Kli­nik für Herz- und Tho­ra­x­chir­ur­gie am Kli­ni­kum Bay­reuth hat neu­en Chef­arzt

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Chef­arzt Dr. Nor­bert Frie­del über­gibt Kli­nik­lei­tung nach 25 Jah­ren

Nach 25 Jahren übergibt Chefarzt Dr. Norbert Friedel die Leitung der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie an seinen Nachfolger Dr. Henning F. Lausberg (rechts). Zur neuen Position gratulieren (von links) Michael Hoch, stellvertretender Personaldirektor, Pflegedirektorin Angela Dzyck, Dr. Norbert Friedel und Prof. Dr. Thomas Rupprecht, Ärztlicher Direktor der Klinikum Bayreuth GmbH.

Nach 25 Jah­ren über­gibt Chef­arzt Dr. Nor­bert Frie­del die Lei­tung der Kli­nik für Herz- und Tho­ra­x­chir­ur­gie an sei­nen Nach­fol­ger Dr. Hen­ning F. Laus­berg (rechts). Zur neu­en Posi­ti­on gra­tu­lie­ren (von links) Micha­el Hoch, stell­ver­tre­ten­der Per­so­nal­di­rek­tor, Pfle­ge­di­rek­to­rin Ange­la Dzyck, Dr. Nor­bert Frie­del und Prof. Dr. Tho­mas Rupprecht, Ärzt­li­cher Direk­tor der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH.

Dr. Hen­ning F. Laus­berg ist neu­er Chef­arzt der Kli­nik für Herz- und Tho­ra­x­chir­ur­gie der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH. Der 51-Jäh­ri­ge gebür­ti­ge Wup­per­ta­ler über­nimmt die Kli­nik­lei­tung von Dr. Nor­bert Frie­del, der nach 25 Jah­ren zum 1. Sep­tem­ber als Chef­arzt in den Ruhe­stand geht. Dr. Laus­berg wech­selt von der Uni­kli­nik in Tübin­gen nach Bay­reuth, wo er als Ober­arzt in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren tätig war, seit 2017 auch in geschäfts­füh­ren­der Funk­ti­on.

„Ich freue mich auf mei­ne neue Auf­ga­be“ sagt Laus­berg. Ich habe das Glück die Kli­nik von einem Kol­le­gen über­neh­men zu dür­fen, des­sen Den­ke, Her­an­ge­hens­wei­se und Art, Medi­zin zu prak­ti­zie­ren, mei­ner sehr ähn­lich ist.“ Viel­leicht auch, weil die bei­den Medi­zi­ner einen ähn­li­chen Wer­de­gang haben: Bei­de haben in Han­no­ver Medi­zin stu­diert, bei­de haben sowohl in klei­nen als auch gro­ßen Häu­sern und an Uni­kli­ni­ken prak­ti­ziert, bevor sie den Chef­arzt­po­sten in Bay­reuth über­nah­men. Dr. Frie­del ist bis zu sei­nem Ruhe­stand geblie­ben. Für Dr. Laus­berg war Süd­deutsch­land zumin­dest das Wunsch­ziel. „Ich habe mich in Bay­ern immer sehr wohl gefühlt. Bay­reuth war eine gute Gele­gen­heit, die­sen Wunsch in die Tat umzu­set­zen.“

Kaum ange­kom­men, krem­pelt er schon die Ärmel hoch. Die ersten Ope­ra­tio­nen hat er bereits durch­ge­führt. Auch dabei lernt man sein Team ken­nen. „Ich sit­ze nicht ger­ne am Schreib­tisch. Ich kann das, aber bedeu­tend woh­ler füh­le ich mich, wenn ich Pati­en­ten behan­deln darf“, sagt der Chef­arzt. Medi­zin, ergänzt er, sol­le lei­den­schaft­lich prak­ti­ziert wer­den und aus­schließ­lich auf den Pati­en­ten zen­triert sein.

Ein Prak­ti­ker mit viel Erfah­rung

In den ver­gan­ge­nen 25 Jah­ren hat er viel Zeit in Ope­ra­ti­ons­sä­len ver­bracht, mehr als 5.000 Ope­ra­tio­nen allei­ne in der Herz- und Tho­ra­x­chir­ur­gie gelei­tet. Sein kli­ni­scher Schwer­punkt sind alle Arten von Herz­klap­pen-erhal­ten­den Ope­ra­tio­nen. Aber kön­nen tut er weit mehr. Von der Herz­ka­the­ter-Unter­su­chung bis hin zu kom­ple­xen herz­chir­ur­gi­schen Ein­grif­fen deckt er das gesam­te herz­chir­ur­gi­sche Spek­trum ab, ist dar­über hin­aus Tho­ra­x­chir­urg, hat Wei­ter­bil­dun­gen in der herz­chir­ur­gi­schen Inten­siv­me­di­zin und im Kli­nik­ma­nage­ment und auch in der Kar­dio­lo­gie, Allgemein‑, Gefäß- und Unfall­chir­ur­gie Erfah­run­gen gesam­melt. Aber die Herz­chir­ur­gie hat­te von Anfang an Prio­ri­tät. „Wir hat­ten in Han­no­ver eine OP-Kup­pel. Von da aus habe ich als Stu­dent 1992 das erste Mal einen Herz­chir­ur­gi­schen Ein­griff ver­fol­gen dür­fen. Von die­sem Moment an wuss­te ich, das ist es, was ich machen möch­te.“ Die­sen Weg hat er kon­se­quent ver­folgt, war nach sei­nem Stu­di­um als Assi­stenz­arzt am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum des Saar­lands, zwei Jah­re in den USA an die Washing­ton Uni­ver­si­ty School of Medi­ci­ne, spä­ter als Ober­arzt am Sana-Kli­ni­kum Stutt­gart und als Lei­ten­der Ober­arzt im Kran­ken­haus der Barm­her­zi­gen Brü­der in Trier und ab 2014 am Uni­kli­ni­kum in Tübin­gen. Und jetzt: Chef­arzt der Kli­nik für Herz- und Tho­ra­x­chir­ur­gie der Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH.

Begei­ste­rung muss wei­ter­ge­ge­ben wer­den

„Ich habe das Pri­vi­leg, dass ich in mei­ner beruf­li­chen Lauf­bahn schon viel gese­hen habe und erken­nen durf­te, dass man nicht immer alles anders machen muss.“ Das gel­te auch für sei­ne neue Auf­ga­be hier in Bay­reuth. „Die Kli­nik arbei­tet bereits auf einem sehr hohen Qua­li­täts­stan­dard, auf den ich mich ver­las­sen kann. „Ver­än­de­rung und Wei­ter­ent­wick­lung klap­pen nur gemein­sam und das heißt auch, dass man sich hin­ter­fra­gen las­sen muss, Kri­tik zulässt, und bereit ist, sich damit aus­ein­an­der­zu­set­zen.“ Die­sen Team­ge­dan­ken hat Laus­berg in sei­ner Zeit an der Washing­ton Uni­ver­si­ty in den USA ken­nen und schät­zen gelernt. Beein­druckt hat ihn vor allem, dass Hier­ar­chie durch Erfah­rung und Kom­pe­tenz ganz natür­lich ent­steht, Aus­bil­dung als selbst­ver­ständ­lich emp­fun­den wird und klar struk­tu­riert ist. „Deutsch­land hat hier Nach­hol­be­darf“, sagt er. Er möch­te sei­ne eige­ne Begei­ste­rung für das Fach wei­ter­ge­ben und freut sich daher, dass im Rah­men des Medi­zin­cam­pus künf­tig auch Stu­den­ten in Bay­reuth aus­ge­bil­det wer­den. Sie sol­len erken­nen, „wie toll kli­ni­sche Medi­zin sein kann, dass man schon mit ein­fach­sten Mit­teln viel errei­chen kann, wenn man sei­nen gesun­den Men­schen­ver­stand und sei­ne fünf Sin­ne nutzt“, sagt er.

Ein Wer­muts­trop­fen bleibt: Sei­ne Fami­lie – das sind neben sei­ner Frau auch die bei­den 11- und 15-jäh­ri­gen Söh­ne – bleibt zunächst in Tübin­gen. „Mich wird die neue Auf­ga­be in näch­ster Zeit sehr for­dern. Viel Zeit für Fami­lie und Frei­zeit bleibt da nicht. Für mei­ne Frau und unse­re bei­den Söh­ne ist es daher im Moment leich­ter, in Tübin­gen zu blei­ben, auch, wenn uns allen die Ent­schei­dung schwer­fällt und es sicher kei­ne dau­er­haf­te Lösung ist.“ Die weni­ge Zeit, die im zum Ver­schnau­fen bleibt, nutzt er jetzt erst ein­mal, um Bay­reuth mit dem Moun­tain­bike ken­nen­zu­ler­nen.