Gast­pro­fes­sur: Zwei Not­re-Dame-Exper­ten tref­fen in Bam­berg auf­ein­an­der

Symbolbild Bildung

Dany San­dron aus Paris arbei­tet mit Kunst­hi­sto­ri­ker Ste­phan Albrecht von der Uni­ver­si­tät Bam­berg zusam­men und bie­tet einen Vor­trag zur Geschich­te von Not­re-Dame an

Dany Sandron auf dem Kirchturm des Freiburger Münsters. Foto: Bruno Klein/TU Dresden

Dany San­dron auf dem Kirch­turm des Frei­bur­ger Mün­sters. Foto: Bru­no Klein/​TU Dres­den

Mit Prof. Dr. Ste­phan Albrecht hat die Uni­ver­si­tät Bam­berg einen Exper­ten zu Not­re-Dame in ihren Rei­hen. Er forscht seit mehr als 20 Jah­ren zur Kathe­dra­le, die bei einem Groß­brand im April 2019 stark beschä­digt wur­de. Von 2015 bis 2018 unter­such­te Albrecht im Rah­men des For­schungs­pro­jekts „Por­ta­le als Ort der Trans­for­ma­ti­on“ die Kathe­dra­le mit 3D-Scan­tech­ni­ken. Mit den Ver­mes­sun­gen hilft Albrecht nun maß­geb­lich beim Wie­der­auf­bau von Not­re-Dame und betei­ligt sich an der Initia­ti­ve „Chan­tier Not­re-Dame“. In die­ser Initia­ti­ve bringt die fran­zö­si­sche For­schungs­or­ga­ni­sa­ti­on „Cent­re natio­nal de la recher­che sci­en­ti­fi­que“ Exper­tin­nen und Exper­ten aus ver­schie­de­nen Fach­be­rei­chen zusam­men, um eine wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge für den Wie­der­auf­bau der Kathe­dra­le Not­re-Dame zu schaf­fen.

Nun kommt mit Kunst­hi­sto­ri­ker Prof. Dr. Dany San­dron von der Sor­bon­ne Uni­ver­si­tät in Paris ein wei­te­rer Not­re-Dame-Exper­te an die Uni­ver­si­tät Bam­berg. Er hat im Som­mer die Johann-von-Spix-Gast­pro­fes­sur inne, die seit 2015 an inter­na­tio­na­le Gast­pro­fes­so­rin­nen und ‑pro­fes­so­ren ver­ge­ben wird. Er ver­stärkt den Lehr­stuhl für Kunst­ge­schich­te, ins­be­son­de­re für Mit­tel­al­ter­li­che Kunst­ge­schich­te, von Ste­phan Albrecht. Damit tref­fen zwei Not­re-Dame-Lieb­ha­ber und ‑Exper­ten auf­ein­an­der.

Die geschichts­träch­ti­ge Kathe­dra­le Not­re-Dame ist Gegen­stand eines Vor­trags

An sei­ner Hei­mat­uni­ver­si­tät in Paris ist Dany San­dron Pro­fes­sor für Mit­tel­al­ter­li­che Kunst­ge­schich­te. Sei­ne For­schungs­schwer­punk­te lie­gen in goti­scher Archi­tek­tur und monu­men­ta­ler Skulp­tur des 12. bis 14. Jahr­hun­derts. Unter dem Titel „Not­re-Dame in Paris: eine Kathe­dra­le in stän­di­ger Ver­wand­lung“ beschäf­tigt sich Dany San­dron am Mitt­woch, 22. Juli, um 18 Uhr in einem Vor­trag mit der geschichts­träch­ti­gen Kathe­dra­le des Erz­bis­tums Paris. Er zeich­net die Geschich­te des goti­schen Bau­werks zwi­schen dem 12. und 14. Jahr­hun­dert nach:

In den frü­hen 1160er Jah­ren begann der Bau der Kathe­dra­le. „Not­re-Dame war damals das ehr­gei­zig­ste Denk­mal des west­li­chen Chri­sten­tums. Seit jeher ist Not­re-Dame einer Meta­mor­pho­se unter­wor­fen“, erzählt San­dron. Noch vor der Fer­tig­stel­lung des Bau­werks in den 1240er Jah­ren habe die Kathe­dra­le gro­ße Ver­än­de­run­gen erfah­ren: „Es wur­de zum Bei­spiel eine Sei­ten­ka­pel­le hin­zu­ge­fügt und Fen­ster und Stütz­sy­ste­me wur­den ver­än­dert“, erklärt der Kunst­hi­sto­ri­ker. Der erste Umbau erfolg­te bereits Mit­te des 13. Jahr­hun­derts mit der Errich­tung neu­er Quer­haus­fas­sa­den und dem Bau eines Vie­rungs­tur­mes. „Die Umge­stal­tung des Cho­res im 14. Jahr­hun­dert ver­lieh dem Gebäu­de letzt­end­lich eine ganz neue Sil­hou­et­te“, sagt San­dron.

Eine wei­te­re Ver­än­de­rung hat die Kathe­dra­le beim Groß­brand 2019 erfah­ren müs­sen. „Gera­de in Anbe­tracht der enor­men Schä­den, die Not­re-Dame davon­ge­tra­gen hat, ist es inter­es­sant, einen Blick auf die bau­li­che Geschich­te der Kathe­dra­le zu wer­fen“, sagt Albrecht. Der Vor­trag fin­det online über Micro­soft Teams statt und kann kosten­los ver­folgt wer­den.