Online­kon­fe­renz im Forch­hei­mer Land­rats­amt “Kind­heit & Jugend im digi­ta­len Zeit­al­ter – Chan­cen und Risi­ken” erfolg­reich durchgeführt

Symbolbild Beratung

Das Land­rats­amt Forch­heim führ­te am Sams­tag, 24. Okto­ber 2020, erst­ma­lig eine Kon­fe­renz voll­stän­dig online durch, mit posi­ti­ver Reso­nanz der Teilnehmer.

Nach dem Fach­vor­trag von Frau Pro­fes­sor Dr. Nico­le Strü­ber zum Schwer­punkt war­um Klein­kin­der die „ech­te“ Welt zum Ler­nen und Ver­ste­hen brau­chen und nicht die digi­ta­le, ging es in 12 ver­schie­de­nen Work­shops dar­um, wie wich­tig das Ver­trau­ens­ver­hält­nis der Eltern zu ihren Kin­dern ist. Im Inter­net kann Kin­dern schnell etwas pas­sie­ren, was sie nicht über­blicken oder wovor sie sich äng­sti­gen. Des­halb sind der güti­ge, jedoch kri­ti­sche Blick der Eltern und das offe­ne Gespräch unersetzbar.

In dem Work­shop „Tablet und Ted­dy­bär“ mode­riert von Annet­te Kraut­heim-Schnei­der und Tan­ja Kip­ka von der Erzie­hungs­be­ra­tungs­stel­le der Cari­tas in Forch­heim. konn­ten die Teil­neh­mer über ihr eige­nes Medi­en­ver­hal­ten und die Aus­wir­kun­gen auf das Zusam­men­le­ben mit ihren Kin­dern reflek­tie­ren. Anschau­lich wur­de gezeigt, wie irri­tiert Kin­der reagie­ren, wenn ihre Eltern durch das Han­dy abge­lenkt sind und dadurch die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ihren Kin­dern gestört wird. Tipps zu Medi­en­re­geln mit Klein­kin­dern in der Fami­lie und wie ich zu viel Medi­en­kon­sum erken­nen kann, run­de­ten den Work­shop ab.

Dani­el Schil­ler von der Aka­de­mie für Phi­lo­so­phi­sche Bil­dung und Wer­te­Dia­log der gfi konn­te in einem inten­si­ven Aus­tausch über die digi­ta­le Welt ver­mit­teln, das Phi­lo­so­phie­ren nütz­lich sein kann, uns wie­der mit der rea­len Welt zu verbinden.

Im Work­shop von Ste­fan Kraus, Bera­tungs­rek­tor digi­ta­le Bil­dung und Exper­te im Refe­ren­ten­netz­werk der Stif­tung Medi­en­päd­ago­gik Bay­ern, zu den Kin­der­gar­ten-Kin­dern inter­es­sier­te eine Fra­ge­stel­lung nahe­zu alle Eltern: Wie viel Bild­schirm­zeit ist für Kin­der in Ord­nung? Die Quint­essenz war, dass „Bild­schirm­zeit“ nicht gleich „Bild­schirm­zeit“ ist. Es gibt zum einen das eher pas­si­ve Kon­su­mie­ren von Medi­en­in­hal­ten (manch­mal auch von frag­wür­di­ger Qua­li­tät) und auf der ande­ren Sei­te die Mög­lich­keit, aktiv und krea­tiv mit Medi­en umzu­ge­hen: Medi­en als Werk­zeug eige­ne Medi­en­pro­duk­te zu schaf­fen. Wäh­rend im ersten Fall eine eher enge zeit­li­che Begren­zung noch sinn­voll erscheint, grei­fen rigi­de zeit­li­che Limits bei krea­ti­vem Medi­en­um­gang schnell zu kurz.

Auch bei den Jugend­li­chen gilt, egal ob digi­ta­le Spie­le oder sozia­le Medi­en – die Dosis macht’s! Daher emp­fah­len Hen­drik Oden­dahl von digi­tal­trai­ning und Veit Schott, Bera­tungs­rek­tor und Exper­te im Refe­ren­ten­netz­werk der Stif­tung Medi­en­päd­ago­gik Bay­ern, kla­re Regeln für Eltern und Kin­der wie einen „Medi­en­nut­zungs­ver­trag“ – Vor­la­gen unter www​.medi​en​nut​zungs​ver​trag​.de. Auch der Aus­tausch mit den Eltern der Freun­de der Kin­der ist hilf­reich, um sich über alter­na­ti­ve Mes­sen­ger­dien­ste zu What’sApp zu entscheiden.

Ver­ro­hung der Spra­che, Hass und die Ver­brei­tung heim­lich auf­ge­nom­me­ner Fotos muss nie­mand ein­fach hin­neh­men, son­dern jede und jeder kann sich weh­ren: sei es mit Unter­stüt­zung der Poli­zei und dem Rechts­weg oder auch durch „Run­de Tische“ an den Schu­len. RA Stef­fen Bat­schei­der, Ines Hensch von LOVE-Storm und Hen­drik Oden­dahl von digi­tal­trai­ning erklär­ten in ihren Work­shops anhand von rea­len Bei­spie­len wie wir gemein­sam mit Zivil­cou­ra­ge und recht­li­chen Grund­la­gen eine Basis für ein kol­le­gia­les Mit­ein­an­der schaf­fen können.

„Wenn etwas bei What‘s App ein­ge­stellt ist, gehört es nicht mehr mir“ erläu­ter­te Mat­thi­as Dos­sen­bach, Fach­be­ra­ter Infor­ma­tik für Ober­fran­ken, die Frei­gie­big­keit mit der wir heut­zu­ta­ge in den Sozia­len Medi­en vie­les von uns preis­ge­ben, was uns mög­li­cher­wei­se zu einem spä­te­ren Zeit­punkt Pro­ble­me berei­ten kann. Nie­mand käme auf die Idee, dass ein Vor­trag aus der Schul­zeit noch Jahr­zehn­te spä­ter die Ein­rei­se in ein Urlaubs­land erschwe­ren könn­te. Dass die sozia­len Mei­den vie­les sind, aber sicher­lich nicht sozi­al, zu die­ser Erkennt­nis kamen auch die Teil­neh­mer des Workshops.

Zu den essen­ti­ell für das „Home­schoo­ling“ benö­tig­ten Video­kon­fe­renz­tools, vor­ge­stellt von Ste­fan Kraus, Bera­tungs­rek­tor und infor­ma­ti­ons­tech­ni­scher Bera­ter digi­ta­le Bil­dung für Grund- und Mit­tel­schu­len, und Chri­sto­pher Schön, Lei­ter des Medi­en­zen­trums Forch­heim, waren die Teil­neh­mer sehr inter­es­siert dar­an, wel­che Tools und Pro­gram­me mit gutem Gewis­sen daten­schutz­recht­lich ein­ge­setzt wer­den können.

In die­sem Bereich ist der Land­kreis Forch­heim seit die­ser Woche sehr gut auf­ge­stellt: Der Land­kreis finan­ziert im Schul­amts­be­zirk Forch­heim die Bereit­stel­lung eines eige­nen Video­kon­fe­renz­ser­vers, der unter Ein­hal­tung der daten­schutz­recht­li­chen Vor­ga­ben (DSGVO) exklu­siv für die Schu­len betrie­ben wird. Die Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen für Lehr­kräf­te fin­den dazu in den Herbst­fe­ri­en statt, natür­lich online.

Zum kri­ti­schen Medi­en­kon­sum star­tet im Novem­ber die Kam­pa­gne mit dem Tipp des Monats für Eltern: „Posts auf Face­book oder Whats­App strafbar?!“