Bam­berg: Neu­ord­nung ERTL-Zen­trum – Stadt Bam­berg in allen Instan­zen erfolgreich 

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tigt die Rechts­auf­fasung der Stadt. Der OB lädt zum Dia­log zur wei­te­ren Vor­ge­hens­wei­se ein.

Das durch die Stadt Bam­berg im Jahr 2017 ein­ge­lei­te­te Ver­fah­ren zur Über­prü­fung des Hall­städ­ter Bebau­ungs­plans „Neu­ord­nung ERTL-Zen­trum“ hat nun­mehr sei­nen rechts­kräf­ti­gen Abschluss gefun­den. Ergeb­nis: Der ange­grif­fe­ne Bebau­ungs­plan der Stadt Hall­stadt ist unwirk­sam. Die Auf­fas­sung der Stadt Bam­berg, dass der Hall­städ­ter Plan berück­sich­ti­gungs­wür­di­ge Inter­es­sen der Nach­bar­kom­mu­ne im Hin­blick auf die Bam­ber­ger Ein­zel­händ­ler nicht ord­nungs­ge­mäß abbil­det, wur­de damit sowohl auf Lan­des- wie auch auf Bun­des­ebe­ne in vol­lem Umfang bestä­tigt. Trotz des juri­sti­schen Erfolgs setzt die Stadt Bam­berg auch in Zukunft „auf gut nach­bar­schaft­li­che Bezie­hun­gen zu Hall­stadt und bie­tet den Dia­log aus­drück­lich an“, so Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Starke.

Bereits im Novem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof (BayVGH) als höch­stes Ver­wal­tungs­ge­richt im Frei­staat mit sei­nem Urteil fest­ge­stellt, dass der bean­stan­de­te Hall­stadter Bebau­ungs­plan zum ERTL-Zen­trum nicht mit den Zie­len der Lan­des­pla­nung ver­ein­bar ist. Ins­be­son­de­re sei­en Kauf­kraft­ab­flüs­se für den Bam­ber­ger Han­del nicht ord­nungs­ge­mäß durch die Stadt Hall­stadt ermit­telt und in die Pla­nungs­er­wä­gun­gen ein­ge­bracht wor­den. Die Stadt Bam­berg hat­te hier­zu im Ver­fah­ren ein unab­hän­gi­ges und umfang­rei­ches Gut­ach­ten vor­ge­legt, um die eige­ne Rechts­auf­fas­sung zu unter­mau­ern. An der Rich­tig­keit sei­nes Inhalts konn­te der BayVGH kei­ne Zwei­fel erken­nen und leg­te es fol­ge­rich­tig sei­ner Ent­schei­dung zugrun­de. Wei­ter­hin stützt das Urteil die Auf­fas­sung der Stadt Bam­berg, dass sich die Stadt Hall­stadt bei der nun anste­hen­den neu­en Bepla­nung des betref­fen­den Gebiets im Laub­an­ger mit der „Beson­de­ren Arbeits­ge­mein­schaft Bam­berg – Bisch­berg – Hall­stadt – Hirschaid“ – ins Beneh­men set­zen muss. Anson­sten droht eine Ver­let­zung des inter­kom­mun­lan Abstim­mungs­ge­bots und damit ein erneut feh­ler­haf­ter Bebau­ungs­plan. OB Andre­as Star­ke: „Wir sind gesprächs­be­reit. Wir wol­len eine Kon­flikt­lö­sung und kei­ne Konfrontation.“

Den Ein­schät­zun­gen der Stadt Bam­berg und des BayVGH schloss sich nun noch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt an und wies die Beschwer­de der Stadt Hall­stadt „klipp und klar“ zurück. Die Stadt Hall­stadt habe es ver­säumt, sich mit dem Gut­ach­ten der Stadt Bam­berg bereits im Ver­fah­ren vor dem BayVGH inten­siv aus­ein­an­der­zu­set­zen. Auf­grund der höchst­rich­ter­li­chen Ent­schei­dung fehlt dem neu­ge­ord­ne­ten ERTL-Zen­trum das Planungsrecht.

Dies gilt auch für ver­schie­de­ne Bau­ge­neh­mi­gun­gen: Die Stadt Bam­berg hat­te Kla­ge gegen geneh­mig­te Nut­zungs­än­de­run­gen im dor­ti­gen Fach­markt­zen­trum erho­ben. Ange­sichts der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts kön­nen die­se Bau­ge­neh­mi­gun­gen kei­nen Bestand haben, so die Erklä­rung der Stadt Bam­berg. Wie OB Andre­as Star­ke mit­teilt, will die Stadt Bam­berg nun im Rah­men der Arbeits­ge­mein­schaft Bam­berg – Bisch­berg – Hall­stadt – Hirschaid über die wei­te­re Vor­ge­hens­weis bera­ten. Juri­sti­sche Klar­heit sei nun geschaf­fen wor­den und es gel­te wei­ter­hin, die Innen­städ­te zu schüt­zen und „den Dia­log inner­halb der kom­mu­na­len Fami­lie zu ver­bes­sern“, so der Bam­ber­ger Oberbürgermeister.

610_​Beschl_​BVerwG v_​15_10_20 iS Bam­berg gg_​Hall­stadt