Amts­ge­richt Hof erlebt Amts­wech­sel in Zei­ten von Corona

Symbolbild Justiz

Besuch des Prä­si­den­ten des Ober­lan­des­ge­richts Lothar Schmitt am Amts­ge­richt Hof

Der Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ster der Justiz Georg Eisen­reich hat die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Land­ge­richt Hof Anke Schatt­ner bereits mit Wir­kung vom 01. Febru­ar 2020 zur Direk­to­rin des Amts­ge­richts Hof ernannt. Sie tritt damit die Nach­fol­ge von Rei­ner Chwoy­ka an, der mit Wir­kung vom 16. Novem­ber 2019 zum Vor­sit­zen­den Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg ernannt wurde.

In Zei­ten vor Coro­na hät­te zeit­nah mit dem Amts­wech­sel eine fei­er­li­che Amts­ein­füh­rung statt­ge­fun­den, bei der nicht nur die wich­ti­gen Per­sön­lich­kei­ten und Wür­den­trä­ger vor Ort, son­dern ins­be­son­de­re auch die Mit­ar­bei­ter der Behör­de ein­ge­la­den wor­den wären. Auf Grund der COVID-19-Pan­de­mie war dies bis­her nicht mög­lich. Das Ziel der ein­zel­nen Gerich­te, wie auch der Justiz im All­ge­mei­nen ist es, die rechts­su­chen­den Bür­ger und Bür­ge­rin­nen und die Mit­ar­bei­ter zu schüt­zen, sowie die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Justiz­we­sens auf­recht zu erhal­ten, wes­halb auch wei­ter­hin eine Fei­er­stun­de nicht zu ver­ant­wor­ten ist.

Um den Amts­wech­sel am Amts­ge­richt Hof trotz­dem gebüh­rend zu wür­di­gen, wähl­te man den Weg eines Antrittsbesuchs.

Lothar Schmitt, wel­cher das Amt des Prä­si­den­ten des Ober­lan­des­ge­richts seit 1. Febru­ar 2020 inne­hat, muss­te auf Grund der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie bis­her alle sonst übli­chen Antritts­be­su­che bei den Justiz­be­hör­den im Bezirk des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg zurück­stel­len. Die­se wer­den auch bis auf Wei­te­res grund­sätz­lich nicht statt­fin­den kön­nen. Als beson­de­re Aus­nah­me hier­von besuch­te Chef­prä­si­dent Schmitt das Amts­ge­richt Hof – unter Ein­hal­tung der Hygie­ne­vor­schrif­ten am 20. Okto­ber 2020 und beglück­wünsch­te hier­bei Frau Direk­to­rin Schatt­ner zu ihrem Amt.

Lothar Schmitt cha­rak­te­ri­siert die neue Direk­to­rin am Amts­ge­richt Hof als „eine über­aus flei­ßi­ge Kol­le­gin mit gro­ßem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein und hoher fach­li­cher Kom­pe­tenz. Sie sei auf­grund ihrer Natür­lich­keit und Team­ori­en­tiert­heit gepaart mit ihrer unkom­pli­zier­ten Art im Umgang mit Men­schen eine Ide­al­be­set­zung für das Amts­ge­richt Hof“.

„Für das Amts­ge­richt Hof ist es eine außer­or­dent­li­che Ehre, dass der Ober­lan­des­ge­richts­prä­si­dent für sei­nen ersten Antritts­be­such unser Gericht aus­ge­wählt hat.“, erklärt Anke Schatt­ner. „Ich bedan­ke mich für die wert­schät­zen­den Wor­te und den Ver­trau­ens­vor­schuss, der mir gewährt wur­de, indem die Geschicke des Amts­ge­richts in mei­ne Hän­de gelegt wur­den.“, erwi­dert die neue Amts­in­ha­be­rin auf die Begrü­ßungs­wor­te des Präsidenten.

Neben dem Gespräch mit der Behör­den­lei­tung und den Per­so­nal­ver­tre­tun­gen eröff­ne­te sich für Herrn Schmitt gleich­zei­tig die Mög­lich­keit, sich bei den Mit­ar­bei­tern vor Ort vor­zu­stel­len und sich mit ihnen über ihre Arbeit im All­ge­mei­nen und die Her­aus­for­de­run­gen in der der­zei­ti­gen Situa­ti­on auszutauschen.

Wei­ter fand ein berei­chern­des und gewinn­brin­gen­des Pres­se­ge­spräch in den Räu­men des Amts­ge­richts unter ande­rem zu den The­men „Auf­ga­ben des Amts­ge­richts Hof und des Zen­tra­len Voll­streckungs­ge­richts“, „Coro­na-Maß­nah­men der Justiz“, „Ein­rich­tung eines Bür­ger­ser­vices am Amts­ge­richt Hof“ und „Chan­cen und Risi­ken der Digi­ta­li­sie­rung des Justiz­we­sens“ statt. Hier­bei wur­den auch die neu­en Auf­ga­ben­ge­bie­te von Frau Schatt­ner als Behör­den­lei­tung und die damit ver­bun­de­ne Ver­ant­wor­tung für die Mit­ar­bei­ter thematisiert.

Anke Schatt­ner begann nach dem Jura­stu­di­um in Leip­zig und dem Refe­ren­da­ri­at in Nürn­berg im März 2000 ihre beruf­li­che Lauf­bahn in der Baye­ri­schen Justiz bei der Staats­an­walt­schaft Hof. Im Juli 2005 wur­de sie zur Rich­te­rin am Amts­ge­richt Hof ernannt. Die Ernen­nung zur Rich­te­rin am Land­ge­richt Hof erfolg­te im Sep­tem­ber 2014. Dort war sie zunächst Bei­sit­ze­rin einer all­ge­mei­nen Straf­kam­mer, ab Mai 2015 gleich­zei­tig einer Schwur­ge­richts­kam­mer und dar­auf­fol­gend einer Wirt­schafts­straf­kam­mer zuge­wie­sen. Mit Wir­kung ab März 2017 wur­de Anke Schatt­ner zur Vor­sit­zen­den Rich­te­rin am Land­ge­richt Hof ernannt, wo sie seit­dem den Vor­sitz der klei­nen Straf­kam­mer führ­te, bis sie nun zur Direk­to­rin des Amts­ge­richts Hof ernannt wurde.

Rei­ner Chwoy­ka stu­dier­te Rechts­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Würz­burg und begann sei­ne beruf­li­che Lauf­bahn im Okto­ber 1989 als Rich­ter auf Pro­be am Land­ge­richt Hof. Nach Sta­tio­nen bei der Staats­an­walt­schaft Hof und dem Land­ge­richt Hof, wur­de Herr Chwoy­ka mit Wir­kung vom 01. Mai 2003 zum Staats­an­walt als Grup­pen­lei­ter ernannt. Sein weiterer
beruf­li­cher Weg führ­te ihn am 01. Janu­ar 2008 nach Wun­sie­del, wo er als Direk­tor des Amts­ge­richts erste Erfah­run­gen mit der Füh­rung eines Gerichts sam­mel­te. Ab 16. Sep­tem­ber 2010 stand er dem Amts­ge­richt Hof als Direk­tor vor. Mit Wir­kung vom 16. Novem­ber 2019 über­nahm er zunächst den Vor­sitz des 8. Zivil­se­nats des Ober­lan­des­ge­richts Bamberg.