Baye­ri­sche Justiz wach­sam im Kampf gegen neue Corona-Betrugsmaschen

771 Ver­fah­ren im Frei­staat eingeleitet

In der Coro­na-Kri­se pas­sen sich auch Kri­mi­nel­le der Lage an. Bay­erns Justiz­mi­ni­ster Georg Eisen­reich warnt: “Täter haben neue Betrugs­ma­schen in der rea­len und in der ana­lo­gen Welt ent­wickelt, um Geld zu ergau­nern. Unse­re Staats­an­wäl­te sind sehr wach­sam und gut auf­ge­stellt. Sie haben bis­lang min­de­stens 771 Ver­fah­ren wegen Coro­na-Betrugs eingeleitet.”

Die Coro­na-Zwi­schen­bi­lanz der baye­ri­schen Justiz:

  • Betrug mit Coro­na-Sofort­hil­fe: Bei den Staats­an­walt­schaf­ten lau­fen min­de­stens 163 Ermitt­lungs- und Vor­er­mitt­lungs­ver­fah­ren im Zusam­men­hang mit Anträ­gen auf Coro­na-Sofort­hil­fen des Bun­des und des Frei­staa­tes Bay­ern (Stand: Ende Mai 2020). “Die Scha­dens­sum­me liegt – soweit aus­ge­zahlt – bei etwa 1,7 Mio. Euro. Bei Anträ­gen im Gesamt­wert von wei­te­ren 2,2 Mio. Euro besteht zudem der Ver­dacht auf fal­sche Anga­ben, ohne dass es aller­dings zur Aus­zah­lung gekom­men ist”, so Mini­ster Eisen­reich. “Betrug lohnt sich nicht. Neben der Pflicht zur Rück­zah­lung der Coro­na-Sofort­hil­fe dro­hen auch Geld­stra­fen und Frei­heits­stra­fen bis zu fünf Jahren.”
  • Neue Coro­na-Betrugs­ma­schen: In der Coro­na-Pan­de­mie haben neue Betrugs­ma­schen dazu geführt, dass min­de­stens 608 Ver­fah­ren in Bay­ern ein­ge­lei­tet wurden.

- Erpres­ser­schrei­ben: In E‑Mails dro­hen beson­ders per­fi­de Betrü­ger damit, Fami­li­en­mit­glie­der mit dem Coro­na-Virus anzustecken.

- “Coro­na-Fake-Shops”: Ange­bo­ten wer­den gefälsch­te Schutz­mit­tel, Medi­ka­men­te oder nicht exi­sten­te Impf­stof­fe gegen das Coro­na-Virus. Die bezahl­te Ware wird ent­we­der nicht oder nicht in der ver­spro­che­nen Qua­li­tät geliefert.

- Phis­hing: Auf gefälsch­ten Inter­net­sei­ten oder über E‑Mails ver­su­chen Betrü­ger Kre­dit­kar­ten- oder Kon­to­in­for­ma­tio­nen abzuschöpfen.

- Coro­na-Vari­an­te des “fal­schen Poli­zi­sten” oder Enkel­trick­be­trü­gers: Kri­mi­nel­le geben sich bei­spiels­wei­se als Mit­ar­bei­ter des Gesund­heits­am­tes aus, um unter dem Vor­wand, Coro­na-Tests durch­zu­füh­ren, in die Woh­nung zu gelan­gen. Ande­re Täter spie­geln vor, dass ein Ange­hö­ri­ger mit dem Coro­na-Virus infi­ziert sei und drin­gend Geld für sei­ne Behand­lung benötige.

Justiz­mi­ni­ster Georg Eisen­reich: “Wer die Sor­gen der Bevöl­ke­rung in der Coro­na-Kri­se aus­nutzt, um Straf­ta­ten zu bege­hen, wird nach­drück­lich ver­folgt. Den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern rate ich: Beach­ten Sie im Inter­net, am Tele­fon und an der Haus­tür die all­ge­mei­nen Vorsichtsregeln.”

Fol­gen­de Vor­sichts­re­geln soll­ten in der aktu­el­len Situa­ti­on beson­ders beach­tet werden:

  • Frem­den Per­so­nen soll­te der Zutritt zur Woh­nung ver­wehrt blei­ben oder eine Ver­trau­ens­per­son hin­zu­ge­zo­gen werden.
  • Geld soll­te nie­mals an der Haus­tü­re über­ge­ben oder an Unbe­kann­te über­wie­sen werden.
  • Unbe­kann­te Zah­lungs­me­tho­den soll­ten ver­mie­den werden.
  • Ange­bo­te im Inter­net soll­ten stets kri­tisch hin­ter­fragt und Email- und Web­sei­ten­adres­sen auf ihre Echt­heit über­prüft werden.