BN Forch­heim infor­miert: Brennes­sel und Schmetterlinge

Kleiner Fuchs. Foto: Pezibear/Pixabay
Kleiner Fuchs. Foto: Pezibear/Pixabay

Seit der Akti­on „Blüh­flecke“ des BN Forch­heim und dem Volksbegehren„Rettet die Bie­nen“ sind erfreu­li­cher­wei­se vie­le Blüh­flä­chen in Gär­ten und Flu­ren ange­legt wor­den. Die regio­na­len Zei­tun­gen berich­ten regel­mä­ßig dar­über und das Fern­se­hen wirbt in diver­sen Bei­trä­gen für natur­na­he Gär­ten. Beson­ders tref­fend ist der Zei­tungs­ar­ti­kel von Frau Kat­in­ka Uebel­über natur­na­he Gar­ten­ge­stal­tung vom Juni 2020. Andre­as Knau­er, Mit­glied des Bund Natur­schutz, Kreis­grup­pe Forch­heim, möch­te zu die­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen eini­ge Ergän­zun­gen anbrin­gen. Es geht dabei um die (un)geliebte Gro­ße Brennnes­sel (Urti­ca dioica).

Die Brennnes­sel hat als Fut­ter­pflan­ze für die Rau­pen von Tag­pfau­en­au­ge, Klei­ner Fuchs, Land­kärt­chen, Admi­ral, Distel­fal­ter und C‑Falter gro­ße Bedeu­tung für die Grup­pe der Tag­fal­ter. Und es gibt noch zwei Besonderheiten:

Meh­re­re die­ser Arten haben 2 Genera­tio­nen pro Jahr. Dadurch und durch wei­te­re Arten ist es mög­lich, dass sich vom Früh­jahr bis zum Spät­som­mer Rau­pen auf einem Brennnes­sel­stand­ort befin­den. Die­se soll­ten aus die­sem Grund­er­hal­ten und erst, wenn nötig, im Spät­herbst gemäht wer­den. Die schwar­zen Rau­pen des Tag­pfau­en­au­ges, die in gro­ßer Anzahl auf weni­gen Stän­geln der Brennnes­sel fres­sen, sind zuge­ge­be­ner Wei­se nicht schön anzu­schau­en, sind aber nicht „schäd­lich“, denn sie fres­sen nur an der Brennnes­sel. Des Wei­te­ren ist wich­tig zu wis­sen, dass alle Schmet­ter­lings­ar­ten nicht nur Blü­ten als Nah­rung für die „fer­ti­gen Fal­ter“ brau­chen, son­dern jede Schmet­ter­lings­art ihre bestimm­te Fut­ter­pflan­ze für ihre Rau­pe benö­tigt – und somit eine gro­ße Viel­falt an Pflan­zen, Grä­sern, Wild­kräu­tern, (dem soge­nann­ten Unkraut), Baum­ar­ten und Sträu­chern. Die Fut­ter­pflan­zen der Rau­pen soll­ten nicht zu weit ent­fernt sein von Blü­ten, d.h. der Nah­rung für den Schmet­ter­ling selbst (Bio­top­ver­net­zung). Gehölz­struk­tu­ren in der Land­schaft spie­len als Ver­pup­pungs­plät­ze von Schmet­ter­lin­gen eine wich­ti­ge Rolle.

Andre­as Knau­er ist schon lan­ge Zeit mit dem BN ver­bun­den. So erstell­te er 1994 einen super-8-Film über Natur­zer­stö­rung im Land­kreis Forch­heim. Des Wei­te­ren arbei­te­te er zeit­wei­se u.a. bei der Bio­toppfle­ge der BN Kreis­grup­pe Forch­heim mit. Ein Film über Schmet­ter­lin­ge und Rau­pen (1980–1986) mit vie­len Vor­füh­run­gen bei BN-Orts­grup­pen und Ein­rich­tun­gen der Erwach­se­nen­bil­dung der Land­krei­se Forch­heim, Bam­berg und Bay­reuth, war Höhe­punkt sei­ner fil­mi­schen Tätig­keit. Nun ist es ihm ein Anlie­gen, den Mit­men­schen Kennt­nis­se über die Zusam­men­hän­ge von Insek­ten­ar­ten und ihren ver­schie­de­nen Lebens­vor­aus­set­zun­gen zu ver­mit­teln, um mehr Inter­es­se, Ver­ständ­nis und ent­spre­chen­des Han­deln für Natur- bzw. Arten­schutz zu errei­chen. Vor allem in Bezug zur neue­sten „Gar­ten­un­kul­tur“ und den ste­ri­len und auf­ge­räum­ten Gär­ten könn­te man schon über den Tel­ler­rand, hier bes­ser gesagt über den „Gar­ten­zaun“, hin­aus­schau­en und wenig­stens teil­wei­se ein Stück „natür­li­che Natur“ gedei­hen las­sen. Zumin­dest ein Blüh­fleck (Blu­men­wie­se) oder Gar­ten­blu­men mit viel Pol­len und Nek­tar in den Blü­ten, die auch für Insek­ten zugäng­lich sind, wäre angebracht.

Andre­as Knau­er, Forchheim