 Pro­zent Öko­strom und Öko­gas – auto­ma­tisch, ohne Auf­preis und TÜV-zer­ti­fi­ziert. Dar­über hin­aus bie­ten die Stadt­wer­ke Fern­wär­me und Ener­gie-Con­trac­ting an. Außer­dem belie­fern die Stadt­wer­ke ihre Kun­den in und um Bay­reuth jedes Jahr mit rund fünf Mil­li­ar­den Litern Trink­was­ser und beför­dern all­jähr­lich etwa sechs Mil­lio­nen Fahr­gä­ste durch den Bus­ver­kehr im Stadt­ge­biet. Zudem betreibt das Unter­neh­men meh­re­re Park­ein­rich­tun­gen in Bay­reuth. Die Lohen­grin Ther­me, das Stadt­bad, das Kreuz­stein­bad und das Frei­luft­bad Bür­ger­reuth gehö­ren eben­falls zum Port­fo­lio. Die Stadt­wer­ke Bay­reuth beschäf­ti­gen rund 400 Mit­ar­bei­ter und erwirt­schaf­te­ten im Jahr 2019 einen Umsatz in Höhe von 137 Mil­lio­nen Euro. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter stadt​wer​ke​-bay​reuth​.de.