Bam­berg: Heu­te ist der “Tag der Ersten Hil­fe” – Die Johan­ni­ter geben Tipps zum rich­ti­gen Ver­hal­ten im Not­fall

Tag der Ersten Hil­fe am 12. Sep­tem­ber: Hel­fen kann jeder! / Foto: Julia Eisen­hut

Bam­berg ■ Vie­len Men­schen ist unwohl bei dem Gedan­ken, Erste Hil­fe lei­sten zu müs­sen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. „Dabei kann nur der­je­ni­ge etwas falsch machen, der gar nichts tut”, betont Julia Reisch, Aus­bil­dungs­lei­te­rin bei den Johan­ni­tern in Ober­fran­ken.

Die fünf wich­tig­sten Ver­hal­tens­re­geln bei einem Not­fall:

  1. Über­blick ver­schaf­fen. Um die Situa­ti­on ein­schät­zen zu kön­nen, soll­ten Sie sich zunächst einen Über­blick ver­schaf­fen: Was ist pas­siert? Ist jemand ver­letzt? Wenn ja, wie vie­le Ver­letz­te gibt es? Sind die­se ansprech­bar? Sind schon ande­re Hel­fer aktiv?
  2. Sich selbst und ande­re schüt­zen. Dies spielt ins­be­son­de­re bei Unfäl­len im Stra­ßen­ver­kehr eine wich­ti­ge Rol­le. Schal­ten Sie Ihr Warn­blink­licht ein und fah­ren Sie lang­sam an die Unfall­stel­le her­an. Par­ken Sie Ihr Fahr­zeug mit aus­rei­chen-dem Abstand und stel­len Sie Ihr Warn­drei­eck auf. Lau­fen Sie auf dem Weg zur Unfall­stel­le, wenn mög­lich, hin­ter der Leit­plan­ke. Stel­len Sie dann die Zün­dung des Unfall­wa­gens ab. Ach­ten Sie auf Anzei­chen eines Bran­des.
  3. Ret­ten aus dem Gefah­ren­be­reich. Droht dem Ver­un­fall­ten eine Gefahr, z. B. durch Feu­er oder Rauch, soll­ten Sie den Betrof­fe­nen mit Hil­fe des soge­nann­ten Rau­tek-Ret­tungs-griffes aus dem Gefah­ren­be­reich brin­gen. Grei­fen Sie dazu mit bei­den Hän­den von hin­ten unter sei­nen Ach­seln durch und umfas­sen Sie einen mög­lichst unver­letz­ten Arm mit bei­den Hän­den.
  4. Not­ruf abset­zen. Alar­mie­ren Sie den Ret­tungs­dienst unter der Ruf­num­mer 112. Wenn sich jemand in der Leit­stel­le mel­det, kon­zen­trie­ren Sie sich dar­auf, die fol­gen­den W‑Fragen zu beant­wor­ten: Wo hat sich der der Not­fall ereig­net? Was ist pas­siert? Wie vie­le Ver­letz­te gibt es? Wel­cher Art sind die Ver­let­zun­gen? Wich­tig: Nicht auf­le­gen, son­dern auf Rück­fra­gen war­ten!
  5. Erste Hil­fe lei­sten: Prü­fen Sie, ob die ver­letz­te Per­son bei Bewusst­sein ist und ob sie nor­mal atmet. Ist der Betrof­fe­ne ohne Bewusst­sein, die Atmung aber nor­mal, brin­gen Sie ihn in die sta­bi­le Sei­ten­la­ge. Atmet der Betrof­fe­ne nicht oder ungleich­mä­ßig, muss umge­hend mit der Herz-Lun­gen-Wie­der­be­le­bung begon­nen wer­den. Am wich­tig­sten ist dabei die kon­se­quent und mög­lichst lücken­los durch­ge­führ­te Herz­druck­mas­sa­ge – 100 bis 120 Mal pro Minu­te. Set­zen Sie die Wie­der­be­le­bung fort, bis der Ret­tungs­dienst ein­trifft. Wech­seln Sie sich ggf. mit ande­ren Hel­fern ab.

Erste Hil­fe und Coro­na

Gera­de in der aktu­el­len Zeit sind vie­le Men­schen besorgt um ihre eige­ne Gesund­heit und wol­len sich selbst schüt­zen. Aber wie kann man bei einem Not­fall hel­fen, ohne sich selbst unnö­tig zu gefähr­den und eine Ansteckung mit Covid-19 zu ris­kie­ren?

„Grund­sätz­lich gilt: Einen Not­ruf abzu­set­zen und die Unfall­stel­le abzu­si­chern, ist das Mini­mum im Not­fall. Das gilt genau­so wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie”, sagt Erste-Hil­fe-Exper­tin Julia Reisch.

Was Sie außer­dem beach­ten soll­ten:

  • Ist der Ver­letz­te an Coro­na erkrankt oder der Erst­hel­fer ist sich unsi­cher, kann auf eine Beatmung ver­zich­tet wer­den. Um das Risi­ko einer Tröpf­chen­in­fek­ti­on zu mini­mie­ren, kön­nen Sie das Gesicht des Betrof­fe­nen mit einem Tuch oder einem Klei­dungs­stück abdecken.
  • Gehö­ren Sie selbst zu einer Coro­na-Risi­ko­grup­pe, soll­ten Sie ande­re Per­so­nen auf­for­dern, Erste Hil­fe zu lei­sten. Ist nie­mand in der Nähe, ver­su­chen Sie, so gut es geht und mit ange­mes­se­nen Sicher­heits­ab­stand zu hel­fen.

Die wich­tig­sten Hand­grif­fe der Ersten Hil­fe lernt man am besten in einem Erste-Hil­fe-Kurs. Damit die­se im Not­fall ohne lan­ges Nach­den­ken abge­ru­fen wer­den kön­nen, raten die Johan­ni­ter, die eige­nen Erste-Hil­fe-Kennt­nis­se regel­mä­ßig auf­zu­fri­schen – am besten alle zwei Jah­re.

Die Johan­ni­ter in Ober­fran­ken bie­ten rund 160 Kur­se im Jahr im Bereich Aus­bil­dung an. Ein Erste-Hil­fe-Kurs dau­ert neun Stun­den und kostet 60 Euro. Neben dem Basis­kurs bie­ten die Johan­ni­ter in Ober­fran­ken wei­te­re Modu­le an, wie etwa „Erste Hil­fe am Kind”. Hier geht es zur Online-Kurs­bu­chung: https://​www​.johan​ni​ter​.de/​k​u​r​se/.

Wei­te­re wich­ti­ge Infos und Erklär-Vide­os zu ver­schie­de­nen Erste-Hil­fe-The­men fin­den Sie unter www​.johan​ni​ter​.de/​c​o​r​o​n​a​-​e​r​s​t​e​-​h​i​lfe.