Euro­päi­sche Fle­der­maus­nacht: Auf den Spu­ren von Bat­mans klei­nen Geschwi­stern

Euro­päi­sche Fle­der­maus­nacht am 29. und 30.08. – LBV bie­tet bay­ern­weit vie­le Ver­an­stal­tun­gen zu den Tie­ren der Nacht

Sie sind die wah­ren Herr­scher der Nacht. Sie sehen mit ihren Ohren, flie­gen mit ihren Hän­den und rasen mit bis zu 880 Herz­schlä­gen pro Minu­te durch die Dun­kel­heit: Hand­flüg­ler, so ihre Über­set­zung aus dem Latei­ni­schen, bes­ser bekannt als Fle­der­mäu­se. Die 24. „Euro­pean Bat Night” vom 29. bis 30. August 2020 lädt dazu ein, die Welt der Fle­der­mäu­se haut­nah mit­zu­er­le­ben und bie­tet die Gele­gen­heit, mehr über die atem­be­rau­ben­den, aber bedroh­ten Flug­künst­ler zu erfah­ren. In Bay­ern bie­tet der LBV auf über 30 unter­schied­li­chen Ver­an­stal­tun­gen die Mög­lich­keit, in die Welt der Fle­der­mäu­se ein­zu­tau­chen.

Wer Fle­der­mäu­se in der Däm­me­rung ent­decken will, muss sehr auf­merk­sam sein, um die schwar­zen Sil­hou­et­ten der wen­di­gen Flug­künst­ler gegen den dunk­ler wer­den­den Nacht­him­mel zu erken­nen. „Ein­fa­cher geht es auf geführ­ten Fle­der­maus­wan­de­run­gen, bei denen Inter­es­sier­te die Tie­re mit Hil­fe von Ultra­schall-Detek­to­ren auf­spü­ren kön­nen”, so LBV-Bio­lo­gin Anne Schnei­der. Dabei macht der Bat-Detek­tor die ultra­hoch­fre­quen­ten Rufe der Tie­re für die Men­schen hör­bar.

Im Rah­men der 24. Euro­päi­schen Fle­der­maus­nacht wer­den in mitt­ler­wei­le über 35 Län­dern Ver­an­stal­tun­gen zu Fle­der­mäu­sen ange­bo­ten, um die schüt­zens­wer­ten Säu­ger als bedroh­te Tier­grup­pe in den Fokus des öffent­li­chen Inter­es­ses zu stel­len. Ganz beson­ders in die­sem Jahr, wel­ches wei­ter­hin von der Coro­na Pan­de­mie geprägt ist, soll zudem dar­auf auf­merk­sam gemacht wer­den, dass nicht Fle­der­mäu­se die Schul­di­gen oder Ver­ant­wort­li­chen für die aktu­el­le welt­wei­te Kri­sen­si­tua­ti­on sind. Bay­ern­weit ermög­licht der LBV bis in den Sep­tem­ber hin­ein span­nen­de Ein­blicke in das Leben der Fle­der­mäu­se. Bei Exkur­sio­nen, Vor­trä­gen oder dem Bau von Fle­der­maus­kä­sten kön­nen gro­ße und klei­ne Natur­freun­de die Welt der flie­gen­den Kobol­de für sich ent­decken. Mit ein biss­chen Glück kön­nen sie die Fle­der­mäu­se sogar bei ihrer Jagd nach Insek­ten beob­ach­ten.

In Bay­ern sind ins­ge­samt 25 Fle­der­maus­ar­ten nach­ge­wie­sen, von denen die mei­sten gefähr­det, eini­ge vom Aus­ster­ben bedroht sind. Im LBV-Fle­der­maus­haus im opfer­pfäl­zi­schen Hohen­burg leben sogar die deutsch­land­weit letz­ten Gro­ßen Huf­ei­sen­na­sen. Durch den Ein­satz von Pesti­zi­den herrscht vie­ler­orts aku­ter Insek­ten- und somit Nah­rungs­man­gel. Zum Schutz der Tie­re kann aber nahe­zu jeder bei­tra­gen. „Schon ein paar Blu­men auf dem Bal­kon oder die Gestal­tung von insek­ten­rei­chen Gär­ten, zum Bei­spiel mit hei­mi­schen Sträu­chern statt einer Thu­ja-Hecke, hel­fen unse­ren Fle­der­mäu­sen”, so Schnei­der.