Bay­ern: Geschäfts­jahr 2019 – BMI eG mit deut­li­chem Umsatz­wachs­tum

Umsatz­stei­ge­rung von 9,2% auf 653 Mio. Euro

| HoheIn­ve­sti­ti­ons­tä­tig­keit| Neue Hart­kä­se­rei in Jes­sen in Betrieb genom­men | Tier­wohl: BMI als Vor­rei­ter bei Tierschutz**-Milch| Milch­men­gen­pla­nung erfolg­reich eta­bliert | Aus­blick 2020: Pro­gramm zur Per­for­mance­stei­ge­rung greift

Lands­hut, 22.Juni 2020. Mit einem Umsatz­an­stieg auf 653 Mio. Euro im Geschäfts­jahr 2019 ist es der BMI eG gelun­gen, ihren Wachs­tums­kurs der ver­gan­ge­nen Jah­re fort­zu­füh­ren: Nach einer gering­fü­gi­gen Umsatz­del­le 2018 konn­te die Genos­sen­schaft im zurück­lie­gen­den Geschäfts­jahr ihre Ver­kaufs­er­lö­se um 55 Mio. Euro im Ver­gleich zum Vor­jahr (598 Mio. Euro) stei­gern; das ent­spricht einem Plus von 9,2 %. Dr. Tho­mas Ober­so­jer, Vor­stands­vor­sit­zen­der der BMI: „Wir konn­ten in allen unse­ren drei­Spar­ten –Ingre­dients, Frisch­pro­duk­te und Käse – wich­ti­ge Impul­se im Markt set­zen und unse­re hohe Bio­kom­pe­tenz­nut­zen.“ Dabei setzt die Mol­ke­rei­ge­nos­sen­schaft auf Fokusthe­men wie Mehr­weg­glas, Regio­na­li­tät sowie Pro­duk­te für spe­zi­el­le eth­ni­sche Ziel­grup­pen, die alle­samt zu der posi­ti­ven Ent­wick­lung auch bei Absatz (plus 4,9%) und Pro­duk­ti­on (plus 4,5%) bei­tru­gen. Bio-Lak­to­se und ‑Mol­ken­de­ri­va­te als wich­ti­ge Wachs­tums­trei­ber. Wich­tig­ster Wachs­tums­trei­ber war im abge­lau­fe­nen Geschäfts­jahr die Spar­te Ingre­dients mit einem Plus von 24,7 %, im Wesent­li­chen getrie­ben durch den Ver­kauf von Bio-Lak­to­se und ‑Mol­ken­de­ri­va­ten vor allem an Her­stel­ler von Baby­nah­rung sowie einem flo­rie­ren­den Aus­lands­ge­schäft. So liegt die Export­quo­te die­ser Spar­te mitt­ler­wei­le bei beacht­li­chen 67,2 %. Einen Dämp­fer erhielt das Geschäft mit Mol­ken­pul­ver im zwei­ten Halb­jahr bedingt durch den Nach­fra­ge-Ein­bruch aus Chi­na auf­grund der dort gras­sie­ren­den Afri­ka­ni­schen Schwei­ne­pest (ASP). Gute Ver­kaufs­zah­len vor allem bei Moz­za­rel­la im LEH und Dis­count sorg­ten in der Geschäfts­ein­heit Käse für einen Ab-und Umsatz­an­stieg von 8,6% bzw. 8,4%. Die hohen Erwar­tun­gen u. a. an Ched­dar indes erfüll­ten sich noch nicht: Hier drück­ten die Unsi­cher­hei­ten im Zuge des Bre­xits mas­siv auf den euro­päi­schen Ched­dar­preis.

Erfol­ge mit Mehr­weg­glas

Mit einem Absatz­plus von 3 % ent­wickel­te sich der Fri­sche­be­reich zufrie­den­stel­lend; Wachs­tum wur­de u. a. durch gute Ver­kaufs­zah­len bei Bio-Pro­duk­ten für Han­dels­mar­ken und Quark erzielt sowie durch die Sor­ti­ments­er­wei­te­rung bei der Regio­nal­mar­ke Fran­ken­land um eini­ge Bio-Arti­kel. Auf­grund der Preis­rück­gän­ge vor allem bei But­ter, Sah­ne und Mager­quark lag der Umsatz in die­ser Spar­te unter dem Strich um 2,7% unter dem des Vor­jah­res. Mit einem Volu­men von 37,4 Mio. Euro beweg­te sich die Inve­sti­ti­ons­tä­tig­keit im abge­lau­fe­nen Geschäfts­jahr immer noch auf einem recht hohen Niveau. Dabei erwie­sen sich die Fer­tig­stel­lung der neu­en Hart­kä­se­rei in Jes­sen (Sach­sen-Anhalt) sowie wei­te­re Bau­maß­nah­men am Stand­ort als gro­ße Her­aus­for­de­run­gen. Unter ande­rem die ver­zö­ger­te Inbe­trieb­nah­me der Hart­kä­se­rei und des Hoch­re­gal­la­gers hat­ten für beträcht­li­che Mehr­ko­sten gesorgt, die das 2019er Ergeb­nis bela­ste­ten. Trotz­dem ver­blieb ein klei­ner Jah­res­über­schuss in Höhe von 0,2 Mio. Euro. 2019 lie­fer­ten zehn Mit­glie­der ihre Milch an die BMI; ins­ge­samt erfass­te die Genos­sen­schaft von eige­nen Lie­fer­grup­pie­run­gen 793 Mio. kg Roh­milch. Inklu­si­ve Zukauf wur­den 895,8 Mio. kg Roh­milch und 2,1 Mrd. kg Mol­ken­roh­stof­fe in den BMI-Wer­ken ange­nom­men. Wäh­rend damit die Eigen­an­lie­fe­rung an Roh­milch nur gering­fü­gigum 0,7 % stieg, lie­fer­ten die Sekun­där­roh­stoff­part­ner 2% mehr Mol­ke. Auch der exter­ne Zukauf­er­höh­te sich, nicht zuletzt durch den gestie­ge­nen Milch­be­darf von Jes­sen, so dass die Wer­ke in Sum­me 2,6 % mehr Roh­stoff ver­ar­bei­ten konn­ten.

Am stärk­sten stieg das Bio­milch-Auf­kom­men mit über 20,1%. Im Geschäfts­jahr 2019 zahl­te die BMI für Stan­dard­milch (4,2% Fett, 3,4% Eiweiß) im Durch­schnitt über alle Milch­sor­ten 34,87 Euro je 100 kg; bei Bio­qua­li­tät wur­de im Durch­schnitt 47,92 Euro je 100 kg erzielt. Damit lagen die Aus­zah­lungs­prei­se nur knapp unter dem Bran­chen­durch­schnitt, aller­dings um zwei Cent unter dem von Nord­bay­ern. Ober­so­jer: „Die BMI hatim lang­jäh­ri­gen Ver­gleich eine wett­be­werbs­fä­hi­ge Aus­zah­lungs­lei­stung gebo­ten. Uns ist bewusst, dass die momen­ta­ne Situa­ti­on die Wirt­schaft­lich­keit unse­rer Milch­er­zeu­ger bela­stet. Des­halb wer­den wir alles dar­an­set­zen, 2020 wie­der zu dem Milch­preis der Mit­be­wer­ber auf­zu­schlie­ßen.“

Bereits im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res wur­de ein umfang­rei­ches Pro­gramm zur Reor­ga­ni­sa­ti­on und Ver­bes­se­rung der Lei­stungs­fä­hig­keit auf­ge­setzt, daser­ste wich­ti­ge Erfol­ge zeigt. Vor­stand Win­fried Mei­er: „Die BMI hat die Erfah­rung und das Know-how, um die Her­aus­for­de­run­gen auf dem Milch­markt erfolg­reich zu mei­stern. Jetzt gilt es, die­se Stär­ken zu mobi­li­sie­ren und mit ver­ein­ten Kräf­ten die BMI fit zu machen –für die Zukunft der Land­wir­te eben­so wie für die Zukunft des Unter­neh­mens. “Ganz nach dem Mot­to der BMI: Mit fri­scher Ener­gie Ver­än­de­rung gestal­ten.

Tages­lei­stung der neu­en­Hart­kä­se­rei im Plan

Die Fer­tig­stel­lung und Inbe­trieb­nah­me der neu­en Hart­kä­se­rei und des Hoch­re­gal­la­gers in Jes­sen sind ein wich­ti­ger, zukunfts­ge­rich­te­ter Bau­stein inner­halb der Stra­te­gie der BMI. „Mitt­ler­wei­le lie­gen wir am Stand­ort auf Kurs, seit Dezem­ber errei­chen wir kon­ti­nu­ier­lich die ange­streb­te Tages­lei­stung“, weiß Ober­so­jer zu berich­ten und führt wei­ter aus: „Wir sind über­zeugt, Jes­sen zu einem füh­ren­den Käse­stand­ort nicht nur inner­halb der BMI, son­dern im euro­päi­schen Markt zu machen. “Wei­te­re bedeu­ten­de Mei­len­stei­ne des Geschäfts­jah­res waren die Umstel­lung der Milch­er­zeu­gung auf jetzt 100% „Ohne Gen­tech­nik “, sowie die erfolg­rei­che Ein­füh­rung der Milch­men­gen­pla­nung auf Erzeu­ge­r­ebe­ne. Eine fun­dier­te Milch­men­gen­pla­nung sieht man als wich­ti­ges Instru­ment an, zukünf­tig schnel­ler und fle­xi­bler auf sich ändern­de Markt- und Unter­neh­mens-Situa­tio­nen reagie­ren zu kön­nen.

Trotz Coro­na­zu­ver­sicht­lich

Als Mol­ke­rei mit einem star­ken Umsatz-und Export­an­teil beim Außer-Haus-Kon­sum, also in Restau­rants, Hotels oder Kan­ti­nen, wur­de das Geschäft durch die Coro­na-Pan­de­mie euro­pa­weit stark beein­träch­tigt: So kam zwi­schen­zeit­lich ein Groß­teil des Absat­zes mit Fri­sche­pro­duk­ten und Käse fast völ­lig zum Erlie­gen; Prei­se bra­chen extrem ein; meh­re­re Wer­ke hat­ten kaum noch Auf­trä­ge. Die­se Situa­ti­on konn­te durch die deut­lich gestie­ge­ne Nach­fra­ge im Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del nur bedingt kom­pen­siert wer­den. „Bei Pro­duk­ten wie Trink­milch, Quark, Rei­be­kä­se und Moz­za­rel­la sind unse­re Anla­gen ohne­hin gut aus­ge­la­stet, so dass wir Mehr­ab­sät­ze nur ein­ge­schränkt gene­rie­ren konn­ten“, erklär­te Mei­er. Seit Mit­te Mai wür­den sich die bei­den Geschäfts­be­rei­che Fri­sche und Käse zügig erho­len. „Bei Ayran&Co. lagen wir im Mai­be­reits wie­der auf dem Niveau des­ho­hen Vor­jah­res­ab­sat­zes. Bei ande­ren Pro­dukt-grup­pen wird es noch eini­ge Zeit dau­ern, bis wir wie­der auf 100 % kom­men“, gibt sich Mei­er vor­sich­tig opti­mi­stisch.

Orga­ni­sa­to­risch ist die BMI ver­gleichs­wei­se gut durch die Kri­se gekom­men. Der Groß­teil der Beschäf­tig­ten in der Ver­wal­tung ist an den gewohn­ten Arbeits­platz zurück­ge­kehrt. Hier wie in der Erfas­sung bei den Milch­er­zeu­ger­be­trie­ben und in den Pro­duk­ti­ons­wer­ken sor­gen noch­mals stren­ge­re Sicher­heits­maß­nah­men wie die kon­se­quen­te Abstands­re­ge­lung, Tren­nung der Schich­ten sowie das Rota­ti­ons­prin­zip in der Beleg­schaft für zusätz­li­chen Schutz der Mit­ar­bei­ter. Auch die durch den Land­kreis Wit­ten­berg zeit­wei­se ver­häng­te Qua­ran­tä­ne über den Ort Jes­sen hat die BMI als system­re­le­van­tes Unter­neh­men sou­ve­rän gemei­stert: So konn­te durch geziel­te Sofort­maß­nah­men die Pro­duk­ti­on fort­ge­setzt und die Aus­lie­fe­rung der Waren zu jedem Zeit­punkt sicher­stellt wer­den. Neue Pre­mi­um-Milch mit Tier­schutz-Label Auf Ver­triebs­sei­te unter­streicht das umfas­sen­de Bio-Sor­ti­ment die Erfolgs­bi­lanz der BMI; wei­te­re Milch­sor­ten mit einem Plus für das Tier­wohl sol­len in Kür­ze fol­gen. Als eine der ersten Mol­ke­rei­en über­haupt wird die Genos­sen­schaft eine Frisch­milch auf den Markt brin­gen, die das Tier­schutz­la­bel ** trägt und damit den sehr hohen Anfor­de­run­gen des Deut­schen Tier­schutz­bun­des ent­spricht.