DGB Mit­tel­fran­ken appel­liert an Arbeit­ge­ber im Öffent­li­chen Dienst zu fai­rer Kon­fliktau­sein­an­der­set­zung

“Soli­da­ri­tät ist mehr als nur Applaus!”

Die Tarif­aus­ein­an­der­set­zung im Öffent­li­chen Dienst spitzt sich zu. Ver­ant­wort­lich hier­für ist die Hart­lei­big­keit der Arbeit­ge­ber­sei­te, so der DGB Mit­tel­fran­ken in einer Pres­se­mit­tei­lung vor den anste­hen­den Warn­streiks am mor­gi­gen Don­ners­tag. „Die Arbeit­ge­ber haben auch in der zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de noch kein Ange­bot vor­ge­legt. Und das ist ein Skan­dal“, sagt DGB-Regi­ons­ge­schäfts­füh­rer Ste­phan Doll.

„Man kann nicht ernst­haft ver­lan­gen, dass die Beschäf­tig­ten die Füße still­hal­ten und sich aufs Bet­teln zurück­zie­hen“, sagt Mit­tel­fran­kens DGB-Chef Ste­phan Doll. „Streiks ver­ur­sa­chen die, die kei­ne höhe­ren Löh­ne zah­len wol­len und nicht die, die für höhe­re Löh­ne kämp­fen“, stellt Doll klar.

„Noch vor weni­gen Wochen wur­de Beschäf­tig­ten in Kran­ken­häu­sern, Kin­der­ta­ges­stät­ten, der Stadt­rei­ni­gung, der Müll­ab­fuhr, bei Bau­hö­fen, beim Nah­ver­kehr oder bei der Bun­des­agen­tur für Arbeit für die rasche Abwick­lung von Kurz­ar­beits­an­trä­ge noch das Prä­di­kat „system­re­le­vant“ ver­lie­hen. Bei der Durch­set­zung der Tarif­for­de­rung nach drin­gend not­wen­dig höhe­ren Löh­nen wird es jedoch plötz­lich still bei den Arbeit­ge­bern und der Poli­tik“, so Doll.

Am 1. Mai die­sen Jah­res hat der DGB Mit­tel­fran­ken von allen Sei­ten viel Zustim­mung dafür erhal­ten, dass Applaus nicht aus­rei­chen wird, erin­nert Ste­phan Doll. „Jetzt gilt es Far­be und Soli­da­ri­tät zu beken­nen“, for­dert er.

Aus Sicht des DGB haben die Beschäf­tig­ten einen ande­ren Umgang ver­dient. In den letz­ten Tagen mehr­fach geäu­ßer­te öffent­li­che Mei­nun­gen aus der Nürn­ber­ger Stadt­spit­ze und Pres­se­be­rich­te tra­gen nicht zu einem soli­da­ri­schen Kli­ma in der Be-völ­ke­rung bei.

Der DGB Mit­tel­fran­ken ist über­zeugt, dass die Bevöl­ke­rung eine gerech­te­re Ent­loh­nung für system­re­le­van­te Beru­fe befür­wor­tet.

Eine Unter­tei­lung in Hel­den und Nicht­hel­din­nen hält Doll nicht für ange­bracht. „Alle Beschäf­tig­ten­grup­pen der öffent­li­chen Daseins­vor­sor­ge tra­gen dazu bei, dass das öffent­li­che Leben funk­tio­niert. Aber das hat sei­nen Preis“, sagt Gewerk­schaf­ter Doll.

Für ihn wer­den durch die­se Aus­ein­an­der­set­zung auch der gesell­schaft­li­che Wert von Tarif­ver­trä­gen und die Ver­tei­lungs­fra­ge noch ein­mal beson­ders deut­lich, was auch Signal­wir­kung für ande­re Berei­che habe.

Abschlie­ßend stellt Ste­phan Doll fest, der DGB und sei­ne Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten kämp­fen dafür, dass die Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie nicht auf dem Rücken der Beschäf­tig­ten aus­ge­tra­gen wer­den.