Lich­ten­fels: „Gel­bes Band“ signa­li­siert „freie“ Ern­te

Der Kreis­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge sowie die Umwelt­sta­ti­on Weis­main regen an, bei der Akti­on „Gel­bes Band“ mit­zu­ma­chen. Wer sei­ne Obst­bäu­me selbst nicht abern­ten, dies aber ande­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ermög­li­chen möch­te, kann die Stäm­me mit einem gel­ben Band ver­se­hen. Die­ses signa­li­siert dann, dass die Früch­te abge­nom­men wer­den dür­fen. Foto: Umwelt­sta­ti­on Weis­main

Kreis­ver­band für Gar­ten­bau und Umwelt­sta­ti­on unter­stüt­zen Akti­on / Damit das Obst nicht ver­rot­tet: Wer sei­ne Bäu­me nicht selbst abern­ten will, bringt Mar­kie­rung an

LICH­TEN­FELS (10.09.2020). Der Kreis­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge und die Umwelt­sta­ti­on des Land­krei­ses Lich­ten­fels in Weis­main schlie­ßen sich der Akti­on „Gel­bes Band“ an und wer­ben fürs Mit­ma­chen. Jeder Besit­zer, egal ob pri­vat oder Gemein­de, kann die Bäu­me, die er selbst nicht beern­tet, mit einem gel­ben Band mar­kie­ren und so signa­li­sie­ren, dass die Bäu­me ohne wei­te­re Rück­spra­che von ande­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern abge­ern­tet wer­den kön­nen.

Hin­ter­grund ist, dass Jahr für Jahr in der Ern­te­sai­son vie­le Kilo­gramm Obst auf Streu­obst­wie­sen oder in Obst­rei­hen ent­lang von Flur­we­gen ver­rot­ten, weil sie nicht abge­ern­tet wer­den, da nie­mand weiß, wem die Bäu­me gehö­ren. Aus­ge­hend vom Land­kreis Ess­lin­gen in Baden-Würt­tem­berg haben sich bun­des­weit bereits eini­ge Nach­ah­mer und Mit­ma­cher für das Ern­te­pro­jekt „Gel­bes Band“ gefun­den.

Als gel­bes Band eig­nen sich am besten Mar­kie­rungs­bän­der aus Papier, wie sie im Forst üblich sind. Aber natür­lich tut es auch ein Strick mit gel­ber Fah­ne, so Kreis­fach­be­ra­ter Micha­el Stro­mer.

Gleich­zei­tig weist er ein­dring­lich dar­auf hin, dass im Umkehr­schluss gilt: Nicht mar­kier­te Bäu­me sind im Eigen­tum eines Pri­vat­haus­hal­tes, Land­wirts oder einer Kom­mu­ne und dür­fen ohne Rück­spra­che nicht abge­ern­tet wer­den. Denn das wäre Dieb­stahl.

Da in die­sem Jahr die Apfel­märk­te infol­ge der Covid-19-Pan­de­mie aus­fal­len müs­sen, ist das „gel­be Band“ oder die direk­te Kon­takt­auf­nah­me mit den Obst­bau­ern und Direkt­ver­mark­tern eine gute Mög­lich­keit, sich trotz­dem regio­nal und „bio“ zu ver­sor­gen, meint Stro­mer. Die­ser Kern­ge­dan­ke der „Öko-Modell­re­gi­on Ober­main-Jura“ kön­ne damit auf eine gan­ze ein­fa­che Wei­se umge­setzt wer­den.