Land­kreis Forch­heim: Die Grü­nen schau­ten beim Schul­an­fang ganz genau hin

Symbolbild Bildung

Der Schul­an­fang in Bay­ern stand im Mit­tel­punkt der jüng­sten Kreis­ver­samm­lung von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen. Als Fach­leu­te waren zum Gespräch Frau Eli­sa­beth Bräu­nig, Schul­lei­te­rin am Berufs­schul­zen­trum, die Gym­na­si­al­leh­re­rin Andrea Hecking sowie der GEW-Vor­sit­zen­de Andi Hart­mann ein­ge­la­den.

Einig waren sich die Lehr­kräf­te, dass ein Mund-Nasen-Schutz im Unter­richt kei­ne Lösung ist. Andrea Hecking berich­te­te davon, dass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ihrer neu­en 5. Klas­se sie auf einem selbst gedreh­ten Video­clip nicht erkannt haben, weil sie den Unter­richt bis­her nur mit Mas­ke gehal­ten hat. Die Ein­sicht in das Tra­gen des Mund­schut­zes las­se inzwi­schen auch nach, berich­te­te Schul­lei­te­rin Bräu­nig.

Beklagt wur­de, dass das Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um oft viel zu kurz­fri­stig und weit­ab der Rea­li­tä­ten vor Ort reagiert habe. Bräu­nig wünscht sich, dass sich die Poli­ti­ker vor Ort „kun­dig machen“. Eine drei­mo­na­ti­ge euro­pa­wei­te Aus­schrei­bung bei der Anschaf­fung von Lap­tops sei unan­ge­mes­sen. Mit der haus­ei­ge­nen Schul­cloud, so Bräu­nig, sei das Beruf­li­che Schul­zen­trum gut auf­ge­stellt gewe­sen, woge­gen nur ins­ge­samt drei Räu­me zur Ver­fü­gung ste­hen, in denen die Min­dest­ab­stands­re­geln ein­zu­hal­ten sind. Hecking sieht im Agie­ren der Baye­ri­schen Schul­ver­wal­tung noch „viel Luft nach oben“. Das Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um fah­re auf Sicht, wäh­rend die Schu­len vor Ort mit Eigen­in­itia­ti­ven oft schon wei­ter waren.

Der GEW-Vor­sit­zen­de Hart­mann ver­wies auf den ekla­tan­ten Lehr­kräf­te­man­gel im För­der- und Grund­schul­be­reich. Des­halb wür­den „die Team­leh­rer ver­puf­fen, Pen­sio­nä­re müs­sen über­neh­men und Teil­zeit­ar­beit wird ein­ge­schränkt“. Mit zusätz­li­chen Auf­ga­ben wie die Inklu­si­on, die Inte­gra­ti­on von Geflüch­te­ten, die Ein­ar­bei­tung von Quer­ein­stei­gern und teils sehr gro­ßen Klas­sen wür­den die Lehr­kräf­te neben Coro­na an ihre Bela­stungs­gren­ze sto­ßen. „Und obwohl Per­so­nal­ent­wick­lung sechs Jah­re Vor­lauf hat, ist nach wie vor kei­ne Per­so­nal­pla­nung erkenn­bar“, kri­ti­siert der ehe­ma­li­ge För­der­schul­leh­rer Hart­mann das Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um.

In der anschlie­ßen­den Aus­spra­che wur­den von den Anwe­sen­den vor allem über­vol­le Bus­se im Schü­ler­ver­kehr kri­ti­siert. Die stell­ver­tre­ten­de Land­rä­tin Bar­ba­ra Pon­e­leit ver­wies dar­auf, dass ab der kom­men­den Woche auf man­chen Strecken Ver­stär­ker­bus­se ein­ge­setzt wer­den. Soll­te es dann immer noch Eng­päs­se geben, so bat sie, die betrof­fe­nen Lini­en den grü­nen Kreis­rä­tin­nen und Kreis­rä­ten oder an Herrn Hum­mel im Land­rats­amt zu mel­den.

Bar­ba­ra Pon­e­leit

Spre­che­rin KV Forch­heim

Bünd­nis 90/​Die Grü­nen