Rekord­be­tei­li­gung beim “Insek­ten­som­mer” – die Acker­hum­mel summt auf dem ersten Platz

Gut 1.000 Mel­dun­gen über Sich­tun­gen von Insek­ten hat der LBV beim dies­jäh­ri­gen Insek­ten­som­mer erhal­ten – so vie­le wie noch nie. „Wir freu­en uns sehr über die gro­ße Betei­li­gung”, so LBV-Geschäfts­füh­rer Hel­mut Beran. „Das Inter­es­se am Insek­ten­som­mer zeigt: Immer mehr Men­schen schau­en genau­er hin, wenn es um das Schick­sal die­ser wich­ti­gen Tier­grup­pe geht. Das Ent­decken und Beob­ach­ten von Käfer, Hum­mel und ande­ren Sechs­bei­nern macht aber auch ein­fach Spaß und ist eine schö­ne Beschäf­ti­gung für Fami­li­en in den Som­mer­fe­ri­en.” Der Insek­ten­som­mer soll auch im kom­men­den Jahr wie­der vie­le Men­schen für die Welt der klei­nen Tie­re begei­stern.

Auf Platz eins der am häu­fig­sten gesich­te­ten Insek­ten kam wie in den bei­den Vor­jah­ren im August die Acker­hum­mel. Es fol­gen die­sen Hoch­som­mer Honig­bie­ne, Sie­ben­punkt-Mari­en­kä­fer, Wild­bie­ne, Gro­ßer Kohl­weiß­ling, Wes­pe, Klei­ner Fuchs, Gro­ßes Heu­pferd, Klei­ner Kohl­weiß­ling und Schweb­flie­ge. Im ersten Zähl­zeit­raum im Juni waren Stein­hum­mel, Hain­schweb­flie­ge, Asia­ti­scher Mari­en­kä­fer, Honig­bie­ne und Wild­bie­ne auf den fünf ersten Plät­zen.

Was vie­le Men­schen im Moment beim Gril­len oder Eis essen stört: die vie­len Wes­pen. In Bay­ern zei­gen die Ergeb­nis­se des Insek­ten­som­mers, dass nicht mehr Wes­pen als in den Vor­jah­ren unter­wegs sind. „2020 scheint ein gutes Wes­pen­jahr zu sein”, so Hel­mut Beran. Das schwarz-gel­be Insekt erober­te sich in die­sem August Rang sechs der Liste der am häu­fig­sten gemel­de­ten Insek­ten, nach Rang zwölf im ver­gan­ge­nen Jahr. Beran: „Es wur­den ähn­lich vie­le Indi­vi­du­en pro Zäh­lung gemel­det als im Hoch­som­mer 2019. Im Schnitt waren es im August die­sen Jah­res 10,9 Wes­pen pro Mel­dung gegen­über im Durch­schnitt 11,4 Wes­pen 2019.” In der August­zäh­lung 2018 sind 12,2 Wes­pen pro Mel­dung gesich­tet wor­den.

Beim dies­jäh­ri­gen Insek­ten­som­mer stand bei bei­den Zäh­lun­gen der Mari­en­kä­fer im Fokus. Naturfreund*innen waren auf­ge­ru­fen, zu schau­en, ob sie mehr hei­mi­sche Sie­ben­punkt-Mari­en­kä­fer oder mehr Asia­ti­sche Mari­en­kä­fer ent­decken kön­nen. Beran: „Im August wur­de der Sie­ben-Punkt deut­lich häu­fi­ger gemel­det. Er beleg­te bei den baye­ri­schen Mel­dun­gen Platz 3. Im Juni dage­gen lag der Asia­ti­sche Mari­en­kä­fer vor­ne.” Ins­ge­samt ist der Sie­ben­punkt in 342 Mel­dun­gen auf­ge­taucht, der Asia­ti­sche in 316 Mel­dun­gen. Beran: „Ein gro­ßer Unter­schied ist also nicht gefun­den wor­den, wenn auch der Sie­ben­punkt die Nase vorn hat. Das zeigt also, dass der vor eini­gen Jahr­zehn­ten ein­ge­führ­te Asia­ti­sche Mari­en­kä­fer mitt­ler­wei­le in ganz Deutsch­land eta­bliert ist, aber den hei­mi­schen Sie­ben­punkt noch nicht ver­drängt hat. Hier wer­den die kom­men­den Jah­re zei­gen, ob sich das Ver­hält­nis ändert oder gleich bleibt.”

Die Daten der Zähl­ak­ti­on „Insek­ten­som­mer” wer­den in Zusam­men­ar­beit mit der Platt­form www​.natur​gucker​.de erfasst. Mit dem „Insek­ten­som­mer” will der LBV auf die enor­me Bedeu­tung von Insek­ten auf­merk­sam machen. Durch Ein­grif­fe der Men­schen ist die­se Tier­grup­pe stark gefähr­det. In Deutsch­land gibt es etwa 33.000 Insek­ten­ar­ten, von denen vie­le schon auf der Roten Liste ste­hen. Im kom­men­den Jahr fin­det der Insek­ten­som­mer vom 4. bis 13. Juni und vom 6. bis 15. August statt.

Mehr Infos unter www​.lbv​.de/​i​n​s​e​k​t​e​n​s​o​m​mer.