Elek­tri­fi­zie­rung der Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le: Län­der­über­grei­fen­de Initia­ti­ve erhöht den Druck

Tobias Köhler (Büroleiter des Landrats), Günter Finzel (Sächsisch-Bayerisches Städtenetz), Landrat Peter Berek (Politischer Sprecher des Forums Verkehr und Planung bei der Europäischen Metropolregion Nürnberg), Dr. Hans-Peter Friedrich (Bundestagsvizepräsident und MdB).

Tobi­as Köh­ler (Büro­lei­ter des Land­rats), Gün­ter Fin­zel (Säch­sisch-Baye­ri­sches Städ­te­netz), Land­rat Peter Berek (Poli­ti­scher Spre­cher des Forums Ver­kehr und Pla­nung bei der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg), Dr. Hans-Peter Fried­rich (Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­dent und MdB).

Die Elek­tri­fi­zie­rung der Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le muss schnellst­mög­lich auf den Weg gebracht wer­den. Andern­falls wer­den Ober­fran­ken und Sach­sen in der Ent­wick­lung des Schie­nen­ver­kehrs abge­hängt. Dar­über waren sich Land­rat Peter Berek (Poli­ti­scher Spre­cher des Forums Ver­kehr und Pla­nung bei der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg), Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­dent und MdB, Dr. Hans-Peter Fried­rich, sowie Gün­ter Fin­zel (Säch­sisch-Baye­ri­sches Städ­te­netz) bei einem Gespräch im Land­rats­amt aber­mals einig. Es sei drin­gend not­wen­dig, den poli­ti­schen Druck auf die Ver­ant­wort­li­chen bei Bund und Bahn in die­ser Sache wie­der zu erhö­hen, so die ein­hel­li­ge Mei­nung. Geplant wird des­halb, neben zahl­rei­chen bila­te­ra­len Gesprä­chen mit ande­ren Betrof­fe­nen, eine Bahn­kon­fe­renz im Win­ter in Markt­red­witz. An die­ser sol­len neben einer Rei­he von Par­la­men­ta­ri­ern, Land­rä­ten und Ober­bür­ger­mei­stern auch Ver­tre­ter der Wirt­schaft sowie zahl­rei­che Ver­bän­de teil­neh­men.

Dr. Hans-Peter Fried­rich beglei­tet die Dis­kus­sio­nen rund um die Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le seit Jah­ren. Er sagt: „Aus mei­ner Sicht müs­sen wir uns nach wie vor gro­ße Sor­gen um die Elek­tri­fi­zie­rung machen, obwohl die Not­wen­dig­keit die­ser Maß­nah­me offen­sicht­lich ist. Nur wenn die Strecke end­lich elek­tri­fi­ziert wird, blei­ben Ober­fran­ken, aber auch Sach­sen mit Städ­ten wie Chem­nitz oder Zwickau, sowie der Nord­we­sten der Tsche­chi­schen Repu­blik an eine inter­na­tio­na­le Fern­ver­kehrs­ver­bin­dung auf der Schie­ne ange­schlos­sen. Aus mei­ner Sicht ste­hen nicht nur der Per­so­nen­ver­kehr, son­dern der immer wich­ti­ger wer­den­de Güter­ver­kehr in Rich­tung Osten auf dem Spiel.“

Land­rat Peter Berek mahnt, inner­halb Bay­erns in die­ser Ange­le­gen­heit nicht gegen­ein­an­der, son­dern mit­ein­an­der zu arbei­ten: „Die Dis­kus­si­on bei der Bahn, ob die Linie Nürn­berg-Schwan­dorf-Furth im Wald–Prag bezüg­lich der Elek­tri­fi­zie­rung den Vor­zug bekommt oder die Ver­bin­dung Nürn­berg- Marktedwitz-Schirnding–Prag, ist viru­lent. Aus mei­ner Sicht geht es aber eben gera­de nicht dar­um, Ober­fran­ken und die Ober­pfalz gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len. Unser gemein­sa­mes Ziel muss eine Ver­bes­se­rung des gesam­ten Schie­nen­ver­kehrs im Nörd­li­chen Bay­ern sein. Das eine darf das ande­re nicht aus­schlie­ßen.“ Unter­stüt­zung bekommt er dabei von Gün­ter Fin­zel aus Bay­reuth: „Ich habe die Befürch­tung, dass der viel­fäl­ti­ge Nut­zen der Elek­tri­fi­zie­rung der Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le nach wie vor nicht wirk­lich erkannt wird. Die Strecke hat auf­grund des gro­ßen Ein­zugs­ge­bie­tes, das von ihrer Ertüch­ti­gung pro­fi­tie­ren wür­de, abso­lut Poten­ti­al. Aktu­ell sind die Fahr­gast­zah­len nicht zufrie­den­stel­lend, das ist rich­tig. Das liegt aber aus­schließ­lich dar­an, dass das Ange­bot ins­be­son­de­re nach Sach­sen und Tsche­chi­en durch häu­fi­ges Umstei­gen, Anschluss­ver­lu­ste und lan­ge Rei­se­zei­ten schlicht­weg inak­zep­ta­bel gewor­den ist. Es feh­len die attrak­ti­ven Ver­bin­dun­gen nach Leip­zig, Dres­den, Karsl­bad und Prag.“

In einem ersten Schritt will man nun Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Ober­bür­ger­mei­ster aus Sach­sen mit ins Boot holen. Auch mit der Stadt Nürn­berg, deren S‑Bahn Aus­bau teil­wei­se mit der Elek­tri­fi­zie­rung der Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le ver­knüpft ist, wird man sich bald­mög­lichst aus­tau­schen.

Bereits am mor­gi­gen Frei­tag (04.09.) fin­det dar­über hin­aus auf Ein­la­dung des Bay­reu­ther Ober­bür­ger­mei­sters, Tho­mas Ebers­ber­ger, ein Tref­fen des Baye­risch-Säch­si­schen Städ­te­net­zes statt, das sich eben­falls mit die­sem The­ma befas­sen wird. Auch hier will man alle unter­stüt­zen­den und fach­li­chen Kräf­te mobi­li­sie­ren, um der gemein­sa­men For­de­rung nach einer unver­züg­li­chen Wei­ter­pla­nung, Finan­zie­rung und den bal­di­gen Bau der Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le durch den Bund Gehör zu ver­schaf­fen.