Hap­py Bir­th­day Mari­en­berg: Schön­statt-Zen­trum fei­ert 20jähriges Jubiläum

20 Jah­re Ver­bun­den­heit – 20 Jah­re alter­na­ti­ve Kraftquelle

Happy birthday RS

Hap­py bir­th­day RS

Am Sonn­tag wur­de auf dem Mari­en­berg Geburts­tag gefei­ert. Los ging es am Vor­mit­tag im klei­ne­ren Schön­statt­fa­mi­li­en­kreis. Im Rei­nisch­haus hiel­ten Ann-Kath­rin und Sophia gekonnt, sou­ve­rän und sehr leben­dig Rück­blicke über 20 Jah­re Hei­lig­tum der Ver­bun­den­heit. Sie waren damals am 22.10.2000 gera­de erst 10 Jah­re bzw. 4 Wochen alt.

Fest­got­tes­dienst: „Ver­bun­den im Hei­lig­tum und untereinander“

Zum Jubi­lä­ums­got­tes­dienst selbst waren alle Mari­en­berg­freun­de ein­ge­la­den. Diö­ze­san­prä­ses Mar­tin Emge begrüß­te voll Freu­de die Got­tes­dienst­ge­mein­schaft. Er frag­te: Erin­nern Sie sich noch an das Jahr 2000? Für eini­ge herrsch­te Welt­un­ter­gangs­stim­mung und für uns Chri­sten eine rich­ti­ge Auf­bruchs­stim­mung ins neue Jahr­tau­send. Und tat­säch­lich: auf dem Mari­en­berg ging es jetzt erst rich­tig los. Ergeb­nis: H.H. Karl Braun, der dama­li­ge Erz­bi­schof, weih­te das Hei­lig­tum mit den Wor­ten ein: „Heu­te geht ein neu­es Kraft­werk ans Netz!“

In sei­ner Fest­pre­digt hielt Diö­ze­san­prä­ses Mar­tin Emge einen span­nen­den Rückblick:

Wich­ti­ge Daten:

1996 – bei der Suche nach einem Schön­statt­zen­trum alles auf eine Kar­te gesetzt.
Zunächst schien der Hall­stadter Kreuz­berg als siche­rer Ort für die Schön­statt­be­we­gung, sich dort nie­der­zu­las­sen. Denn es gab dort ein altes MTA-Bild im Wald und am Fuß des Kreuz­bergs einen Mari­en­ge­denk­stein, an dem bereits ver­schie­de­ne Fei­ern statt­ge­fun­den hatten.

1996 – Über­nah­me des Marienbergs

Aber schließ­lich öff­ne­te Gott eine Tür zum Mari­en­berg. Als uns die­ses Are­al ange­bo­ten wur­de, schli­chen wir zunächst um das Gelän­de her­um und dach­ten uns: „O Gott!“. So ein rie­si­ges Are­al mit meter­ho­hem Gras, die her­un­ter gekom­me­nen Gebäu­den mit ver­git­ter­ten und ein­ge­schla­ge­nen Fen­stern. Wie sol­len wir das als klei­ne Schön­statt­fa­mi­lie alles stem­men? Die Fra­ge wur­de hef­tig dis­ku­tiert: Über­neh­men wir uns nicht? Eine zusätz­li­che Erschwer­nis war die Nicht­an­bin­dung an öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel. Hier oben hält kein Bus! Alles wur­de lan­ge hin und her über­legt, denn ein Diö­ze­san­hei­lig­tum wird schließ­lich nur ein­mal gebaut.
Doch im Juli 1996 signa­li­sier­te die Schön­statt­fa­mi­lie an das Erz­bis­tum Bam­berg eine Über­nah­me, ein deut­li­ches Ja. Am 16.10.96 fand die fei­er­li­che Ver­trags­un­ter­zeich­nung statt.

Hei­lig­tum ja oder nein?

1999 Grund­stein­le­gung und Weih­nach­ten im Rohbau

Es gab noch kein Hei­lig­tum, nur die Haus­ka­pel­le. Es stell­te sich die Fra­ge: Soll­te der gro­ße Sprung gewagt wer­den, ein Hei­lig­tum zu bau­en, wie es für alle Schön­statt­zen­tren wich­tig ist?

Die jun­ge Genera­ti­on ent­brann­te damals für die­sen Gedan­ken. Ihrem Schwung und der Gna­de des Hei­li­gen Jah­res 2000 ver­dan­ken wir, dass am 26.09.99 der Spa­ten­stich erfol­gen und am 8.10.99 der Grund­stein gelegt wer­den konn­te. Ich erin­ne­re sich noch sehr gut an das ergrei­fen­de Weih­nachts­fest, das im Roh­bau gefei­ert wurde.

Bei der Rück­schau über die ver­gan­ge­nen 20 Jah­re kam der Pre­di­ger aus dem Stau­nen nicht her­aus. Ganz viel Segen, noch mehr Gna­de durf­ten wir erfah­ren. Unend­lich vie­le Bau­ein­sät­ze, damit das Zen­trum schö­ner wird. Aber erst, als die Kapel­le gebaut war, kamen die Men­schen in immer grö­ßer wer­den­den Scha­ren. Zunächst waren es Hun­der­te, dann wur­den es Tau­sen­de, inzwi­schen kom­men rund 25.000 Men­schen im Jahr auf den Mari­en­berg. Die­se Zah­len sind mehr als schwin­del­erre­gend, wenn man an die klei­nen Anfän­ge denkt. Sie zeu­gen von ganz viel Gna­de aus dem Kraft­werk der „alter­na­ti­ven Ener­gien“, einer wach­sen­den Wall­fahrts­be­we­gung und zahl­rei­chen Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen, die die Fro­he Bot­schaft wei­ter­ge­ben, den Glau­ben festi­gen und ver­tie­fen wollen.

Was könn­te die Mut­ter Got­tes alles erzäh­len – das Regie­buch des Him­mels: 25 Archiv­bo­xen voll von vie­len Unter­la­gen, wie z.B. Buch­hal­tungs­ma­te­ri­al, Erin­ne­rungs­stücken und den Für­bitt­bü­chern, die bereits nach 6 Mona­ten voll­ge­schrie­ben waren:

  • Ein Zeit­sol­dat erbit­tet sich Kraft, bevor er nach Afgha­ni­stan muss.
  • Ein Dro­gen­süch­ti­ger macht einen neu­en Anfang
  • Eine Fri­sör­mei­ste­rin bedankt sich für die bestan­de­ne Prüfung.
  • Ein Ehe­mann schüt­tet sein Herz aus, weil ihn sei­ne Frau sit­zen hat lassen.
  • Vie­le Ver­lieb­te kamen zu ihr, um sich ihrer Lie­be siche­rer zu werden.
  • Auch Kin­der haben flei­ßig an die Mut­ter Got­tes geschrie­ben, ein Bei­spiel: „Hal­lo Maria, wir alle Lie­ben dich, du basst auf uns auf, egal woh wir hin­ge­hen. Dan­ke. Amen.“

Hori­zont – Hauszeitung

Aus der Haus­zei­tung könn­ten inzwi­schen 5 Bän­de gebun­den wer­den. Eine Chro­nik, die eine ganz eige­ne Heils­ge­schich­te ver­rät. Vie­le Ereig­nis­se wur­den fest­ge­hal­ten. Die Ver­an­stal­tun­gen las­sen sich nicht vom Schreib­tisch aus pla­nen. Wir durf­ten sehr oft erle­ben, dass das Regie­buch vom Him­mel aus mit­ge­schrie­ben wur­de. Denn was all die vie­len Jah­re geschah, das ging weit über die Kräf­te der Schön­statt­fa­mi­lie hin­aus. Eine klei­ne Schar, arm wie die Kir­chen­mäu­se, aber flei­ßig wie die Bie­nen und opfer­freu­dig durch unzäh­li­ge Zeit‑, Arbeit- und Kuchen­spen­den. Hin­zu kommt die gro­ße Schar derer, die im Hin­ter­grund für alle Anlie­gen mit­ge­bet haben. All dies und die vie­len klei­nen und gro­ßen Spen­den, hal­fen mit, den Mari­en­berg als geist­li­ches Zen­trum aufzubauen.

20 Jah­re dan­ke sagen – was schen­ken wir?

Vaterauge rechts, Mitte Hände für die Muttergottes Martin Emge bedankt sich Foto Vroni Freitag

Vater­au­ge rechts, Mit­te Hän­de für die Mut­ter­got­tes Mar­tin Emge bedankt sich Foto Vro­ni Freitag

Etwas fehlt noch in der Kapel­le, die zur Grund­aus­stat­tung jeder Schön­statt­ka­pel­le gehört: das Vater­au­ge. Die Fran­ken ken­nen es bes­ser als das Got­tes­au­ge. Nach Ent­wür­fen von Pfar­rer Andre­as Hor­nung bekam der Schnit­zer Gott­fried Stark aus Dro­sen­dorf den Auf­trag, das Vater­au­ge zu schnitzen.

Bevor das Vater­au­ge am 1. Mai sei­nen Platz in der Spit­ze des Alta­res fin­det, geht es mit einem Begleit­buch auf Pil­ger­schaft. So kann ein ganz per­sön­li­cher Kon­takt mit dem himm­li­schen Vater auf­ge­nom­men wer­den. Koor­di­niert wird die­ser Pil­ger­weg über Schwe­ster Anne M. Rath.

Nove­ne

Diö­ze­san­prä­ses Mar­tin Emge schrieb ganz spe­zi­ell für die­ses Ereig­nis eine Nove­ne: „In Lie­be ruht dein Blick auf mir“, und gestal­te­te ein Gebets­bild dazu. Vor der Seg­nung des Vater­au­ges spre­chen bei­de Schön­statt­prie­ster, Andre­as Hor­nung und Mar­tin Emge ein Gebet daraus.

Gast­ge­schen­ke

Pfr. Emge hält Gastgeschenk von Schwester Monika Foto Vroni Freitag

Pfr. Emge hält Gast­ge­schenk von Schwe­ster Moni­ka Foto Vro­ni Freitag

Schwe­ster M. Moni­ka März brach­te als Geschenk einen gan­zen Kar­ton voll gebacke­ner, ganz ori­gi­nal­ge­treu­er „Vater­au­gen“, von der Lieb­frau­en­hö­he bei Stutt­gart mit.

Frau Han­ne W. schenk­te im Auf­trag der Frau­en und Müt­ter ein Hän­de­bild. Damit schen­ken die Frau­en und Müt­ter wei­ter­hin der Mut­ter Got­tes ihre Her­zen und ihre Hände.

Neue Genera­ti­on

Sei­ne Pre­digt schloss Diö­ze­san­prä­ses Mar­tin Emge: Wir set­zen auf die neue Genera­ti­on, die die­ses Hei­lig­tum mit neu­en Ideen in die Zukunft führt. Die Türen ste­hen dafür weit offen. Wenn wir mit­ein­an­der unse­ren Weg im Lie­bes­bünd­nis gehen, sind wir unschlag­bar stark! Schau­en wir mutig nach vorne.

Gro­ße Danksagung

Der Got­tes­dienst wur­de musi­ka­lisch beglei­tet von Lui­sa und Sophia. Mit­ge­stal­tet wur­de er von allen Gliederungen.
Der Diö­ze­san­prä­ses bedank­te sich bei vie­len, die seit 20 Jah­ren ihre Ver­bun­den­heit buch­stäb­lich leben und sich dafür ein­set­zen, dass das Kraft­werk „Hei­lig­tum der Ver­bun­den­heit“ wei­ter am Spru­deln ist.

Im Rollstuhl Urgestein R. L. Foto Vroni Freitag

Im Roll­stuhl Urge­stein R. L. Foto Vro­ni Freitag

Das Fest klang in fro­her Ver­bun­den­heit und vie­len leben­di­gen Erin­ne­run­gen bei Kaf­fee und Kuchen aus. Urge­stein Rena­te L., 98 Jah­re, die Bam­ber­ger Schön­stät­te­rin mit einem gro­ßen Herz für die Mut­ter Got­tes, kann sich noch sehr gut an vie­le Details erin­nern, wie „ihr“ Berg sich in all den Jah­ren wei­ter­ent­wickel­te. Immer wie­der wur­de sie gefragt: „Wie hat es die Schön­statt­fa­mi­lie geschafft, dass sich hier eine Glau­bens­oa­se ent­wickeln konn­te, in der sich Him­mel und Erde berüh­ren?“ Mit viel Geduld beant­wor­te­te sie alle Fra­gen. In ihr steckt immer noch das Feu­er der Begei­ste­rung für ihr Schön­stattide­al, die herz­li­che, offe­ne Ver­bun­den­heit mit Maria und untereinander.

Hin­ter­grund

Das seit 1996 bestehen­de Schön­statt-Zen­trum Mari­en­berg ist ein kirch­li­ches Bil­dungs- und Begeg­nungs­zen­trum mit viel­fäl­ti­gen kul­tu­rel­len und spi­ri­tu­el­len Ange­bo­ten. Die Kapel­le hat sich zu einem belieb­ten Mari­en­wall­fahrts­ort ent­wickelt. Mit sei­nem Pan­ora­ma­blick und der aus­ge­präg­ten Will­kom­mens­kul­tur ist die­ser Ort längst zum Geheim­tipp in unse­rer Regi­on geworden.

Erläu­te­rung: Das Sym­bol zeigt in der Mit­te einen kunst­voll geschlif­fe­nen Kri­stall, der die Pupil­le eines Auges andeu­ten soll. Dar­un­ter sind zwei gra­fi­sche Ele­men­te aus dem Logo der Bam­ber­ger Schön­statt­be­we­gung ein­ge­ar­bei­tet: ein grü­ner Bogen, der den Mari­en­berg sym­bo­li­siert und ein roter Koral­len­stein, der auf eine Rose hin­weist, die für Pater Franz Rei­nisch steht. Er ist ein beson­de­rer Patron unse­res Mari­en­ber­ges. Die Lini­en im Raum des Drei­ecks wei­sen auf unse­re Lebens­wel­ten hin: auf unse­re Fami­lie und unse­re Kir­che, auf unse­re Bil­dungs- und Arbeits­welt, sowie unse­re Gesell­schaft. Über all dem ruht Got­tes lie­ben­der Blick.