Pilot­pro­jekt in Bay­reuth: Erst­mals in Bay­ern – Tria­les Stu­di­um im Handwerk

Neu­er Kar­rie­re­weg für Abitu­ri­en­ten im Hand­werk: Aus­bil­dung, Mei­ster­ti­tel und Bache­lor-Stu­di­um Hand­werks­ma­nage­ment in 5 Jahren

Bam­berg. Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, die Fach­hoch­schu­le des Mit­tel­stands (FHM) und die IFGO GmbH – Insti­tut für Gewer­be­för­de­rung bie­ten erst­mals in Bay­ern einen Tria­len Bache­lor-Stu­di­en­gang Hand­werks­ma­nage­ment (B.A.) an. Der dazu­ge­hö­ri­ge Koope­ra­ti­ons­ver­trag zwi­schen den Bil­dungs­part­nern wur­de am Diens­tag, 29. Sep­tem­ber, am Stand­ort der Fach­hoch­schu­le des Mit­tel­stands in Bam­berg unter­schrie­ben. Der Stu­di­en­gang ver­eint die beruf­lich-prak­ti­sche mit der aka­de­mi­schen Aus­bil­dung und berei­tet poten­zi­el­le Nachwuchsunternehmer*innen und Füh­rungs­kräf­te in kom­pak­ter und abge­stimm­ter Form auf ihre Lei­tungs­auf­ga­ben im Hand­werk vor. Nach­wuchs­ge­win­nung bleibt in den näch­sten Jah­ren die zen­tra­le Her­aus­for­de­rung des Hand­werks, beton­te Hand­werks­kam­mer-Vize­prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann beim Pres­se­ge­spräch in Bam­berg. „Nach­wuchs­ge­win­nung bedeu­tet für uns zwei­er­lei: einer­seits die Gewin­nung von Fach­kräf­ten, aber zum ande­ren – und das ist genau so wich­tig – die Gewin­nung von Füh­rungs­kräf­ten. Denn in den näch­sten zehn Jah­ren steht allei­ne in Ober­fran­ken bei ca. 4.000 Hand­werks­be­trie­ben die Betriebs­über­ga­be an.“ Außer­dem bräuch­ten immer mehr Handwerksunternehmer*innen Füh­rungs­kräf­te, die ihnen Manage­ment­auf­ga­ben im Betrieb abneh­men. Des­we­gen ist das Hand­werk immer wie­der auf der Suche nach neu­en, guten Ange­bo­ten, die lei­stungs­star­ke Jugend­li­che für eine Kar­rie­re im Hand­werk begei­stern kön­nen. Als vor gut einem Jahr die Anfra­ge der Fach­hoch­schu­le des Mit­tel­stands ein­ge­gan­gen ist, ob eine Koope­ra­ti­on vor­stell­bar wäre, habe die Hand­werks­kam­mer daher sofort ihre Bereit­schaft signa­li­siert, das Pro­jekt Tria­les Stu­di­um gemein­sam zu entwickeln.

Mat­thi­as Graß­mann: „Mit dem Ergeb­nis sind wir sehr zufrie­den. Der Stu­di­en­gang ist exakt auf das Hand­werk zuge­schnit­ten. Die Lehr­in­hal­te ent­spre­chen zum einen den Bedürf­nis­sen von moder­nen Hand­werks­un­ter­neh­men. Und den jun­gen Men­schen bleibt dabei genug Zeit, die Qua­li­fi­zie­rungs­bau­stei­ne zu durch­lau­fen und dabei aber auch genü­gend Pra­xis in den Betrie­ben zu bekom­men.“ Die Kon­takt­auf­nah­me mit der Hand­werks­kam­mer kommt nicht von unge­fähr. „Die Fach­hoch­schu­le des Mit­tel­stands ist seit ihrer Grün­dung im Jah­re 2000 stark mit dem Hand­werk ver­bun­den. „Dar­aus haben wir ein ‚Tria­les Stu­di­um‘ ent­wickelt, das in ein­zig­ar­ti­ger Wei­se die Berufs­aus­bil­dung mit der Mei­ster­qua­li­fi­ka­ti­on und einem wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­um ver­bin­det“, so Pro­fes­sor Dr. Patrick Lentz, Mit­glied der Hoch­schul­lei­tung der Fach­hoch­schu­le des Mit­tel­stands aus Bie­le­feld. „Wir freu­en uns ganz beson­ders, dass wir in der Koope­ra­ti­on mit der Hand­werks­kam­mer das Tria­le Stu­di­um Hand­werks­ma­nage­ment nun auch in Ober­fran­ken anbie­ten kön­nen.“ Ambi­tio­nier­te Abiturienten*innen, die im Jahr 2021 eine Aus­bil­dung im Hand­werk begin­nen, kön­nen in die­sem Stu­di­en­pro­gramm par­al­lel und ver­zahnt mit der Mei­ster­aus­bil­dung ein Bache­lor-Stu­di­um absol­vie­ren. In rund fünf Jah­ren erlan­gen sie mit die­sem Tria­len Stu­di­en­gang drei Abschlüs­se: Geselle*in und Meister*in im Hand­werk sowie den Bache­lor of Arts (B.A.) in Hand­werks­ma­nage­ment inklu­si­ve der Qua­li­fi­ka­ti­on zum „Geprüf­ten Betriebs­wirt (HwO)“. Der abge­stimm­te Lehr­plan garan­tiert eine opti­ma­le Ver­knüp­fung von theo­re­ti­scher und prak­ti­scher Qua­li­fi­zie­rung auf gewer­ke­spe­zi­fi­scher und betriebs­wirt­schaft­li­cher Ebe­ne. Die Lern­or­te – der Cam­pus der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, die IFGO GmbH und die Fach­hoch­schu­le des Mit­tel­stands (FHM) – lie­gen mit Bay­reuth, Kulm­bach und Bam­berg nahe beieinander.

Dort absol­vie­ren die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer in der Zeit bis zur Gesel­len­prü­fung par­al­lel zur Aus­bil­dung am Frei­tag­nach­mit­tag und am Sams­tag ver­schie­de­ne Modu­le des Stu­di­ums Hand­werks­ma­nage­ment. Dazu gehö­ren unter ande­rem Theo­rien und Tech­ni­ken der Unter­neh­mens­füh­rung, das Manage­ment von Hand­werks­be­trie­ben sowie natür­lich Grund­la­gen der Betriebswirtschaft.Nach der Gesel­len­prü­fung sind die Wei­ter­bil­dung AdA (Aus­bil­dung der Aus­bil­der) und die Fort­füh­rung des Stu­di­ums in Teil­zeit vor­ge­se­hen. Es wer­den all­ge­mei­ne und stra­te­gi­sche Wirt­schafts­kom­pe­ten­zen ver­mit­telt und mit der beruf­li­chen Pra­xis ver­knüpft. Das Stu­di­um schließt mit der Bache­lor­ar­beit ab. Prof. Dr. Kon­stan­ti­nos Kara­nikas, Wis­sen­schaft­li­cher Lei­ter der Fach­hoch­schu­le des Mit­tel­stands am Stand­ort Bam­berg, Lara Kör­ber, Lei­te­rin des Refe­ra­tes Mei­ster­schu­len, Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Frank Grö­kel, Lei­ter des Teams Nach­wuchs­wer­bung / Aus­bil­dungs­be­ra­tung , Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken und Ralf Neu­ber, Lei­ter der IFGO GmbH Insti­tut für Gewer­be­for­de­rung der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Kulm­bach stell­ten anschlie­ßend die Bau­stei­ne des Tria­len Stu­di­ums vor.

Das Gesamt­pro­gramm des Tria­len Stu­di­ums ist so kon­zi­piert, dass die Teilnehmer*innen am Tria­len Stu­di­um die För­der­mög­lich­kei­ten voll aus­schöp­fen kön­nen. Die Teil­nah­me an den Mei­ster­vor­be­rei­tungs­lehr­gän­gen kann so bis zu 90 % geför­dert wer­den, der Lehr­gang Betriebs­wirt im Hand­werk sogar zu fast 100 %.

Info­abend am 27. Okto­ber ab 18 Uhr in Bamberg

Eine erster Info­abend, bei dem das Kon­zept des Tria­len Stu­di­ums aus­führ­lich vor­ge­stellt wird, fin­det am Diens­tag, 27. Okto­ber, von 18.00 – 20.00 Uhr, bei der FHM in Bam­berg statt (Pesta­loz­zi­stra­ße 10). Bit­te mel­den Sie sich dazu wegen der Coro­na-Hygie­ne­vor­schrif­ten auf jeden Fall an bei sabine.​wittenbeck@​hwk-​oberfranken.​de