Bay­ern: GEW – “Poli­tik muss Hygie­ne­stan­dards an Schu­len sicher­stel­len”

GEW: „Poli­tik muss Hygie­ne­stan­dards an Schu­len sicher­stel­len“ – GEW stellt Ergeb­nis­se einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge zur Hygie­ne an Schu­len vor

„Die Coro­na-Pan­de­mie hat die Hygie­ne­män­gel an Schu­len auf­ge­zeigt und Ver­säum­nis­se deut­lich gemacht“, erläu­ter­te die Vor­sit­zen­de der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW), Mar­lis Tepe, die Ergeb­nis­se einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge. In Bay­ern teil­ten 63,1 % der Befrag­ten die Ein­schät­zung, dass die hygie­ni­sche Grund­aus­stat­tung an Schu­len vor der Coro­na-Pan­de­mie durch die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen ver­nach­läs­sigt wur­de.

Die reprä­sen­ta­ti­ve CIVEY-Umfra­ge im Auf­trag der Bil­dungs­ge­werk­schaft GEW zei­ge poli­ti­sche Ver­säum­nis­se auf und den Wunsch nach bes­se­ren hygie­ni­schen Bedin­gun­gen an Schu­len – auch über die Coro­na-Pan­de­mie hin­aus. Dazu ver­weist der baye­ri­sche GEW-Vor­sit­zen­de Anton Salz­brunn auf die baye­ri­schen Zah­len: „Für die Befrag­ten ist das The­ma Hygie­ne an Schu­len nicht auf die Coro­na-Pan­de­mie beschränkt. 76,5 Pro­zent den­ken, dass die Schu­len in Bay­ern auch über die Pan­de­mie hin­aus stär­ker auf die hygie­ni­schen Grund­vor­aus­set­zun­gen ach­ten soll­ten.“

Mar­lis Tepe stell­te zudem klar: „Die Schwie­rig­kei­ten der Schu­len, wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie Hygie­ne und Infek­ti­ons­schutz sicher­zu­stel­len, kamen nicht über­ra­schend. Sie sind eine Fol­ge jahr­zehn­te­lan­ger Ver­nach­läs­si­gung des Bil­dungs­sek­tors, auf die wir die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen immer wie­der hin­ge­wie­sen haben. Maro­de Schu­len sind ein Skan­dal!“ „Auch in Bay­ern gibt es sol­che Schu­len. Zwar wur­de dage­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eini­ges unter­nom­men, aber es geht zu lang­sam vor­an. Dies ist nicht zuletzt dem Spar­wahn der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te in den kom­mu­na­len Ver­wal­tun­gen geschul­det. Jetzt feh­len die Fach­kräf­te in der Bau­ver­wal­tung der Kom­mu­nen!“ sag­te Salz­brunn heu­te in Mün­chen.

Inzwi­schen sei im Bil­dungs­sek­tor bun­des­weit ein Inve­sti­ti­ons­stau in Höhe von 43 Mil­li­ar­den Euro allein bei den Kom­mu­nen ent­stan­den, der nicht zuletzt durch drin­gend reno­vie­rungs­be­dürf­ti­ge Sani­tär­an­la­gen deut­lich wer­de, kri­ti­sier­te die GEW-Vor­sit­zen­de. „Spä­te­stens jetzt muss die Poli­tik aus den Feh­lern der Ver­gan­gen­heit ler­nen und die Kom­mu­nen gut aus­stat­ten. Das müs­sen die Kin­der uns wert sein. Gute hygie­ni­sche Bedin­gun­gen sind wir ihnen schul­dig!“ Um dies zu errei­chen, so Tepe, müs­se auch bei der Gebäu­de­rei­ni­gung und Instand­hal­tung drin­gend gegen­ge­steu­ert wer­den: „Statt Out­sour­cing brau­chen wir auch in der Gebäu­de­rei­ni­gung gute Arbeits­ver­hält­nis­se und aus­rei­chend Per­so­nal. Jetzt ist die Zeit, sich dar­um zu küm­mern.“ „Das muss in ein lan­des­ei­ge­nes Kon­juk­tur­pro­gramm auf­ge­nom­men wer­den. Wann, wenn nicht jetzt!“ mahnt der GEW-Lan­des­vor­sit­zen­de Salz­brunn.

Gemein­sam war­nen die GEW-Vor­sit­zen­de Tepe und der baye­ri­sche Lan­des­vor­sit­zen­de Salz­brunn vor Ein­schnit­ten in die Haus­hal­te der kom­mu­na­len Schul­trä­ger auf­grund der Bela­stun­gen durch die Coro­na-Pan­de­mie. „Bund, Län­der und Kom­mu­nen müs­sen gemein­sam dafür sor­gen, dass end­lich genü­gend in unse­re Schu­len inve­stiert wer­den kann.“

Info: Das Mei­nungs­for­schungs­un­ter­neh­men CIVEY hat im Auf­trag der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) 5003 Per­so­nen zwi­schen dem 25. und dem 27. Juni 2020 befragt. Die Ergeb­nis­se sind reprä­sen­ta­tiv für die deut­sche Bevöl­ke­rung ab 18 Jah­ren und nach Bun­des­län­dern dif­fe­ren­ziert. Der sta­ti­sti­sche Feh­ler der Gesamt­ergeb­nis­se liegt bei 2,5 Pro­zent.