Hel­ge Schnei­der & „The Dead­ly Bros.“ auf der Bay­reu­ther See­büh­ne

Helge Schneider & The Deadly Bros. © meine Supermaus
Helge Schneider & The Deadly Bros. © meine Supermaus

Som­mer, Son­ne, Kak­tus …

Hel­ge Schnei­der zählt zu den belieb­te­sten deut­schen Komi­kern. Dabei wird oft über­se­hen, dass das Mul­ti­ta­lent aus Mühl­heim auch ein begna­de­ter Musi­ker und gern gese­he­ner Gast auf den größ­ten Jazz­fe­sti­vals des Lan­des ist. Mit Schlag­zeu­ger Pete York und Gitar­rist Hen­rik Freisch­la­der ali­as „The Dead­ly Bros.“ ist er am Frei­tag, den 7. August live auf der See­büh­ne Bay­reuth zu erle­ben. 

Eigent­lich wäre Hel­ge Schnei­der im Som­mer mit sei­ner neu­en Come­dy-Show „Die Wie­der­kehr des blau­grü­nen Sma­ragd­kä­fers“ auf Tour gewe­sen, wenn das Ver­bot von Groß­ver­an­stal­tun­gen ihm nicht einen Strich durch die Rech­nung gemacht hät­te. Doch ein Künst­ler vom Schlag eines Hel­ge Schnei­ders fin­det auch hier eine Lösung: Kurz ent­schlos­sen plan­te er um und tritt nun zusam­men mit Pete York – Grün­dungs­mit­glied der legen­dä­ren Spen­cer Davis Group – und dem 35-jäh­ri­gen Blues­gi­tar­ri­sten Hen­rik Freisch­la­der in klei­ne­rem, fami­liä­rem Rah­men mit sei­nem Jazz­pro­jekt „The Dead­ly Bros.“ auf.

Schnei­der, der als 17-Jäh­ri­ger nach einer Son­der­be­gab­ten­prü­fung am Duis­bur­ger Kon­ser­va­to­ri­um ein Kla­vier­stu­di­um auf­nahm, begann sei­ne Musik­kar­rie­re in den 70er-Jah­ren in den Jazz­clubs des Lan­des, arbei­te­te neben­bei aber auch als Stu­dio­mu­si­ker, Kom­po­nist, Stumm­film­be­glei­ter und Schau­spie­ler. Der gro­ße Durch­bruch gelang dem Mul­ti­in­stru­men­ta­li­sten aber erst ab Ende der 80er-Jah­re als „sin­gen­de Her­ren­tor­te“ mit einem Mix aus Jazz und par­odi­sti­schen Schla­gern, gar­niert mit impro­vi­sier­ten absur­den Geschich­ten in bester dada­isti­scher Tra­di­ti­on. Auf­trit­te in „Wet­ten, dass…?“ und Fil­me wie „Texas – Doc Sny­der hält die Welt in Atem“ ver­lie­hen Schnei­der in den 90er-Jah­ren das Attri­but „Kult“, mit dem er selbst frei­lich wenig anfan­gen konn­te. Aber auch wenn er in der Fol­ge in sei­nen Büh­nen­pro­gram­men den Schwer­punkt wie­der stär­ker Rich­tung Jazz ver­la­ger­te, tat dies sei­nem Beliebt­heits­grad kei­nen Abbruch. So lan­de­te zum Bei­spiel 2013 das Album „Som­mer, Son­ne, Kak­tus“ auf Platz eins der deut­schen Charts.

Gera­de die impro­vi­siert-dada­isti­schen Momen­te sei­ner Kunst las­sen leicht ver­ges­sen, wie viel Qua­li­tät Hel­ge Schnei­der in sei­ner Band ver­eint. So begann sein bri­ti­scher Schlag­zeu­ger Pete York, mit dem Schnei­der bereits seit vie­len Jah­ren regel­mä­ßig tourt, sei­ne Kar­rie­re als Grün­dungs­mit­glied der Spen­cer Davis Group und arbei­te­te in Fol­gen mit inter­na­tio­na­len Grö­ßen wie John Lord, Keith Moon oder Klaus Dol­din­ger zusam­men. Gitar­rist Hen­rik Freisch­la­der wie­der­um gilt als einer der besten deut­schen Blues­gi­tar­ri­sten. Und den­noch: Was genau einen beim Kon­zert der „Dead­ly Bros.“ auf der See­büh­ne Bay­reuth erwar­tet, kann man wohl nur am Abend selbst erfah­ren, ist Hel­ge Schnei­der doch immer für mehr als eine Über­ra­schung gut. Und genau dar­in liegt wohl sei­ne größ­te Stär­ke.

Das Kon­zert fin­det unter den aktu­el­len Sicher­heits- und Hygie­ne­auf­la­gen statt, Tickets sind streng limi­tiert. Die Ver­an­stal­tung beginnt um 20 Uhr, Ein­lass ist ab 19 Uhr. Tickets gibt es im Vor­ver­kauf unter okticket​.de sowie in Bay­reuth an der Thea­ter­kas­se und beim Nord­baye­ri­schen Kurier. Die ursprüng­lich für den 10.8.20 geplan­te Come­dy-Show „Die Wie­der­kehr des blau­grü­nen Sma­ragd­kä­fers“ wur­de auf den 8.8.2021 ver­legt. Tickets hier­für haben für das neu ange­setz­te Kon­zert mit „The Dead­ly Bros.“ kei­ne Gül­tig­keit. Wei­te­re Infos zum Festi­val fin­den sich unter www​.see​bue​h​ne​-bay​reuth​.de.