Tipps & Tricks: No.1 der Kam­pa­gne zur kri­ti­schen Mediennutzung

Symbol-Bild Tipps & Tricks

Digi­ta­le Medi­en nut­zen wir in jedem Alter, in der Pan­de­mie sogar mehr als zuvor. Nach der Online­kon­fe­renz für Eltern und Fach­leu­te mit dem Titel “Kind­heit & Jugend im digi­ta­len Zeit­al­ter – Chan­cen und Risi­ken” star­tet die Pro­jekt­grup­pe „Digi­ta­le Sucht“ der Gesund­heits­re­gi­onplus im Land­kreis Forch­heim nun die Kam­pa­gne zum kri­ti­schen Medi­en­kon­sum. Es ist unser Anlie­gen, Tipps für Eltern, Groß­el­tern und Jugend­li­che zu geben und zum Nach­den­ken anzuregen.

Begin­nen möch­ten wir gleich mit einem heik­len The­ma: Kön­nen auf Whats­App gestell­te Tex­te, Bil­der oder Vide­os straf­bar sein?

Die kla­re Ant­wort ist: ja bei bestimm­ten Inhal­ten sehr wohl.

Whats­App und Face­book – die Gren­ze zu straf­ba­ren Hand­lun­gen liegt näher als man denkt

Genau wie in der ana­lo­gen Welt kön­nen in Chat-Apps, Foren und Social-Media-Platt­for­men Straf­tat­be­stän­de ver­wirk­licht wer­den. Nicht nur Cybermob­bing, bei­spiels­wei­se durch das Ver­brei­ten von Gerüch­ten, Beschimp­fun­gen und Bedro­hun­gen, nimmt zu. Auch kom­men kin­der­por­no­gra­fi­sche Straf­ta­ten, unbe­fug­te Bild- oder Ton­band­auf­nah­men, Gewalt­dar­stel­lun­gen und Volks­ver­het­zung zuneh­mend in den sozia­len Medi­en und Mes­sen­ger-Dien­sten vor.

Vie­len Schü­le­rin­nen und Schü­lern ist nicht bewusst, dass sie sich mit einem Post auf Face­book oder Whats­App straf­bar machen. Bes­ser als Auf­klä­rung und Sen­si­bi­li­sie­rung ist aber natür­lich, sol­che Taten von vorn­her­ein zu ver­hin­dern. Daher ist es umso wich­ti­ger, den Kin­dern und Jugend­li­chen einen sou­ve­rä­nen Umgang mit digi­ta­len Medi­en bei­zu­brin­gen. Dazu gehört auch, ihnen Wer­te und Wis­sen zu ver­mit­teln, damit sie sich reflek­tiert in sozia­len Netz­wer­ken bewe­gen und die recht­li­chen Gren­zen kennen.

Bei­spiels­wei­se ist es strafbar,

  • kin­der- oder jugend­por­no­gra­fi­sche Bil­der über Chat­grup­pen zu versenden.
  • kin­der- oder jugend­por­no­gra­fi­sche Bil­der zu besit­zen. Daher kön­nen sich auch Nut­zer straf­bar machen, wenn sie kin­der­por­no­gra­fi­sche Bil­der unauf­ge­for­dert über Chat­grup­pen zuge­sandt bekom­men und die­se nicht sofort löschen oder den zustän­di­gen Stel­len melden.
  • frei­wil­lig her­ge­stell­te Nackt­fo­tos der Freun­din bzw. des Freun­des ohne deren bzw. des­sen Ein­wil­li­gung über Social-Media-Platt­for­men der Schul­klas­se zugäng­lich zu machen.
  • belei­di­gen­de Äuße­run­gen auf Face­book zu posten.

Nach­dem es im Früh­jahr 2020 ver­mehrt Fäl­le an Schu­len gab, in denen kin­der­por­no­gra­fi­sche Auf­nah­men, Gewalt­vi­de­os oder ande­re straf­ba­re Inhal­te wie zum Bei­spiel Zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen über sozia­le Netz­wer­ke und Chats ver­brei­tet wur­den, haben Bay­erns Justiz­mi­ni­ster Georg Eisen­reich und Kul­tus­mi­ni­ster Prof. Dr. Micha­el Pia­zo­lo gemein­sam mit baye­ri­schen Leh­rer­ver­bän­den eine Arbeits­grup­pe ein­ge­setzt, um die Prä­ven­ti­on durch Auf­klä­rung und Sen­si­bi­li­sie­rung zu verbessern.

Autorin: Dr. Julia Schil­ling, Bil­dungs­re­gi­on Land­kreis Forchheim

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung Nr. 020 des Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­ums für Unter­richt und Kul­tus vom 3.2.2020 https://www.km.bayern.de/pressemitteilung/11760/nr-020-vom-03–02-2020.html

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