Fas­zi­nie­ren­de Müh­len­tech­nik im Frän­ki­schen Freilandmuseum

Das Rad ist auf dem Lehrgerüst grob zusammengesteckt. Foto: Juliane Sander
Das Rad ist auf dem Lehrgerüst grob zusammengesteckt. Foto: Juliane Sander

Neu­bau eines Mühl­ra­des für die Müh­le aus Unterschlauersbach

Die Mühle aus Unterschlauersbach ist eines des prächtigsten Ge-bäudes im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim. Foto Ute Rau-schenbach

Die Müh­le aus Unter­schlau­ers­bach ist eines des präch­tig­sten Gebäu­des im Frän­ki­schen Frei­land­mu­se­um Bad Winds­heim. Foto Ute Rau-schenbach

Die Müh­le aus Unter­schlau­ers­bach ist eines der präch­tig­sten Gebäu­de des Frän­ki­schen Frei­land­mu­se­ums. Immer wie­der wird sie in Betrieb genom­men, so dass die Besu­cher sehen kön­nen, wie Getrei­de gemah­len wird. Doch nun war der Rad­kranz des höl­zer­nen Mühl­ra­des gebro­chen. Das Was­ser­rad des Mahl­gangs muss­te neu gebaut werden.

Das Müh­len­ge­bäu­de wur­de 1576 in Unter­schlau­ers­bach, im heu­ti­gen Land­kreis Fürth, erbaut und 1601 erwei­tert. Von den ursprüng­li­chen höl­zer­nen Rädern ist kei­nes erhal­ten. Zum Wie­der­auf­bau im Muse­um 1984 wur­den zwei höl­zer­ne Was­ser­rä­der nach alten Vor­la­gen rekonstruiert.

Unser Mühl­rad ist ein „ober­schläch­ti­ges“ Was­ser­rad, d. h. das Was­ser „schlägt“ von oben auf die Schau­feln. Mit Hil­fe einer schma­len höl­zer­nen Zulauf­rin­ne wird das Was­ser kurz vor oder hin­ter dem Schei­tel des Rades von oben in die Rad­kam­mern geleitet.

Frü­her bau­ten die Mül­ler und spe­zi­el­le Müh­len­bau­er die Was­ser­rä­der. Für die Hand­wer­ker des Frei­land­mu­se­ums stell­te der Bau des neu­en Mühl­ra­des eine nicht all­täg­li­che Her­aus­for­de­rung dar. Die Her­stel­lung von Was­ser­rä­dern ist eine auf­wen­di­ge und anspruchs­vol­le Arbeit. Der Bau geschieht in der groß­flä­chi­ge­ren Abbund­hal­le der Werk­statt und in der engen Rad­kam­mer der Müh­le selbst.

Fer­ti­gung und Vor­be­rei­tung der Rad­ele­men­te in der Abbundhalle

Im Janu­ar 2019 wird das defek­te Rad in Ein­zel­tei­len abge­baut. Als Maß- und Kon­struk­ti­ons­vor­la­ge für das neue Rad wird es in der Abbund­hal­le des Bau­hofs ein­ge­la­gert. Hier wer­den die ver­schie­de­nen Ele­men­te des neu­en Rades aus­ge­ar­bei­tet, zusam­men­ge­passt und für den Auf­bau gekenn­zeich­net. Die Aus­ar­bei­tung erfolgt mit Hand­werk­zeu­gen, gro­ßen Hand­ma­schi­nen und sta­tio­nä­ren Maschinen.

Ein­bau des neu­en Rads

Zum Ein­satz bereit!

Das neue Mühlrad in Betrieb, Mai 2019. Foto: Juliane Sander

Das neue Mühl­rad in Betrieb, Mai 2019. Foto: Julia­ne Sander

Das neue Mühl­rad wird am 1. Mai 2019 erfolg­reich in Betrieb genom­men. Die fas­zi­nie­ren­de Tech­nik der Unter­schlau­ers­ba­cher Müh­le lädt wie­der zum Ver­wei­len ein!

Wer sich noch genau­er mit der Tech­nik des Mühl­rad­baus beschäf­ti­gen möch­te, fin­det auf der Web­sei­te des Muse­um (https://​frei​land​mu​se​um​.de/​f​o​r​s​c​h​u​n​g​/​a​k​t​u​e​l​l​e​-​f​o​r​s​c​h​u​n​g​s​p​r​o​-​j​e​k​t​e​/​m​u​e​h​l​e​n​-​i​n​-​f​r​a​n​k​e​n​/​n​e​u​b​a​u​-​d​e​s​-​m​u​e​h​l​r​a​d​s​-​d​e​r​-​m​u​e​h​l​e​-​a​u​s​-​u​n​t​e​r​s​c​h​l​a​u​e​r​s​b​ach) ein „Bau­ta­ge­buch“ mit Bil­dern und Beschrei­bun­gen, die den Neu­bau des Mühl­ra­des detail­liert dokumentieren.

Julia­ne San­der M. A.

Info:

Frei­land­mu­se­um mit sei­nen drei Müh­len (Aumüh­le, Unter­schlau­ers­bach und der Ölmüh­le der Fle­de­richs­müh­le) ist täg­lich geöff­net bis Okto­ber von 9 bis 18 Uhr,
Ein­tritt 7 €, ermä­ßigt 6 €, Fami­li­en 17 €, Teil­fa­mi­li­en 10 €, Kin­der unter 6 Jah­ren sind frei.

Zur­zeit sind aus hygie­ni­schen Grün­den nicht alle Häu­ser geöffnet.

Die drei aktu­el­len Son­der­aus­stel­lun­gen sind geöffnet:

  • „Sau­ber­keit zu jeder Zeit! Hygie­ne auf dem Land“ gro­ße Jah­res­aus­stel­lung im Erd­ge­schoß der Aus­stel­lungs­scheu­ne mit einem Teil­be­reich „Schwit­zen, Schröp­fen und Kurie­ren – Bader in Franken“
  • „Wolfs­kin­der. Ver­las­sen zwi­schen Ost­preu­ßen und Litau­en“ Foto­aus­stel­lung in der Aus­stel­lungs­scheu­ne Betz­manns­dorf im Obergeschoß
  • „Pfar­rers­sohn, Maler, Lebens­künst­ler: Johann Chri­sti­an Rein­hart (1761–1847) Ein Deutschrö­mer aus Hof. Radie­run­gen aus der Samm­lung Heinz Schu­ster“ in der Spi­tal­kir­che im Muse­um Kir­che in Franken

Es gibt täg­li­che meh­re­re Aktio­nen, meist 13.30 – 15.30 Uhr, „Hier tut sich was“ (täg­lich Scha­fe unter­wegs, tages­ak­tu­ell je nach Sai­son z. B. Vor­füh­rung histo­ri­schem Waschen, Spin­nen, Schmie­den, Holz­schuh­her­stel­lung, Backen, Korb­flech­ten; Star­ten eines Lanz-Bull­dogs, Gespräch mit dem Gärt­ner, Imker oder Bau­ern, im Flachs­brech­haus, beim Wasserschöpfrad …).