Hub­buch-Aus­stel­lung im Kunst­mu­se­um Bay­reuth

„Ein nicht zu über­hö­ren­des Werk!“ – Eine Aus­stel­lung zum 100. Geburts­tag von Con­stan­ze Mey­er

Karl Hubbuch, drei Frauen, um 1930, Farbstiftzeichnung, 15 x 10,4 cm, Dr. Helmut und Constanze MEyer Kunststiftung

Karl Hub­buch, drei Frau­en, um 1930, Farb­stift­zeich­nung, 15 x 10,4 cm, Dr. Hel­mut und Con­stan­ze MEy­er Kunst­stif­tung

Das Kunst­mu­se­um Bay­reuth zeigt zum 100. Geburts­tag der Stif­te­rin Con­stan­ze Mey­er vom 25.10.2020 – 21.2.2021 eine Aus­stel­lung mit Wer­ken von Karl Hub­buch und ver­schie­de­nen ande­ren Künst­lern.

Das Pro­fil des Muse­ums ist bestimmt durch die Dr. Hel­mut und Con­stan­ze Mey­er Kunst­stif­tung, die hier bewahrt wird. In die­ser Samm­lung sind auch 90 Zeich­nun­gen und Gra­fi­ken Karl Hub­buchs zu fin­den, die alle sei­ne Schaf­fens­pha­sen abdecken.

Der Titel die­ser Aus­stel­lung geht auf ein Zitat von Richard Hie­pe zurück. Hub­buchs Werk hat stets pola­ri­siert. In den zwan­zi­ger Jah­ren zähl­te er zu den füh­ren­den Ver­tre­tern der Neu­en Sach­lich­keit. Ihn zeich­ne­te ein gro­ßes Inter­es­se an den Gesich­tern von Men­schen und am zwi­schen­mensch­li­chen Mit­ein­an­der aus, das er oft in inter­kon­tex­tu­el­len Kom­po­si­ti­ons­for­men erfass­te. Sei­ne sur­rea­le Fül­le von Men­schen­lei­bern und Archi­tek­tur­ele­men­ten erin­nert oft an Wer­ke aus dem Umfeld von Dada.

Ken­nen­ge­lernt haben sich Hel­mut und Con­stan­ze Mey­er in der Münch­ner Gale­riesze­ne, wo Con­stan­ze Mey­er in der Gale­rie von Wolf­gang Gur­litt und sei­nem Assi­sten­ten Richard Hie­pe wirk­te, um spä­ter, als Hie­pe sich selbst­stän­dig mach­te, zu ihm in die „Neue Münch­ner Gale­rie“ zu wech­seln. Hie­pe ver­trat neben den Grö­ßen die­ser Zeit – Picas­so, Chagall, Moo­re oder Pan­kok – auch Schad und Birk­le oder die deut­schen Expres­sio­ni­sten. In sei­ner Gale­rie leg­te er beson­de­ren Wert auf die Ver­mitt­lung sozi­al­kri­ti­scher Kunst. So zeig­te er zum Bei­spiel Arbei­ten von Rena­to Guttuso, Julo Levin oder Clé­ment Moreau, des­sen Brie­fe an das Ehe­paar Mey­er im Kunst­mu­se­um Bay­reuth erhal­ten sind, von Alfred Hrdlicka – und von Karl Hub­buch.

Alle die­se Künst­ler sind auch in der Dr. Hel­mut und Con­stan­ze Mey­er Kunst­stif­tung ver­tre­ten.

1991 grün­de­te das Ehe­paar Mey­er in enger Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Bay­reuth hier ihre Kunst­stif­tung, der 1999 die Eröff­nung des städ­ti­schen Kunst­mu­se­ums folg­te. Die Zeich­nun­gen und Gra­fi­ken Karl Hub­buchs bil­den einen im Muse­um beson­de­ren Schwer­punkt. Sie waren sicher­lich vor allem im Umfeld der Gale­rien von Wolf­gang Gur­litt und Richard Hie­pe erwor­ben wor­den. Es erscheint mehr als wahr­schein­lich, dass Con­stan­ze Mey­ers freund­schaft­li­cher Kon­takt zu Hub­buch hier­an nicht unschul­dig gewe­sen ist.

Neben Wer­ken aus der Dr. Hel­mut und Con­stan­ze Mey­er Kunst­stif­tung sind in der Aus­stel­lung Leih­ga­ben aus zahl­rei­chen deut­schen Muse­en und Pri­vat­samm­lun­gen zu sehen.

Eine reich bebil­der­te wis­sen­schaft­li­che Publi­ka­ti­on mit Tex­ten von Syl­via Bie­ber, Dirk und Doris Blübaum beglei­tet die Aus­stel­lung. Das Kunst­mu­se­um Bay­reuth bie­tet ein umfang­rei­ches muse­ums­päd­ago­gi­sches Ver­mitt­lungs­pro­gramm im Rah­men der jeweils aktu­el­len Coro­na-Hygie­ne­vor­schrif­ten an.