Archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bung stößt in Höchstadt (Gewer­be­ring) auf 3000 Jah­re alte Kel­ten­sied­lung

Archäologische Ausgrabungsfläche am Gewerbering Höchstadt a.d. Aisch. Foto: SEVENHILLS Agentur für Werbung, Bamberg
Archäologische Ausgrabungsfläche am Gewerbering Höchstadt a.d. Aisch. Foto: SEVENHILLS Agentur für Werbung, Bamberg

Rie­si­ges Boden­denk­mal bie­tet ein­ma­li­ge Gele­gen­heit, eine voll­stän­di­ge Kel­ten­sied­lung aus­zu­gra­ben

Im Zuge des Baus eines DHL Ver­tei­ler­stütz­punkts am Gewer­be­ring in Höchstadt wur­de Ende Juni / Anfang Juli 2020 ein ca. 800 m² gro­ßes Grund­stück archäo­lo­gisch aus­ge­gra­ben. Die bau­be­glei­ten­den Arbei­ten erfolg­ten in enger Abstim­mung mit den Bau­fir­men und wur­den daher punk­tu­ell nach und nach durch­ge­führt, um zeit­li­che Ver­zö­ge­run­gen der eigent­li­chen Bau­ar­bei­ten zu ver­mei­den.

Auch wenn bereits durch land­wirt­schaft­li­che Boden­ein­grif­fe der letz­ten Jahr­zehn­te (z.B. durch Pflü­ge) ein Groß­teil der Befun­de zer­stört sind, so bie­ten die noch erhal­te­nen Reste dem Archäo­lo­gen­team der Bam­ber­ger Gra­bungs­fir­ma IN TER­RA VERI­TAS inter­es­san­te und auf­schluss­rei­che Ein­blicke.

Etwa ein Vier­tel der archäo­lo­gi­schen Über­bleib­sel der Kel­ten­sied­lung waren in die­sem Bereich noch erhal­ten. Die­se bil­de­ten auch nur einen Teil des sehr viel weit­läu­fi­ge­ren Ortes aus der sog. Hall­statt­zeit (etwa 1000 v.Chr.) ab. Trotz­dem ist die­se Aus­gra­bung von enor­mer Bedeu­tung, da zuvor an ande­ren Stel­len bereits groß­flä­chig aus­ge­gra­ben wur­de. Bei­spiels­wei­se wur­den beim Bau der Auto­bahn A3 zahl­rei­che Grä­ber aus die­ser Zeit frei­ge­legt und wis­sen­schaft­lich erforscht.

Die aktu­el­le Gra­bung ergänzt die bis­he­ri­gen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se über die­ses vor­ge­schicht­li­che Boden­denk­mal. »Wir haben damit die sehr sel­te­ne Gele­gen­heit, eine voll­stän­di­ge Sied­lung aus der Kel­ten­zeit aus­zu­gra­ben«, betont Gra­bungs­lei­ter Juli­an Decker, »so erhal­ten wir am Ende ein nahe­zu lücken­lo­ses Abbild des kom­plet­ten Lebens die­ser vor­ge­schicht­li­chen Gesell­schaft, vom Woh­nen, Essen, Arbei­ten, bis hin zur Bestat­tung«. Die­se Ergeb­nis­se bie­ten ein enor­mes Poten­ti­al für die wei­te­re wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tung.

Die Gra­bungs­ar­bei­ten wur­den inzwi­schen abge­schlos­sen. Der­zeit läuft die Erst­aus­wer­tung.