HWK für Ober­fran­ken: Vor­stand nimmt Stel­lung zum Rück­tritt des Prä­si­den­ten

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„Hand­werks­kam­mer zurück in ruhi­ges Fahr­was­ser füh­ren!“

Stel­lung­nah­me des Vor­stands der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken zu per­so­nel­len Ver­än­de­run­gen in der HWK– Schrit­te unab­wend­bar

„Unser gemein­sa­mes Ziel und Anlie­gen ist es jetzt, die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken zurück ihn ruhi­ges Fahr­was­ser zu füh­ren und die Stim­mung im ober­frän­ki­schen Hand­werk zu sta­bi­li­sie­ren und mit­tel­fri­stig zu beru­hi­gen.“ Der Vor­stand der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken hat nach der Tren­nung von Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Kol­ler Anfang Sep­tem­ber und dem jetzt erfolg­ten Rück­tritt von HWK-Prä­si­dent Tho­mas Zim­mer eine Stel­lung­nah­me zu den Vor­gän­gen inner­halb der Hand­werks­kam­mer gege­ben und den Blick in die Zukunft gerich­tet.

„Wir sind uns bewusst, dass die Schrit­te der ver­gan­ge­nen Wochen und Mona­te gro­ßes öffent­li­ches Auf­se­hen erregt haben. Doch sind wir jetzt mit gro­ßer Mehr­heit zu der Auf­fas­sung gelangt, dass ein Neu­an­fang unter den gege­be­nen Vor­zei­chen nicht mög­lich gewe­sen wäre und der Image­scha­den für die Hand­werks­kam­mer und das ober­frän­ki­sche Hand­werk immer wei­ter ange­wach­sen wäre.“ Die Unru­he und Auf­ruhr im ober­frän­ki­schen Hand­werk sei zu groß und nicht zu befrie­den gewe­sen, daher sei­en die Tren­nung vom bis­he­ri­gen Haupt­ge­schäfts­füh­rer und auch der Rück­tritt des Prä­si­den­ten ohne Alter­na­ti­ve gewe­sen.“

Wich­tig ist dem Vor­stand der Hand­werks­kam­mer, der bis zur Wahl eines neu­es Prä­si­den­ten Vize­prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann als Ver­tre­ter bestimmt hat, dass das Aus­schei­den bei­der Per­so­nen kei­ner­lei Rück­schlüs­se auf mög­li­ches, juri­stisch schuld­haf­tes Han­deln zulas­se. „Die juri­sti­sche Bewer­tung, ob und in wel­chem Umfang Tho­mas Kol­ler und Tho­mas Zim­mer ihre Auf­sichts­pflicht ver­nach­läs­sigt bzw. falsch gehan­delt haben, steht uns nicht zu und zudem wei­ter aus.“ Wich­tig sei dem Vor­stand auch, dass kei­nem von Bei­den direk­te Ver­un­treu­ung oder per­sön­li­che Berei­che­rung vor­ge­wor­fen wird.

Pro­ble­ma­tisch sei aber den­noch, dass man­gels sorg­fäl­ti­ger Prü­fung bis ins Jahr 2014 Zah­lun­gen und Kre­di­te sei­tens der HWK an die GTO gewährt wor­den sind, die sich zwi­schen­zeit­lich als wider­recht­lich her­aus­ge­stellt haben. Vor­stand und Voll­ver­samm­lung hat­ten über die­se Zah­lungs­strö­me kei­ne Kennt­nis. Es ist denn Vor­stand beson­ders wich­tig, dies aus­drück­lich klar­zu­stel­len. Grund­sätz­lich sei die GTO bis zum Bekannt­wer­den der Untreue­hand­lun­gen des ehe­ma­li­gen GTO-Geschäfts­füh­rers im Juli 2019 in den Vor­stands­sit­zun­gen der HWK nicht the­ma­ti­siert wor­den. Die Tat­sa­che, dass es unrecht­mä­ßi­ge Zah­lungs­strö­me von der HWK an die GTO gege­ben hat­te, sei dar­über hin­aus erst durch ein exter­nes Rechts­gut­ach­ten im August 2020 bekannt gewor­den, wel­ches die HWK selbst in Auf­trag gege­ben hat­te. Über die Ergeb­nis­se hat­te die Hand­werk­sam­mer die Öffent­lich­keit eben­falls im August 2020 infor­miert.

Doch die Vor­gän­ge rund um die GTO sind nicht der ein­zi­ge Anlass für die per­so­nel­len Ver­än­de­run­gen in der Kam­mer. Viel­mehr habe es in der Hand­wer­ker­schaft und im Vor­stand gro­ße Unzu­frie­den­heit mit dem Agie­ren des bis­he­ri­gen Haupt­ge­schäfts­füh­rers und auch des bis­he­ri­gen Prä­si­den­ten gege­ben. „Das betrifft nicht nur die Vor­gän­ge bei der GTO, bei der wir uns ein deut­lich höhe­res Tem­po bei der Auf­ar­bei­tung und auch einen Rück­zug bei­der Betei­lig­ten, die ja als ehe­ma­li­ge Auf­sichts­rä­te der GTO Teil des Ver­fah­rens sind, gewünscht hät­ten, son­dern auch wei­te­re wich­ti­ge The­men der Hand­werks­kam­mer.“ Dazu gehö­re das iso­lier­te Vor­ge­hen bei den Dis­kus­sio­nen um die Neu­aus­rich­tung der Bil­dungs­in­fra­struk­tur rund um den BTZ-Stand­ort in Coburg oder auch die anste­hen­den Refor­men der Struk­tur eini­ger Kreis­hand­wer­ker­schaf­ten.

Vor­aus­set­zun­gen für einen Neu­an­fang gege­ben

„Wir hof­fen, dass jetzt die Vor­aus­set­zun­gen gege­ben sind, in die Zukunft zu blicken und einen Neu­an­fang für die Hand­werks­kam­mer und auch für das ober­frän­ki­sche Hand­werk zu schaf­fen. Unser Anlie­gen ist, dass die Hand­werks­kam­mer zurück­keh­ren kann zu ihren eigent­li­chen, wich­ti­gen Auf­ga­ben, und auch die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter wie­der in einem ruhi­ge­ren und sta­bi­le­ren Umfeld arbei­ten kön­nen.“ Ziel müs­se es schließ­lich sein, die Betrie­be des ober­frän­ki­schen Hand­werks best­mög­lich zu unter­stüt­zen und zu beglei­ten.

„Zudem wird es unse­re Auf­ga­be als Vor­stand sein, das Ver­trau­en der Hand­wer­ker­schaft zurück­zu­ge­win­nen und wie­der zu einem ver­trau­ens­vol­len Mit­ein­an­der zu fin­den. Dazu waren die­se Schrit­te unse­rer Mei­nung nach unab­ding­bar.“