Mem­mels­dorf auf dem Weg zur „Fair Tra­de Gemein­de“

Ver­än­de­rung beginnt vor Ort und mit ihren Men­schen im Dorf!

Der Land­kreis Bam­berg und die Gemein­de Mem­mels­dorf haben bereits am 01.Oktober 2019 zusam­men mit wei­te­ren 30 Städ­ten und Kom­mu­nen den „Pakt zur nach­hal­ti­gen Beschaf­fung“ für die Kom­mu­nen der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg unter­zeich­net. Damit brin­gen sie die Absicht zum Aus­druck, in Zukunft ihr Beschaf­fungs­we­sen immer mehr auf eine öko­lo­gisch und sozi­al ver­ant­wor­tungs­vol­le Bedarfs­deckung umstel­len zu wol­len. Die zukünf­ti­ge Beschaf­fung soll grund­sätz­lich den Kri­te­ri­en der Fair Tra­de Char­ta ent­spre­chen und stren­ge Umwelt- und Sozi­al­stan­dards im Rah­men der gesam­ten Lie­fer­ket­te der zu beschaf­fen­den Pro­duk­te erfül­len.

Unse­re Ver­ant­wor­tung endet eben nicht an unse­rer Haus­tür und nicht an den Gren­zen des Land­krei­ses und unse­rer Gemein­de. Mit dem Kon­sum vie­ler All­tags­pro­duk­te, pri­vat und in der Kom­mu­ne, sind wir in einer glo­bal-ver­netz­ten Welt mit Pro­du­zen­ten welt­weit ver­bun­den. Dies betrifft unse­ren täg­li­chen Kaf­fee­ge­nuss, unse­re Klei­dung und das Soja­ba­sier­te Kraft­fut­ter für unse­ren Fleisch- und Wurst­kon­sum, sowie unse­ren Han­dy­ge­brauch.

Für vie­le Pro­duk­te arbei­ten Men­schen ins­be­son­de­re am Anfang der Lie­fer­ket­te sehr hart, unter unfai­ren Arbeits­be­din­gun­gen und abhän­gig von unfai­ren Han­dels­be­zie­hun­gen. Welt­weit arbei­ten Kleinproduzent*innen und Arbeiter*innen für Löh­ne, die über­haupt nicht für ein men­schen­wür­di­ges Leben aus­rei­chen, ris­kie­ren ihre Gesund­heit und ihr Leben an unsi­che­ren Arbeits­plät­zen und besit­zen häu­fig kei­ner­lei sozia­le Absi­che­rung.

Sol­che unwür­di­gen Lebens­be­din­gun­gen müs­sen und kön­nen aller­dings auch ver­än­dert wer­den, wenn wir uns nach­hal­tig für mehr Fai­ren Han­del und mehr nach­hal­ti­ge Beschaf­fung ent­schei­den. Als zweit­größ­te Gemein­de im Land­kreis Bam­berg kön­nen wir ganz bestimmt auch einen wesent­li­chen Bei­trag dazu lei­sten, wie die Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen von Men­schen im glo­ba­len Welt­han­del beschaf­fen sind. Mit unse­ren Kauf­ent­schei­dun­gen kön­nen wir selbst mit­be­stim­men, wel­chen Wert wir guter Arbeit zukom­men las­sen.

Ein wich­ti­ger sym­bo­li­scher Schritt in die­se Rich­tung ist die Aner­ken­nung von Kom­mu­nen als „Fair Tra­de Gemein­den“ und die Aner­ken­nung von Schu­len aller Art als „Fair Tra­de Schools“. Bewusst­seins­wan­del hin zum „Fai­ren Han­del“ muss an der BASIS begin­nen.

FAI­Rän­de­rung beginnt vor Ort und mit ihren Men­schen im Dorf!

Natür­lich kann nicht das gesam­te kom­mu­na­le Beschaf­fungs­we­sen in Bay­ern oder in Mem­mels­dorf von heu­te auf mor­gen radi­kal umge­stellt wer­den. Es wäre jedoch ein guter Anfang, wenn in immer mehr kom­mu­na­len Ver­wal­tun­gen wie bei uns in Mem­mels­dorf seit 3 Jah­ren immer mehr Fair her­ge­stell­te und gehan­del­te Lebens­mit­tel zum Ein­satz kom­men.

In der Gemein­de­ver­wal­tung und bei Bespre­chun­gen im Rat­haus wer­den fair gehan­del­ter Kaf­fee, Tee und wei­te­re Pro­duk­te aus fai­rem Han­del ange­bo­ten.

Auch fair gehan­del­te Berufs­klei­dung für unse­re kom­mu­nal Beschäf­tig­ten ist bereits im Ein­satz und beschaff­bar.

Und ganz beson­ders inter­es­sant auch für die Kin­der und Jugend­li­che an unse­ren 3 Schul­stand­or­ten: Wenn beim Ball­sport auch noch „fair her­ge­stell­te und gehan­del­te“ Fuß­bäl­le, Hand­bäl­le und Vol­ley­bäl­le ein­ge­setzt wür­den!

Nun­mehr geht die Gemein­de­ver­wal­tung mit Gemein­de­rat und einem ent­spre­chen­den Gemein­de­rats­be­schluss vor der Som­mer­pau­se auch noch einen Schritt wei­ter: Mem­mels­dorf soll „Fair Tra­de-Gemein­de“ wer­den.

Ein wich­ti­ger sym­bo­li­scher Schritt in die­se Rich­tung ist die Aner­ken­nung von Kom­mu­nen als „Fair Tra­de Gemein­de“ und die Aner­ken­nung von Schu­len als „Fair Tra­de Schools“.

Damit Mem­mels­dorf offi­zi­ell „Fair Tra­de-Gemein­de“ wer­den kann, ist es erfor­der­lich, dass 4 Geschäf­te, 2 Gastro­no­mie­be­trie­be, 1 Schu­le, 1 Kir­chen­ge­mein­de (Glau­bens­ge­mein­de) sowie 1 Ver­ein fair han­deln!

Ein denk­ba­rer Schritt hin zur Fair Tra­de-Gemein­de wäre zum Bei­spiel der Ein­satz von „fair her­ge­stell­ten und gehan­del­ten“ Bäl­len beim Ball­sport an unse­ren drei Schul­stand­or­ten und in den Ver­ei­nen.

Außer­halb des Rat­hau­ses sind bereits Fair Tra­de Pro­duk­te im Ange­bot: In der Groß­ge­mein­de bie­ten EDE­KA MAS­SAK, REWE Engel­haupt, ROSS­MANN und LIDL ein umfang­rei­ches Sor­ti­ment von Fairtra­de-Pro­duk­ten an und das nicht erst seit heu­te.