Gewerk­schaft NGG: In Bay­reuth sank Zahl der Aus­bil­dungs­plät­ze um 4,2 Pro­zent

Aus­bil­dung in einer Bäcke­rei: Die Gewerk­schaft NGG for­dert Betrie­be dazu auf, auch in Kri­sen­zei­ten wei­ter auf Azu­bis zu set­zen. Foto: NGG

Neu­es Aus­bil­dungs­jahr: Gewerk­schaft NGG fürch­tet um „Genera­ti­on Coro­na“

Wenn Coro­na die Kar­rie­re­plä­ne durch­kreuzt: Vor dem Start des neu­en Aus­bil­dungs­jah­res hat die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) vor gra­vie­ren­den Fol­gen der Pan­de­mie für Berufs­an­fän­ger in Bay­reuth gewarnt. Bereits im ablau­fen­den Aus­bil­dungs­jahr hät­ten vie­le Fir­men die betrieb­li­che Aus­bil­dung deut­lich zurück­ge­fah­ren oder ganz ein­ge­stellt. Nach Anga­ben der Arbeits­agen­tur sank die Zahl der ange­bo­te­nen Aus­bil­dungs­plät­ze in der Stadt zwi­schen Okto­ber und Juni um 4,2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum.

„Trotz Kri­se soll­ten die Unter­neh­men alles dar­an­set­zen, die Aus­bil­dung auf­recht­zu­er­hal­ten und dafür die neu­en staat­li­chen För­der­mit­tel nut­zen. Wer heu­te auf Azu­bis ver­zich­tet, dem feh­len mor­gen die Fach­kräf­te“, betont der Geschäfts­füh­rer der NGG-Regi­on Ober­fran­ken, Micha­el Grundl. Beson­ders dra­ma­tisch sei die Lage in Hotels und Gast­stät­ten, aber auch im Lebens­mit­tel­hand­werk.

„Coro­na könn­te den Fach­kräf­te­man­gel aus­ge­rech­net in Bran­chen ver­schär­fen, die ohne­hin seit Jah­ren kaum noch Nach­wuchs fin­den“, warnt Grundl. Dabei grei­fe die Poli­tik betrof­fe­nen Fir­men längst unter die Arme. Nach den Beschlüs­sen der Gro­ßen Koali­ti­on bekom­men klei­ne­re und mitt­le­re Betrie­be, die im Zuge der Coro­na­kri­se Umsatz­ein­bu­ßen von mehr als 60 Pro­zent ver­zeich­net haben, einen Zuschuss von 2.000 Euro für jeden nicht gestri­che­nen Aus­bil­dungs­platz. Wer zusätz­li­che Azu­bi-Stel­len schafft, erhält pro Platz 3.000 Euro. Außer­dem kön­nen sich Fir­men, die wegen Coro­na Arbeits­aus­fäl­le von min­de­stens 50 Pro­zent haben, drei Vier­tel der Aus­bil­dungs­ver­gü­tung erstat­ten las­sen.

„Wer gut durch die Kri­se gekom­men ist, soll­te als Unter­neh­mer eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung zei­gen und Azu­bis aus insol­ven­ten Betrie­ben über­neh­men“, for­dert Grundl. Auch dafür hat die Bun­des­re­gie­rung eine Prä­mie beschlos­sen. Wer in tech­ni­schen Beru­fen, etwa als ange­hen­der Mecha­tro­ni­ker, von der Plei­te des Arbeit­ge­bers betrof­fen ist, kann auch von einem Süß­wa­ren­her­stel­ler oder einer Groß­braue­rei zu Ende aus­ge­bil­det wer­den. Wegen der ver­gleichs­wei­se guten wirt­schaft­li­chen Lage der Lebens­mit­tel­in­du­strie sei die Bran­che auch in der Regi­on aktu­ell noch auf der Suche nach Azu­bis, so die NGG.„In den kom­men­den Mona­ten müs­sen die Unter­neh­men dafür sor­gen, dass die Coro­na­kri­se nicht zu einer Azu­bi-Kri­se wird. Am Ende geht es auch dar­um, ob Gäste beim Restau­rant-oder Hotel­be­such künf­tig noch den gewohn­ten Stan­dard erwar­ten kön­nen. Den garan­tie­ren lang­fri­stig nur gelern­te Köche und aus­ge­bil­de­te Hotel­fach­leu­te“, so Grundl.