Forch­heim: Vor­stel­lung des Pro­jek­tes Berufs­vor­be­rei­tungs­jahr

Symbolbild Bildung

Zu einem Infor­ma­ti­ons­ge­spräch zu Beginn des neu­en Schul- und Aus­bil­dungs­jah­res hat der Land­rat des Land­krei­ses Forch­heim, Dr. Her­mann Ulm, in das Staat­li­che Beruf­li­che Schul­zen­trum ein­ge­la­den.

Zu Beginn stell­te Frau Armer, Team­lei­te­rin Berufs­be­ra­tung, von der Agen­tur für Arbeit die Situa­ti­on am Aus­bil­dungs­markt im Agen­tur­be­zirk Forch­heim vor: „Den 49 Bewer­bern, die der­zeit noch auf der Suche nach einer Lehr­stel­le sind, ste­hen aktu­ell 186 freie Aus­bil­dungs­plät­ze gegen­über. Das bedeu­tet, dass auf einen Jugend­li­chen momen­tan rein rech­ne­risch vier freie Aus­bil­dungs­stel­len kom­men”, so Eve­li­ne Armer. Ein Ein­stieg in eine dua­le Aus­bil­dung ist mit Blick auf die Unter­richts- und Prü­fungs­in­hal­te der Berufs­schu­le und der Kam­mern gut bis 01.12.20 mög­lich. Bei dem Gespräch wur­de auch das neue Pro­jekt „Berufs­vor­be­rei­tungs­jahr-koope­ra­tiv (BVJ‑k)” vor­ge­stellt, das an der Schu­le für Jugend­li­che ohne unmit­tel­ba­ren Aus­bil­dungs­an­schluss nach Ver­las­sen der Schu­le als Voll­zeit­an­ge­bot ein­ge­rich­tet wur­de.

Das Modell löst das bis­he­ri­ge System der Beschu­lung in sog. „Jun­g­arbei­ter­klas­sen” ab, die bis­her die 120-tägi­ge Berufs­schul­pflicht mit einem Unter­richts­tag pro Woche über drei Jah­re ver­teilt oder in Block­mo­del­len abge­lei­stet haben.

In enger Zusam­men­ar­beit zwi­schen Schu­le, dem Jugend­hil­fe­trä­ger iSo e.V (Inno­va­ti­ve Sozi­al­ar­beit) und den wei­te­ren Part­nern wie Bil­dungs­bü­ro, Wirt­schafts­för­de­rung und Staat­li­chem Schul­amt soll ein pass­ge­nau­es Ange­bot mit schu­li­schen und sozi­al­päd­ago­gi­schen Hil­fen geschaf­fen wer­den. „Mit der För­de­rung des Frei­staa­tes Bay­ern und einer loka­len und koope­ra­ti­ven Steue­rung des Pro­jek­tes kön­nen wir einen wei­te­ren wich­ti­gen Bau­stein in unse­rer Bil­dungs­re­gi­on set­zen” stellt Mar­tin Haendl vom Bil­dungs­bü­ro des Land­krei­ses fest.

Dr. Cor­du­la Hader­lein, die fach­li­che Lei­te­rin des Staat­li­chen Schul­am­tes, hält es für wich­tig, „dass wir mit die­sem Ange­bot eine ech­te und trag­fä­hi­ge Anschluss­per­spek­ti­ve schaf­fen”. Mat­thi­as Gens­ner, Geschäfts­füh­rer von iSo, ergänz­te Cor­du­la Hader­leins Aus­sa­ge, in dem er dar­auf hin­wies, dass päd­ago­gisch gut geschul­te Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ein­ge­setzt wer­den müs­sen. Inhalt­lich mach­te er auf einen wei­te­ren essen­zi­el­len Aspekt auf­merk­sam: „Die von der Schü­ler­zahl klei­nen Klas­sen sind für das Vor­ha­ben von gro­ßem Vor­teil, da dadurch auf indi­vi­du­el­le Bedürf­nis­se bes­ser ein­ge­gan­gen wer­den kann.”

Auch Eli­sa­beth Bräu­nig, die Lei­te­rin des Berufs­schul­zen­trums, hält die „Struk­tu­rie­rung des Tages, das plan­vol­le Arbei­ten und auch das prak­ti­sche Tun in den Werk­stät­ten der Schu­le und die Anbin­dung in Betrie­ben durch Prak­ti­ka” für wesent­lich. Schließ­lich soll nach einem Voll­zeit­schul­jahr auch die Ent­wick­lung der wei­te­ren beruf­li­chen Per­spek­ti­ve idea­ler­wei­se im Über­gang zu einer beruf­li­chen Aus­bil­dung im Hand­werk oder Indu­strie oder zu einer schu­li­schen Aus­bil­dung geklärt und beglei­tet sein.
Land­rat Dr. Ulm bedankt sich bei den Betei­lig­ten für die Ent­wick­lung des Pro­jek­tes. Der Ver­lauf des Pro­jek­tes soll gleich­zei­tig – so wört­lich -„durch die Ent­wick­lung geeig­ne­ter Indi­ka­to­ren beglei­tet und eva­lu­iert wer­den”.

Forch­heim, 24.09.2020
Pres­se­stel­le LRA Forch­heim