Forch­heim: Klaus Swo­bo­da, Chef­arzt der Radio­lo­gie am Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz, geht in den Ruhe­stand

Klaus Swo­bo­da ver­ab­schie­det sich in den Ruhe­stand / Foto: Fran­ka Struve

Forch­heim, 8.07.2020 – Viel fehlt nicht, dann hät­te Klaus Swo­bo­da sein 25. Dienst­ju­bi­lä­um im Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz gefei­ert. Am 1. Novem­ber 1996 begann er sei­ne Tätig­keit als Chef­arzt für die neu gegrün­de­te Rönt­gen­ab­tei­lung am alten Forch­hei­mer Städ­ti­schen Kran­ken­haus in der Spi­tal­str. 4. Im Juli wur­de er in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det. Sowohl Geschäfts­füh­rer Sven Oel­kers als auch der ärzt­li­che Direk­tor Prof. Dr. med. Jür­gen Gschoss­mann dank­ten dem schei­den­den Chef­arzt der Radio­lo­gie im Namen aller Mit­ar­bei­ter für die gelei­ste­ten Dien­ste und ver­ab­schie­de­ten ihn mit einem gro­ßen Blu­men­strauß in den Ruhe­stand.

„Chef­arzt Dr. Klaus Swo­bo­da präg­te über ein Vier­tel­jahr­hun­dert lang die Radio­lo­gie im Forch­hei­mer Kran­ken­haus und hat sie fach­lich und tech­nisch wei­ter aus­ge­baut“, so Sven Oel­kers. Zehn Jah­re, bis Ende 2017, ver­trat der Radio­lo­ge die lei­ten­den Ärz­te des Forch­hei­mer Kli­ni­kums als ärzt­li­cher Direk­tor und damit Teil der Betriebs­lei­tung zusam­men mit dem Kran­ken­haus­di­rek­tor und der Pfle­ge­di­rek­to­rin. Als Vor­sit­zen­der der Hygie­nekom­mis­si­on hat er sich ins­be­son­de­re um die Kran­ken­haus­hy­gie­ne ver­dient gemacht. Im Kran­ken­haus­ver­gleichs­re­port der Uni­ver­si­tät Frei­burg von 2018/2019 liegt der Anti­bio­ti­ka­ver­brauch des Kli­ni­kums bei Kli­ni­ken mit weni­ger 400 Bet­ten wei­ter­hin im guten Durch­schnitt. Die Ver­ab­rei­chung von Arz­nei­stof­fen mit einem brei­ten anti­mi­kro­biel­len Wirk­spek­trum begün­stigt die Ent­wick­lung von Resi­sten­zen bei Bak­te­ri­en und ande­ren Mikro­or­ga­nis­men. Bei der Bau­pla­nung Strah­len weg berück­sich­ti­gen Nach span­nen­den Epi­so­den in sei­nem Arbeits­le­ben befragt, fal­len dem Chef­arzt die Pla­nung und der Bau des Kan­ken­haus­neu­bau­es in der Kran­ken­haus­stra­ße 10 ein. Bei der Kon­zep­ti­on der Rönt­gen­ab­tei­lung war sein Sach­ver­stand gefragt, als es um die Anord­nung und Aus­rich­tung der Rönt­gen­ge­rä­te ging. Die­se soll­ten so platz­iert sein, dass der Strah­len­weg nicht auf war­ten­de Pati­en­ten und Per­so­nal gerich­tet sind: „Wir haben die Anord­nung der Gerä­te in der Pla­nungs­pha­se immer wie­der umge­stellt und die Archi­tek­ten fast zur Weiß­glut getrie­ben“, erin­nert sich der 64-Jäh­ri­ge schmun­zelnd.

Eine gro­ße tech­ni­sche Neue­rung stell­te anläss­lich des Umzu­ges in den Neu­bau die Umstel­lung vom klas­si­schen Rönt­gen­fim mit Naß­ent­wick­lung auf die elek­tro­ni­sche Spei­cher­fo­li­en­tech­nik dar, wel­che die digi­ta­le Bild­nach­be­ar­bei­tung und –Spei­che­rung ermög­lich­te. Moder­ne, lei­stungs­star­ke Gerä­te für bild­ge­ben­de Ver­fah­ren Die Anschaf­fung des 1‑Tesla Kern­spin­to­mo­gra­phen “Har­mo­ny” im Jahr 2000 erwei­ter­te das Spek­trum des dama­li­gen Städ­ti­schen Kran­ken­hau­ses: Die­ses scho­nen­de, prak­tisch risi­ko­lo­se Ver­fah­ren, auch Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie genannt, setzt ein star­kes Magnet­feld und elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len ein, um die unter­schied­li­chen Gewe­be­struk­tu­ren und deren krank­haf­te Ver­än­de­run­gen sicht­bar zu machen. Wich­ti­ge Ein­satz­ge­bie­te sind die prä­zi­se Dar­stel­lung von Ent­zün­dun­gen, die Früh­erken­nung von Tumo­ren und die Dar­stel­lung von krank­haf­ten Gefäß­pro­zes­sen. Mitt­ler­wei­le wur­de das Gerät durch ein deut­lich stär­ke­res 3‑Tes­la-Gerät ersetzt. 2016 wur­de die Aus­stat­tung der Radio­lo­gie um einen neu­en strah­lungs­är­me­ren Com­pu­ter­to­mo­gra­phen, dem CT „Som­atom Defi­ni­ti­on AS 64“ ergänzt, wel­cher mit 64 Zeilen/​Schichten pro Rota­ti­on eine län­ge­re Unter­su­chungs­strecke und höhe­re Bild­qua­li­tät erlaubt.

„Frü­her woll­te ich eigent­lich Inter­nist wer­den“, gesteht der Radio­lo­ge: “Es haben nur noch zwei Jah­re gefehlt, aber dann war eine pas­sen­de Rönt­gen­stel­le in Strau­bing frei.“ Rück­blickend habe die Arbeit Spaß gemacht, sei aber auch stres­sig gewe­sen mit oft­mals mehr als 40 Arbeits­stun­den pro Woche. Am Ende sei­ner Dienst­zeit möch­te er sich bei allen sei­nen Mit­ar­bei­tern bedan­ken, auf die er sich 100 pro­zen­tig ver­las­sen konn­te, nament­lich bei Dr. Gerald Beck, lei­ten­der Ober­arzt, Karo­la Zirn­sack, lei­ten­de MFA und sei­ner Chef­se­kre­tä­rin Ingrid Stirn­weiß. Dr. Klaus Swo­bo­da (64) ist in Herr­sching am Ammer­see gebo­ren und auf­ge­wach­sen. Er besuch­te das Max-Born-Gym­na­si­um in Ger­me­ring. An der Uni Regens­burg stu­dier­te er vor­kli­ni­sche Medi­zin, dann setz­te er sein Stu­di­um am Kli­ni­kum Rechts der Isar in Mün­chen fort. Von 1981 bis 1983 war Klaus Swo­bo­da als Wehr­pflich­ti­ger Stabs­arzt für 15 Mona­te bei der Bun­des­wehr. Es folg­ten Assi­stenz­arzt­tä­tig­kei­ten (Inne­res und Rönt­gen­dia­gno­stik) in Regens­burg und in Strau­bing, Fach­arzt­prü­fung für Radio­lo­gi­sche Dia­gno­stik 1991 und von 1992 bis 1996 Ober­arzt am Kli­ni­kum Pas­sau. Dr. Klaus Swo­bo­da ist ver­hei­ra­tet und hat zwei erwach­se­ne Söh­ne, 28 und 30 Jah­re alt.