DGB Mit­tel­fran­ken zum The­ma “Volks­be­geh­ren Mie­ten­stopp”

Pres­se­mit­tei­lung des DGB Regi­on Mit­tel­fran­ken:

Der Baye­ri­sche Ver­fas­sungs­ge­richts­hof hat heu­te in der juri­sti­schen Fach­fra­ge ent­schie­den, ob ein Mie­ten­stopp durch Lan­des- oder Bun­des­ge­setz­ge­bung gere­gelt wer­den kann. Mit der Ableh­nung der Lan­des­kom­pe­tenz, wird lei­der auch das Volks­be­geh­ren #6JahreMietenstopp nicht zuge­las­sen. Die end­gül­ti­ge Klä­rung der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz wird das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­aus­sicht­lich im Herbst tref­fen.

„Durch das Volks­be­geh­ren wären Miet­erhö­hun­gen in 162 Städ­ten und Gemein­den für sechs Jah­re aus­ge­schlos­sen, nach Moder­ni­sie­run­gen und bei Wie­der­ver­mie­tun­gen soll maxi­mal die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te ver­langt wer­den dür­fen. Pro­fi­tiert vom Volks­be­geh­ren hät­ten bei­spiels­wei­se auch die Mie­te­rin­nen und Mie­ter in den kreis­frei­en Städ­ten Nürn­berg, Fürth, Erlan­gen und Schwa­bach. Das Volks­be­geh­ren ist gerecht und aus­ge­wo­gen: Fai­re Ver­mie­ter, die deut­lich unter der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te ver­mie­ten, dür­fen noch bis 80 Pro­zent der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te erhö­hen, um nicht in Bedräng­nis zu kom­men. Des­halb hat der Deut­sche Gewerk­schafts­bund das Volks­be­geh­ren von Beginn an unter­stützt, gemein­sam mit Mie­ter­initia­ti­ven, den Mie­ter­ver­bän­den im Baye­ri­schen Mie­ter­bund, der SPD und der Lin­ken und vie­len ande­ren. “ erklärt DGB Regi­ons­ge­schäfts­füh­rer Ste­phan Doll.

Die Initia­to­ren wer­den wei­ter machen, denn das The­ma bleibt. Gera­de in der aktu­el­len Situa­ti­on ist eine Atem­pau­se für Mieter*innen wich­tig. In der Coro­na-Kri­se müs­sen vie­le Beschäf­tig­te Ein­kom­mens­ein­bu­ßen durch Kurz­ar­beit schul­tern oder haben Angst um ihren Arbeits­platz. In die­sen unsi­che­ren Zei­ten, ist die Sicher­heit, dass die eige­nen vier Wän­de nicht durch stän­di­ge Miet­erhö­hun­gen unbe­zahl­bar wer­den, noch wich­ti­ger. Die Initia­to­ren nut­zen die Zeit bis zur Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­ent­schei­dung, um kon­kre­te Schrit­te zu pla­nen und die Bun­des­re­gie­rung zu über­zeu­gen, einen Mie­ten­stopp in allen betrof­fe­nen Städ­ten und Kom­mu­nen bun­des­weit zu erlas­sen.

Zum Volks­be­geh­ren:

Die wich­tig­sten For­de­run­gen im Über­blick:

  • Sechs Jah­re lang kei­ne Miet­erhö­hun­gen bei lau­fen­den Miet­ver­hält­nis­sen – auch bei Staf­fel- und Index­miet­ver­trä­gen
  • Aus­ge­nom­men sind Mie­ten in Neu­bau­ten, da Inve­sti­tio­nen nicht gebremst wer­den sol­len
  • Bei Wie­der­ver­mie­tun­gen und nach Moder­ni­sie­run­gen soll maxi­mal noch die orts­üb­li­che Ver­gleichs­mie­te ver­langt wer­den dür­fen
  • Spiel­raum für fai­re Ver­mie­ter: Miet­erhö­hung bis 80 Pro­zent der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te mög­lich

Mehr Infor­ma­tio­nen unter: https://​mie​ten​stopp​.de/