Bam­ber­ger Grü­ne bekun­den Soli­da­ri­tät mit Huber­tus Schal­ler und enga­gier­ten Demokrat*innen und Antifaschist*innen

Pres­se­mit­tei­lung der Frak­ti­ons­ge­mein­schaft im Bam­ber­ger Stadt­rat GRÜ­NES BAM­BERG / ÖDP / VOLT:

Grü­ne befürch­ten Gefähr­dung durch Namens­nen­nung bei “Coro­na-Demos”

Coro­na ver­un­si­chert uns alle. Auch als Politiker*innen stellt uns die Pan­de­mie vor Her­aus­for­de­run­gen, auf die wir so nicht vor­be­rei­tet waren, und ver­ur­sacht eine Kri­se, die beson­ders die­je­ni­gen trifft, die in unse­rer Gesell­schaft sowie­so schon die vul­nera­bel­sten sind. Immer wie­der müs­sen auch ver­schie­de­ne Grund­rech­te abge­wo­gen wer­den, in letz­ter Zeit vor allem zu Gun­sten des auch exi­stie­ren­den Rech­tes auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit. Die­ses Abwä­gen kann und muss kri­tisch beglei­tet wer­den, aller­dings auf dif­fe­ren­zier­te Art und Wei­se. Lei­der kam es auf Demon­stra­tio­nen gegen die Coro­na-Maß­nah­men, auch bei #Sta­yA­wa­ke in Bam­berg, immer wie­der zu höchst pro­ble­ma­ti­schen Vor­fäl­len. Neben der Tole­ranz der Anwe­sen­heit von Men­schen, die der anti­de­mo­kra­ti­schen Reichs­bür­ger­sze­ne zuge­ord­net wer­den konn­ten, wur­den bei­spiels­wei­se anti­se­mi­ti­sche Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen geäußert.

Seit Mona­ten enga­gie­ren sich sowohl aus dem lin­ken als auch aus dem bür­ger­li­chen Spek­trum Demokrat*innen und Antifaschist*innen, um die­se Äuße­run­gen nicht unwi­der­spro­chen ste­hen zu las­sen. Einer von ihnen ist Huber­tus Schal­ler, der Spre­cher des „Bam­ber­ger Bünd­nis gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus“ (Bam­berg bleibt bunt). Auf einer Kund­ge­bung gegen die Coro­na-Maß­nah­men wur­de Ende Okto­ber Herr Schal­ler nament­lich genannt und im Rede­bei­trag Stim­mung gegen ihn gemacht. Durch die bewuss­te Nen­nung sei­nes Namens ging der Red­ner das Risi­ko ein, Herrn Schal­ler in eine Situa­ti­on zu brin­gen, in der die­ser berech­tig­ter­wei­se um sei­ne Sicher­heit fürchtet.

„Dass gera­de Huber­tus Schal­ler, der immer bemüht ist, sich mög­lichst dif­fe­ren­ziert aus­zu­drücken, die Äuße­rung und nicht den Men­schen als Gan­zes zu ver­ur­tei­len, nun einem sol­chen Angriff aus­ge­setzt ist, bestürzt uns sehr“, erklärt Tama­ra Pruch­now, Spre­che­rin für Anti­fa­schis­mus der Frak­ti­ons­ge­mein­schaft Grü­nes Bamberg/​ÖDP/​Volt. „Wir schät­zen Herrn Schal­ler von gan­zem Her­zen für sein Enga­ge­ment und möch­ten ihm hier­mit unse­re Soli­da­ri­tät aus­drücken. Sowie aus­drück­lich auch allen offen Enga­gier­ten gegen Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gien, die gera­de im Kon­text sol­cher „Corona-Rebellen“-Demonstrationen immer wie­der per­sön­lich ange­grif­fen wer­den.“ Die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft Grü­nes Bamberg/​ÖDP/​Volt ist dank­bar, dass es auch in Bam­berg eine gro­ße Viel­falt an Demokrat*innen gibt, die sich enga­giert gegen ideo­lo­gi­sche Instru­men­ta­li­sie­rung die­ser rea­len Kri­se Coro­na einsetzen.