Bernd Regenau­er in Weingarts

Landfrühstück mit Bernd Regenauer im Weingartser "Geistreich"
Landfrühstück mit Bernd Regenauer im Weingartser "Geistreich"

In der aktu­el­len Zeit, wo tra­di­tio­nel­le Ver­an­stal­tun­gen dem Covid-Virus zum Opfer fal­len und somit Kunst und Kul­tur und ins­be­son­de­re Gast­wir­te und Künst­ler der­zeit sehr mage­re Zei­ten durch­le­ben, muss man sich schon eini­ges ein­fal­len las­sen, um sei­nen Kun­den und Gästen doch ein spe­zi­el­les Erleb­nis zu besche­ren. So hat dies in die­sem beson­de­ren Jahr auch Michae­la Engel­hardt, Inha­be­rin der Bren­ne­rei Geist­reich in Wein­garts gemacht, um den heu­er lei­der abge­sag­ten „Tag der Bren­ne­rei­en“, zumin­dest in klei­nem Rah­men zu kompensieren.

Zusam­men mit dem Ver­ein „Gscheit­gut“, einem Netz­werk von Erzeu­gern und Gast­wir­ten, die regio­na­le Pro­duk­te ver­mark­ten und somit für den nach­hal­ti­gen Umgang mit der frän­ki­schen Kul­tur­land­schaft ein­tre­ten, hat die enga­gier­te Direkt­ver­mark­te­rin am ver­gan­ge­nen Sonn­tag zu einem Land­früh­stück der beson­de­ren Art ein­ge­la­den. Vor aus­ge­wähl­ten Gästen konn­te sie den bekann­ten Nürn­ber­ger Kaba­ret­ti­sten und Künst­ler Bernd Regenau­er im extra auf­ge­bau­ten Zelt im Hof ihres Anwe­sens bei Kaf­fee, selbst­ge­mach­ten Brot­auf­stri­chen und Säf­ten begrüßen.

Der über die Gren­zen Fran­kens bekann­te Mund­art­au­tor („Metz­ge­rei Bogg­ns­agg“), war nach eige­nem Bekun­den zum ersten Mal in Wein­garts und unter­hielt das Publi­kum, trotz nur fünf Grad Außen­tem­pe­ra­tur, in gewohnt bis­sig-humo­ri­sti­scher Manier. Mit sei­nem spe­zi­el­len Wort­witz gab Regenau­er dabei einen süf­fi­san­ten Ein­blick in die frän­ki­sche Regi­on und deren Eigen­ar­ten sowie in das Wesen und die Abgrün­de sei­ner Bewoh­ner. Auf hin­ter­grün­di­ge, manch­mal leicht skur­ri­le Art und Wei­se, brach­te er dabei sowohl Zeit­kri­ti­sches und Zeit­lo­ses, als auch Nach­denk­li­ches und Besinn­li­ches zum Besten und begei­ster­te die ca. 30 Anwe­sen­den mit sei­nem frän­ki­schen Dia­lekt. Nach einer knap­pen Stun­de wur­de der arg durch­ge­fro­re­ne Kaba­ret­tist von der Gast­ge­be­rin mit selbst­ge­brann­ten Spi­ri­tuo­sen ver­ab­schie­det und durf­te sich im Wohn­zim­mer vor dem Kamin­feu­er bei einem Glas hei­mi­schen Apfel­sekt wie­der aufwärmen.

Edwin Rank