Bam­ber­ger Mahn­wa­che Asyl zeigt Soli­da­ri­tät mit Äbtis­sin Mechthild

Foto: Mar­kus Trenkle

Die Bam­ber­ger Mahn­wa­che Asyl zeig­te die­sen Mon­tag ihre Soli­da­ri­tät mit Äbtis­sin Mecht­hild Thür­mer aus Kirch­schlet­ten. Über 30 Frau­en hat die cou­ra­gier­te Ordens­frau in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in ihrem Klo­ster Kir­chen­asyl gewährt. Alle waren huma­ni­tä­re Här­te­fäl­le und ord­nungs­ge­mäß den Behör­den gemel­det. Jetzt hat sie einen Straf­be­fehl wegen Bei­hil­fe zum ille­ga­len Auf­ent­halt erhal­ten und muss sich vor Gericht ver­ant­wor­ten. Mitt­ler­wei­le wur­den auch wei­te­ren Ver­ant­wort­li­chen von Kir­chen­asylen im Land­kreis Bam­berg die Zustel­lung von Straf­be­feh­len ange­kün­digt. Pfar­re­rin Mir­jam Elsel, Orga­ni­sa­to­rin der Mahn­wa­chen Asyl und Koor­di­na­to­rin für die Flücht­lings­ar­beit im Evang.-Luth. Deka­nat Bam­berg, kri­ti­siert die Ent­wick­lung scharf: „Kir­chen­asyl ist ein letz­ter Schutz­raum für Geflüch­te­te. Es dient dazu die Men­schen­wür­de sicher zu stel­len. Kir­chen­ge­mein­den, Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer und Ordens­leu­te, die Kir­chen­asyl gewäh­ren sind kei­ne Straf­tä­ter. Sie neh­men huma­ni­tä­re Ver­ant­wor­tung für unse­re Gesell­schaft wahr und han­deln nach ihrem christ­li­chen Selbst­ver­ständ­nis.“ Die über 200 Teil­neh­me­rIn­nen der Mahn­wa­che Asyl setz­ten mit einem Soli­da­ri­täts­fo­to für Äbtis­sin Mecht­hild ein deut­li­ches Zei­chen gegen jede Kri­mi­na­li­sie­rung von Kirchenasylen.

Musi­ka­li­sche Unter­stüt­zung gab es vom „Duo Cel­l­oboe“. In einer Eigen­kom­po­si­ti­on ver­band der Edu­ard und Nadi­ne Resa­tsch bio­gra­phi­sche Erfah­run­gen von Frem­de und Hei­mat zwi­schen der Ukrai­ne und Deutsch­land zu einem klang­vol­len Zwie­ge­spräch von Cel­lo und Oboe. Der Schau­spie­ler und Prin­zi­pal des Bren­ta­no Thea­ters Mar­tin Neu­bau­er rezi­tier­te dazu Shake­speare, des­sen Refle­xio­nen zur Flucht und Ver­trei­bung vor 400 Jah­ren erschreckend aktu­ell klangen.

Die Bam­ber­ger Mahn­wa­che Asyl fin­det seit drei­ein­halb Jah­ren jeden Mon­tag in der Bam­ber­ger Innen­stadt statt. Sie wird getra­gen vom Netz­werk Bil­dung und Asyl, Freund statt fremd, der Inter­re­li­giö­sen Frau­en­in­itia­ti­ve und Geflüch­te­ten. Sie setzt sich ein für fai­re Asyl­ver­fah­ren und eine men­schen­wür­di­ge Flüchtlingspolitik