Initia­ti­ve “Justiz und Medi­en – kon­se­quent gegen Hass” zieht erste Bilanz

Symbolbild Justiz

Online-Ver­an­stal­tung am 22. Juli

106 Prüf­bit­ten, 95 Ermitt­lungs­ver­fah­ren, eine rechts­kräf­ti­ge Ver­ur­tei­lung: Die im Okto­ber 2019 ins Leben geru­fe­ne gemein­sa­me Initia­ti­ve “Justiz und Medi­en – kon­se­quent gegen Hass” des baye­ri­schen Justiz­mi­ni­ste­ri­ums und der Baye­ri­schen Lan­des­zen­tra­le für neue Medi­en (BLM) zur Bekämp­fung von Hass­kri­mi­na­li­tät im Inter­net kann bereits Ergeb­nis­se vor­wei­sen. Ein erster Erfolg – zumal die Ermitt­lun­gen auf­grund schwie­ri­ger Täter­iden­ti­fi­zie­rung oder Aus­lands­tat­be­stän­den sehr kom­plex sind.

Der baye­ri­sche Justiz­mi­ni­ster Georg Eisen­reich: “Es freut mich sehr, dass unser Vor­stoß auf brei­te Reso­nanz in den Medi­en stößt. Das Pro­jekt ist ein wich­ti­ger Schritt, um Hate Speech erfolg­reich zu bekämp­fen. Denn im Netz hat sich etwas zusam­men­ge­braut, das zu einer Gefahr für unse­re Demo­kra­tie gewor­den ist. Wer die Mei­nungs­frei­heit schüt­zen will, muss straf­ba­ren Hass kon­se­quent bekämp­fen. Zudem kann aus Hass im Netz schnell rea­le Gewalt wer­den. Wir müs­sen ein­grei­fen, bevor aus Wor­ten Taten wer­den.”

BLM-Prä­si­dent Sieg­fried Schnei­der: “Unse­re gemein­sa­me Initia­ti­ve setzt ein kla­res Zei­chen für Mei­nungs­frei­heit und gegen Hass und Het­ze im Netz. Sie hat schon jetzt bewirkt, dass bei vie­len Medi­en­un­ter­neh­men die Sen­si­bi­li­tät für die Not­wen­dig­keit der Straf­ver­fol­gung gestie­gen ist und das The­ma auch in der Öffent­lich­keit ver­stärkt dis­ku­tiert wird. Die­sen Weg wol­len wir – im Sin­ne eines guten Mit­ein­an­ders in unse­rer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft – kon­se­quent wei­ter­ge­hen. Denn je mehr dabei sind, desto grö­ßer ist die prä­ven­ti­ve Wir­kung.”

Um die Medi­en­häu­ser wei­ter zu ermu­ti­gen, Hass­po­stings bei der Staats­an­walt­schaft zu mel­den und nicht nur zu löschen, lädt die Initia­ti­ve anläss­lich des “Euro­pa­wei­ten Akti­ons­tags für die Betrof­fe­nen von Hass­kri­mi­na­li­tät” am 22. Juli 2020 zu einer Online-Ver­an­stal­tung unter dem Mot­to “Justiz, Medi­en, Gesell­schaft – gemein­sam gegen Hate Speech” ein.

Hin­wei­se zur Online-Ver­an­stal­tung “Justiz, Medi­en, Gesell­schaft – gemein­sam gegen Hate Speech am 22. Juli 2020 von 11:00 bis 12:15 Uhr:

Wie und in wel­chem Umfang Medi­en­schaf­fen­de via Social Media belei­digt, dif­fa­miert und ange­grif­fen wer­den – das hat Prof. Dr. Andre­as Zick, Lei­ter des Insti­tuts für inter­dis­zi­pli­nä­re Kon­flikt- und Gewalt­for­schung an der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld unter­sucht. Er wird sei­ne Stu­die “Hass und Angrif­fe auf Medi­en­schaf­fen­de. Zur Wahr­neh­mung von und Erfah­run­gen mit Angrif­fen auf Journalist*innen” vor­stel­len.

Anschlie­ßend dis­ku­tie­ren Georg Eisen­reich, Baye­ri­scher Staats­mi­ni­ster der Justiz, und Sieg­fried Schnei­der, Prä­si­dent der BLM, mit Ver­tre­tern aus den Berei­chen Medi­en, Justiz und Cyber­psy­cho­lo­gie, u.a. mit dem Hate-Speech-Beauf­trag­ten der baye­ri­schen Justiz, Ober­staats­an­walt Klaus-Die­ter Hart­leb.

Alles zur Ver­an­stal­tung gibt es unter www​.blm​.de/​g​e​g​e​n​-​h​a​t​e​-​s​p​e​ech. Dort kön­nen Sie sich auch zum Live­stream der Ver­an­stal­tung anmel­den. Möch­ten Sie sich aktiv an der Ver­an­stal­tung betei­li­gen, sen­den wir Ihnen ger­ne einen Zoom-Zugangs­link zu. Dann mel­den Sie sich bit­te per E‑Mail unter konsequentgegenhass@​blm.​de an.

Über die Initia­ti­ve “Justiz und Medi­en – kon­se­quent gegen Hass“

Das baye­ri­sche Justiz­mi­ni­ste­ri­um und die BLM haben das gemein­sa­me Pro­jekt im Okto­ber 2019 ins Leben geru­fen. Seit­dem kön­nen sich Medi­en­un­ter­neh­men in einem ein­fa­chen und effi­zi­en­ten Online-Ver­fah­ren mit einer Prüf­bit­te oder Straf­an­zei­ge an die Justiz wen­den – etwa wegen volks­ver­het­zen­der Kom­men­ta­re und ande­rer straf­ba­rer Inhal­te wie Bedro­hun­gen oder Hate Speech auf den von ihnen betrie­be­nen Platt­for­men. Ansprech­part­ner ist die Gene­ral­staats­an­walt­schaft Mün­chen. Mehr als 110 Medi­en­un­ter­neh­men unter­stüt­zen die Initia­ti­ve aktu­ell mit ihrem Logo, über 70 davon betei­li­gen sich aktiv an dem Pro­jekt und haben sich bereits bei der Staats­an­walt­schaft in Sachen straf­recht­li­che Rele­vanz von Hate Speech sowie der Über­mitt­lung von Prüf­bit­ten schu­len las­sen. Alle Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter www​.kon​se​quent​-gegen​-hass​.de.